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Mega-Beben auf dem Mars: Forscher stoßen auf ominöse Ursache

Angeblich soll es auf dem Mars zu einem Meteoriten-Einschlag gekommen sein. Doch nun haben Forschende eine neue Theorie zum vergangenen Beben.

Planet mars aus dem All
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Wie weit ist der Mars von der Erde entfernt?

Der Mars hat Menschen schon immer fasziniert. Und über die Dauer ist uns unser nächster Nachbar immer greifbarer geworden. Doch nur alle zwei Jahre beträgt der Abstand zwischen Erde und Mars rund 56 Millionen Kilometer.

Im vergangenen Jahr kam es auf dem Mars zu einem verhältnismäßig starken Beben. Es zeigte eine 4,7 auf der Richterskala und ist damit das stärkste Beben, das dort jemals von Menschen beobachtet wurde. Über seinen Ursprung will man sich nun einig sein.

Mars-Beben nicht durch Meteoriten-Einschlag

Während man erst davon ausging, dass das Mars-Beben durch einen Meteoriten-Einschlag herbeigeführt wurde, ist man heute anderer Meinung. Untersuchungen auf dem roten Planeten zeigen nämlich: Dort ist nichts. Kein Krater, nicht einmal eine Beule war im roten Sand zu erkennen, wo das Epizentrum des Bebens ermittelt wurde.

Entsprechend schloss man diese Theorie nun aus. Doch für einen Moment erschien sie so realistisch. So weiß man zwar auch von vulkanischen Aktivitäten auf dem Mars, die ein Beben hervorrufen könnten, jedoch nicht in dieser speziellen Region. Also wären Auswirkungen von außen realistischer gewesen.

Quelle 20 Kilometer unter der Erde

Doch das Team um den Physiker Benjamin Fernando hat nun eine Studie veröffentlicht, die die Option auf unbekannte Aktivitäten unter der Mars-Oberfläche unterstützt.

„Eine umfassende Analyse des Gebiets anhand von Bildern mit niedriger und mittlerer Auflösung ergab keine relevanten vorübergehenden atmosphärischen Phänomene und keine frische Explosionszone. Die hochauflösende Abdeckung des epizentralen Bereichs durch die meisten Raumsonden ist begrenzter, aber auch in diesen Bildern wurden keine neuen Krater oder andere Hinweise auf einen neuen Einschlag identifiziert. Wir kommen daher zu dem Schluss, dass das S1222a-Ereignis höchstwahrscheinlich tektonischen Ursprungs war.“

„A Tectonic Origin for the Largest Marsquake Observed by InSight“

Ihre weiteren Untersuchungen brachten die Vermutung hervor, dass die Quelle für das Beben 20 Kilometer unter der Oberfläche liegt und durch Verwerfungen und Risse entstanden sein könnte. „Die Bewegung auf einer Verwerfung verursacht ein Beben.“, erklärt Bruce Banerdt vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) gegenüber Scientific American zusätzlich.

Nicht alle Fragen geklärt

Entsteht ein Beben durch diese Art von tektonischer Aktivität, bilden sich sogenannte Faltenkämme. Das sind Gräten an der Mars-Oberfläche mit einer Länge von etlichen Kilometern. Doch von denen ist fehlt genauso jene Spur wie von einem Krater bei der Meteoriten-Theorie. Genauso fraglich ist, warum eine plötzliche Verwerfung ein einmaliges Beben dieser Stärke ausgelöst haben soll. Ein merkwürdiger Einzellfall ist für die Forschenden keine ausreichende Erklärung – vor allem, wenn es an Beweisen für seine Entstehung mangelt.

„Offensichtlich gibt es einen gewaltigen Teil des tektonischen und seismischen Puzzles, den wir noch nicht gelöst haben“, gesteht Fernando daher ein. Und dieses Rätsel zu lösen, ist überaus wichtig. Schließlich gibt es schon diverse Vorbereitungen auf bemannte Mars-Missionen. Für den Bau einer Basis in der Zukunft sollte man Epizentren von Erdbeben genausten kennen, um eine Crew nicht in Lebensgefahr zu bringen.

Quelle: Scientific American, „A Tectonic Origin for the Largest Marsquake Observed by InSight“ (Geophysical Research Letters, Oktober 2023)

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