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Leben auf dem Mars: Forscher präsentiert überraschende Theorie

Wie könnte eventuelles Leben auf dem Mars ausgesehen haben? Die Antwort auf diese Frage soll sich an einem der unwirtlichsten Orte der Erde befinden, meint ein Experte.

Ansicht des Planeten Mars.
© Martin - stock.adobe.com

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Die Frage nach möglichem Leben auf dem Mars beschäftigt nicht nur Science-Fiction-Filme und -Bücher, sondern auch die Wissenschaft. Der amerikanische Forscher Brian Hynek stellt nun eine überraschende These vor, wie es womöglich ausgesehen haben könnte. Die Anhaltspunkte für seine Theorie fand er an einem der lebensunfreundlichsten Orte der Erde.

Leben auf dem Mars: Wüstenfunde könnten Hinweise liefern

Die Puna de Atacama, ein Hochplateau in der Wüste zwischen Chile und Argentinien, zählt zu den unwirtlichsten Orten unseres Planeten. In einer Höhe von über dreieinhalb Kilometern über dem Meeresspiegel gelegen, brennt die Sonne dort erbarmungslos. Regen fällt so gut wie nie. Nur wenige Lebewesen trotzen den harten Bedingungen.

Dennoch haben Geologinnen und Geologen um Professor Hynek einer neuen Studie zufolge vor Ort ein bis dato unbeschriebenes Ökosystem entdeckt. Die Funde könnten auch ungeahnte Implikationen über die Entstehung und Form von Leben auf dem Mars haben.

Bei Untersuchungen fand man in einem riesigen Netzwerk von Salzlagunen sogenannte Stromatolithen. Bei diesen handelt es sich um Sedimentsteingebilde, die dadurch entstehen, dass Mikroorganismen bei ihrem Stoffwechsel und Wachstum Sedimentpartikel einfangen und binden. Die ältesten bekannten Stromatolithen sind dreieinhalb Milliarden Jahre alt und stellen somit die ältesten fossilen Beweisstücke für Leben auf der Erde dar.

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„Anders als alles, was ich je gesehen habe“

Dabei unterscheiden sich moderne Stromatolithen jedoch stark von ihren prähistorischen Vorgängern, heißt es in der Studie. Überraschenderweise gleichen die jüngst entdeckten Gebilde dabei mehr vorzeitlichen Stromatolithen als ihren heutigen Artgenossen. Wie die University of Colorado, an der Studien-Hauptautor Brian Hynek doziert, in einer Mitteilung wissen lässt, bestehen ihre Gesteinsschichten hauptsächlich aus Gips. Dieser Bestandteil ist typisch für fossile, aber nicht für heutige Stromatolithen.

Entgegen der widrigen Umstände, zeugen die neu entdeckten Stromatolithen von reichem Leben. So ist ihre äußere Schicht mit photosynthetischen Mikroben besetzt. Im Inneren befindet sich ein rosafarbener Kern, der reich an Archaeen ist. Dies sind einzellige Organismen, die seit Urzeiten existieren und häufig in extremen Umgebungen auf der Erde vorkommen. „Diese Lagune ist eines der besten modernen Beispiele für früheste Lebenszeichen auf der Erde,“ verkündet Professor Hynek begeistert. „Es ist anders als alles, was ich je gesehen habe, oder eher als alles, was die Wissenschaft je gesehen hat.“

Irdische Stromatolithen könnten Leben auf dem Mars ähneln

Für Hynek ist die Entdeckung der Stromatolithen und ihrer primitiven Bewohner nicht nur besonders, weil sie den frühesten Lebewesen unseres Planeten ähneln. Vielmehr könnten die neuen Funde auch einen nie zuvor dagewesenen Einblick in die Entstehung von Leben auf dem Mars geben. Die Bedingungen auf der Oberfläche des roten Planeten ähnelten vor Milliarden von Jahren nämlich denen der Erde erheblich.

„Wenn sich jemals Leben auf dem Mars bis zur Ebene von Fossilien entwickelt hat, dürfte es so gewesen sein“, mutmaßt Hynek. „Das Verständnis dieser modernen Lebensgemeinschaften auf der Erde könnte uns Aufschluss darüber geben, wonach wir bei der Suche nach ähnlichen Merkmalen in den Gesteinen des Mars suchen sollten.“

Quellen: „P13C-2812 Archaean Stromatolites on Modern Earth with Implications for Mars“ (American Geophysical Union, Dezember 2023); University of Colorado Boulder

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