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Schwarze Löcher geknackt? Forscher entdecken fehlendes Puzzleteil

Forschende haben ein merkwürdiges Ungleichgewicht im Universum entdeckt. Doch nun wissen sie, was dahintersteckt.

Schwarze Löcher im Universum
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Schwarze Löcher – das solltest du wissen

Über Schwarze Löcher gibt es vieles zu wissen. Wir verraten dir einige der wichtigsten Fakten über die geheimnisvollen Giganten.

Auch wenn das Weltall noch so mysteriös für uns scheint, ist es recht ordentlich. Es gibt Proportionen, Symmetrien und Regelmäßigkeiten. Wenn also ein Objekt nicht in seine Umgebung passt, ist das mehr als merkwürdig. Diesen Umstand mussten jedoch Forschende bei einigen Schwarzen Löchern beobachten. Doch dafür haben Forschende nun eine Erklärung gefunden.

Schwarze Löcher passen nicht in ihre Umgebung

Proportionen begegnen uns überall. Beispielsweise können Paläontologen anhand nur eines Oberschenkelknochens bestimmen wie groß der Rest des Tieres gewesen sein muss. Alles folgt gewissen Maßstäben und Regelmäßigkeiten. Daher können uns die Proportionen eines Objekt auch verraten, ob es in seine Umwelt hineinpasst oder nicht. Das kennst du beispielsweise aus eigenen Beobachtungen, wie etwa dem beliebten Goldenen Schnitt in Fotos.

Auch das Universum ist solchen Maßstäben unterworfen. So wissen wir etwa, dass im Zentrum etlicher Galaxien ein Schwarzes Loch thront. Die Masse jedes zentralen Schwarzen Lochs beträgt etwa 0,1 Prozent oder ein Tausendstel der Sternenmasse jeder Wirtsgalaxie – zumindest bei jenen, die wir aus der Nähe Beobachten können, weiß Scientific American. Doch schauen wir in weiterer Entfernung, also auf ältere Schwarze Löcher, scheint dieses Verhältnis gestört. Diese Schwarzen Löcher passen einfach nicht in ihre Heimatgalaxien. Und das liegt neusten Erkenntnissen zufolge daran, dass sie nicht von dort stammen.

Diese Exemplare sind zu groß

Besagte Schwarze Löcher fügen sich nicht dieser gleichbleibenden Proportion, die wir in jüngeren Galaxien beobachten. Stattdessen sind sie „übermassiv“, also viel zu groß für ihre Umwelt. Forschende gehen jetzt davon aus, dass es zu dem Zeitpunkt ihrer Entstehung noch ganze andere Maßstäbe im Universum gegeben haben muss, sie also „massiv“ geboren wurden. Jüngere Schwarze Löcher bilden sich häufig durch den Kollaps von Sternen. Diese alten, „unpassenden“ Exemplare hingegen könnten durch den Kollaps riesiger Gaswolken im frühen Universums und damit noch vor der Entstehung einer Wirtsgalaxie entstanden sein.

Durch diese Beobachtung, die erst jetzt durch das James-Webb-Weltraumteleskop gelang, können Forschende in Bezug auf Schwarze Löcher die berühmte „Henne-Ei-Frage“ klären und bestätigen, dass erst die massenreichen, mysteriösen Objekte im frühen Universum entstanden sind und sich erst dann Sterne und Planeten drum herum zu einer Galaxie verdichtet haben.

Quelle: Scientific American

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