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Schau mir in die Augen: Diesen überraschenden Effekt hat Blickkontakt bei Gesprächen (Studie)

Wenn man miteinander spricht, schaut man auch einander an. Laut einer neuen Studie ist direkter Blickkontakt aber seltener, als man annehmen könnte. Dafür fand man einen überraschenden Effekt.

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Er gilt als eines der zentralsten und einflussreichsten Elemente zwischenmenschlicher Kommunikation: der direkte Blickkontakt. Das direkte Anschauen in die Augen der anderen Person oder auch das Vermeiden dessen kann schon viel verraten. Und allseits bekannt ist auch der erste Blick quer durch den Raum, ehe sich eine Romanze anbahnt. Ein Forschungsteam hat nun in einer neuen Studie gänzlich Unterwartetes zum Augenkontakt herausgefunden – und wie er unser Verhalten beeinflusst.

Blickkontakt: Laut Studie seltener als man denken könnte

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kanada haben sich des bislang nur geringfügig erforschten Themas des gegenseitigen Anschauens und des Blickkontakts für eine neue Untersuchung angenommen. Begünstigt wurde das Vorhaben durch mittlerweile vorhandene mobile Technologien, mit deren Hilfe sich die Bewegungen der Augen genau erfassen lassen. Dadurch konnte man herausfinden, wie oft und wie lange eine Person jemanden überhaupt anschaute.

Dabei stellten sie fest, dass sich die Probandinnen und Probanden in Zwiegesprächen nur selten gegenseitig anschauten – und damit waren allgemein Blicke gemeint, mit denen sie das Gesicht ihres Gegenübers anguckten. Das würde nur etwa zwölf Prozent der gesamten Konversationsdauer umfassen. Direkter Blickkontakt kam sogar noch weniger vor – nur 3,5 Prozent der Zeit. Doch trotz der nur geringen Anteile an den Konversationen war Augenkontakt von signifikanter Bedeutung.

Auch gut zu wissen: Blickkontakt aufzunehmen und zu halten, ist für viele Menschen gar nicht so einfach. Deshalb nennen wir dir drei Regeln für Augenkontakt, um besser Gespräche führen zu können.

Augenkontakt beeinflusst soziales Verhalten

Bei dazugehörigen Experimenten fand man heraus, dass Gesprächspartnerinnen und -partner öfter wegschauten als die andere Person anzuschauen. Schaute man doch hin, blickten die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zumeist auf den Mund oder die Augenregion, aber nur selten direkt in die Augen. Am häufigsten war gegenseitiges Auge-zu-Mund-Schauen.

Selbst wenn sich Leute nur für wenige Sekunden direkt in die Augen blickten, war dies bereits ein wichtiger Marker für anschließendes Verhalten, wie die federführende Autorin der Studie Florence Mayrand in einer Pressemitteilung verriet. Bei einem Gesprächspaar stieg die Wahrscheinlichkeit nach Augenkontakt deutlich, dass eine der beiden Personen anschließend in einem weiteren Test dem Blick des Gegenübers folgen würde.

Viele weitere Forschungen möglich

Die Forscherinnen und Forscher räumen ein, dass ihre Versuchsanordnung womöglich nicht optimal und gegenseitigem Blickkontakt nicht besonders förderlich war. Gesprächspaare sollten nämlich gemeinsam Gegenstände nach ihrer Nützlichkeit in einem fiktiven Überlebensszenario in eine Reihenfolge bringen. Es wäre von daher interessant, wie der Gesprächskontext und -inhalt Blicke verändern kann. Eine andere Möglichkeit wäre es, den Unterschied zwischen Bekannten und Fremden zu erforschen; für die jetzige Untersuchung brachte man Unbekannte zusammen.

An der Studie nahmen nur wenige Personen teil: Aufgrund von technischen Problemen schrumpfte die Zahl sogar von 15 Gesprächspaaren auf am Ende nur noch sieben. Größere Untersuchungen könnten demnach breitere und genauere Ergebnisse erzielen.

Quellen: „A dual mobile eye tracking study on natural eye contact during live interactions“ (Scientific Reports 2023), McGill University

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