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Pompeji: Archäologischer Fund enthüllt „schockierendste Seite antiker Sklaverei“

In den Ruinen von Pompeji entdeckten Forschende eine antike Bäckerei. Dort mussten damals Sklaven unter schwersten Bedingungen schuften.

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Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

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Eine neuentdeckte Bäckerei in Pompeji glich einem wahren Gefängnis. Sklaven und Tiere verrichteten anstrengende Arbeit unter härtesten Bedingungen. Ihre Spuren können Forschende noch heute an dem archäologischen Fund ablesen.

Archäologischer Fund: Bäckerei glich einem Gefängnis

Bei Arbeiten im noch nicht ausgegrabenen Bereich der geschichtsträchtigen Stätte Pompeji stießen Forschende auf die Ruinen eines antiken Hauses. Über den archäologischen Fund berichtet die Verwaltung der Grabungsstätte Pompeji in einer aktuellen Mitteilung. Wie zu der Zeit üblich war das Haus zweigeteilt in einen prunkvollen, mit Fresken verzierten Wohnbereich und einen Arbeitsbereich. Letzterer stellte sich rasch als Bäckerei heraus.

Diese war jedoch alles andere als gemütlich, beschreibt die Pressemitteilung im Detail. Es handelte sich um einen beengten Raum ohne Ausblick. Die wenigen schmalen Fenster waren hoch oben in der Wand angebracht und ließen durch ihre dicken Gitterstäbe nur wenig Licht hinein.

„In anderen Worten, handelt es sich hierbei um einen Raum, in dem sich vor allem Menschen mit Sklavenstatus aufhielten“, erläutert Gabriel Zuchtriegel. Der deutsch-italienische Archäologe ist seit zwei Jahren Direktor der Weltkulturerbestätte Pompeji. Seiner Einschätzung nach haben die damaligen Besitzerinnen und Besitzer alles unternommen, um die Bewegungsfreiheit ihrer Leibeigenen zu beschränken.

Erstaunlicher Schatz der Antike: Dieser archäologische Fund weist Spuren von gleich zwei untergegangenen Kulturen auf.

Brutale Sklavenarbeit in antiker Bäckerei

„Bildliche und literarische Quellen“, führt Zuchtriegel aus, „legen nahe, dass ein Mahlstein von einem Gespann aus einem Esel und einen Sklaven bewegt wurde“. Letzterer half nicht nur den Stein zu bewegen, sondern sollte auch den Esel antreiben und den Mahlprozess überwachen. Bei Bedarf sollte der Sklave Getreide hinzufügen und Mehl aufsammeln.

Vertiefungen im Boden haben damals Mensch und Tier ihre Bewegungen strikt vorgegeben. Die starken Abnutzungsspuren an dem archäologischen Fund legen dabei nahe, wie monoton die Arbeit gewesen sein muss.

„Es handelt sich um die schockierendste Seite der antiken Sklaverei“, meint Zuchtriegel, „diejenige, der das gegenseitige Vertrauen und das Versprechen auf Freilassung fehlt“. Der archäologische Fund legt seiner Einschätzung nach dar, wie damals Menschen „auf rohe Gewalt reduziert wurden“.

Quelle: Pompeii Press Releases

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