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Neue Messungen von der ISS: Was sie in der Erdatmosphäre fand, stimmt bedenklich

Schadstoff in der Atmosphäre und ihre Quellen auf der Erde ausfindig zu machen, gehörte bislang nicht zu den Aufgaben der ISS. Ein hochmoderner Sensor schafft dies dennoch.

© Sasa Kadrijevic - stock.adobe.co

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Die Investition in einen neuartigen Sensor an Board der Internationalen Raumstation (ISS) dürfte sich für die Forschenden gelohnt haben. Denn er erfüllt nicht nur seinen eigentlichen Zweck, Mineralstaub in der Erdatmosphäre zu untersuchen. Wie man nun herausfand, eignet sich die futuristische Technik auch zum Messen und Aufspüren von Schadstoffen. Die neuen Daten könnten die globalen Debatten zum Thema Klimaschutz beeinflussen.

ISS: Super-Sensor mit ungeahnten Fähigkeiten

Hinter dem Earth Surface Mineral Dust Source Investigation-System, kurz EMIT, verbirgt sich ein Spektroskopie-Instrument, mit dem sich von der ISS aus große Regionen der Erdoberfläche kartieren lassen. Die Bildbreite des Sensors, der erst im Juli 2022 seinen Betrieb aufnahm, beträgt 80 Kilometer. Er misst über 300.000 Spektren pro Sekunde. Mit seiner vielseitigen Infrarot-Technologie soll EMIT eigentlich Mineralstaub in der Atmosphäre unseres Planeten aufspüren. Doch wie eine aktuelle Studie zeigt, misst der hochentwickelte Sensor auch Methan und Kohlendioxid.

Im Rahmen gesteigerten Umweltbewusstseins sind viele Menschen darauf bedacht, den Ausstoß dieser Schadstoffe zu reduzieren. Viele Regierungen und Unternehmen weltweit haben sich von daher das Ziel gesetzt, ihre Emissionen zu senken. Doch längst halten sich nicht alle daran. Dank der Genauigkeit seiner Messungen könnte der EMIT-Sensor der ISS dazu beitragen, die Schadstoffentwicklung in der Erdatmosphäre besser zu überwachen und besondere Schadensquellen ausfindig zu machen.

Mysteriöse Vorkommnisse: Was sich an Board der ISS zuspielt, ist teils auch für Forschende verblüffend.

Ungeahnt hohe Schadstoffquellen aufgedeckt

Bei ihren Beobachtungen machten die Forschenden besonders schädliche Emissionsquellen aus: Sogenannte Methan- oder Kohlendioxid-Punktquellen. Darunter versteht man zum Beispiel nicht fachgerecht versiegelte Öl- oder Gasquellen sowie Leitungslecks. Teils sind unbemerkte Schäden die Ursache für jene Ausstöße. In anderen Fällen könnte jedoch auch kriminelle Absicht dahinter stecken, erläutert das Online-Portal Heise.

Die Auswirkungen von Punktquellen auf den Schadstoffgehalt in der Atmosphäre könnte demnach weit höher sein als bislang angenommen. Wie die neuesten Daten von der ISS belegen, machen sie zum Beispiel in manchen Regionen der USA bis zu 67 Prozent der Gesamtemissionen aus. Funde wie diese könnten ein wichtiger Beitrag zur Klimadebatte sein, Verantwortliche zum Handeln bewegen und somit helfen, Schadstoffemissionen zu verringern.

Um die neuesten Beobachtungen von EMIT nachzuverfolgen, musst du übrigens keine Forscherin oder Forscher bei der NASA sein. Die amerikanische Weltraum-Behörde veröffentlicht die Funde von Board der ISS nämlich in einer interaktiven Online-Karte.

Spannende Beobachtungen im Weltall: Dieser sogenannte „Teufels-Komet“ versetzt Forschende ins Staunen. Was auf seiner Oberfläche geschieht, ist höchst ungewöhnlich.

Quellen: „Attribution of individual methane and carbon dioxide emission sources using EMIT observations from space“ (Science Advances, November 2023), Heise, NASA

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