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Außerirdisches Leben finden – und dann? So sollen Wale mit der Kommunikation helfen

Schon lange ist die Menschheit auf der Suche nach außerirdischem Leben. Aber wie soll man bei einem Treffen damit kommunizieren? Auf der Erde übt man schon fleißig – mit Walen.

© Judith - stock.adobe.com

Fermi-Paradoxon: Wo sind die Aliens?

Sind wir Menschen im All wirklich allein? Immer wieder diskutiert die Wissenschaft über die Frage, ob es außerirdisches Leben im Universum gibt. Das Fermi-Paradoxon will die Frage beantworten, warum wir allein sein könnten.

Schon seit geraumer Zeit blickt die Menschheit in den Sternenhimmel und fragt sich, ob wir denn wirklich allein sind im Universum. Gibt es vielleicht doch außerirdisches Leben? Die Suche selbst beschäftigt Forscherinnen und Forscher seit Jahrzehnten und stellt nur einen Aspekt dar. Zugleich überlegt man, wie man denn im Ernstfall überhaupt mit den Aliens kommunizieren sollte. Ausgerechnet Wale helfen dabei, den im wahrsten Sinne des Wortes richtigen Ton zu finden.

Außerirdisches Leben: So hilft Walgesang weiter

Um sich überhaupt auf ein Gespräch mit außerirdischem Leben vorzubereiten, lenken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Search for Extraterrestrial Intelligence Institute (SETI) ihren Blick von den unendlichen Weiten auf terrestrische Lebensformen. Dabei sind Wale ein guter Ausgangspunkt, wie sie in ihrer neuen Studie beschreiben.

Denn ähnlich wie man es von potenziellen Gästen aus dem Weltall erwarte, sind die Meeressäuger sehr intelligent und verfügen über komplexe soziale Kommunikationssysteme, die sich mitunter auch aus dem jeweiligen Kontext heraus entschlüsseln lassen. Deswegen unternahm man bereits 2021 den Versuch, mit „nicht-menschlicher Intelligenz“ in Kontakt zu treten. Dazu nahm man Gesänge einer Gruppe Wale auf und sendete am darauffolgenden Tag eine Art Gruß mit Hilfe von Unterwasserlautsprechern aus, in der Hoffnung auf eine Antwort.

Übrigens: Bevor es zum direkten Kontakt mit Außerirdischen kommt, haben Experten und Expertinnen eine neue Botschaft für Aliens zusammengestellt. Wir sagen dir, was alles drinsteckt.

So lief die Unterhaltung mit einem Buckelwal

Tatsächlich reagierte ein 38 Jahre altes Buckelwalweibchen, das man Twain getauft hat. 20 Minuten lang führte das Team dann den womöglich ersten kommunikativen Austausch zwischen Menschen und Buckelwalen in der Tiersprache durch. Dass es sich tatsächlich um eine Interaktion handelte, zeigte sich darin, dass Twain stets im selben Rhythmus antwortete, sobald man die Botschaft in unterschiedlichen Intervallen aussendete.

Allerdings muss man dazu festhalten, dass es sich nur um ein äußerst rudimentäres „Gespräch“ gehandelt hat. Schließlich hatte das Forschungsteam nur einen einzigen Laut zur Hand, den sie in seiner Tonalität nicht verändern konnten. Die Begegnung verlief dadurch in drei Phasen:

  • Engagement – Twain hörte den Ruf zum ersten Mal und antwortete schnell und enthusiastisch.
  • Agitation – Der Wal durchbrach mehrfach die Wasseroberfläche und stieß „keuchende Blaslaute“ aus, die entweder Aufregung oder Frustration ausdrücken können.
  • Rückzug – Twain schwamm nach einiger Zeit wieder weg.

Was zunächst nach einer Enttäuschung klingt, soll in Wahrheit dabei helfen, eines Tages eine Konversation mit außerirdischem Leben zu führen. Weitere Tests sollen möglichst interaktiver ausfallen, indem man Töne stärker als Antwort auf die Tiere variiert. So könnten Forschende Filter entwickeln, mit deren Hilfe man direkt strukturelle Regeln eingehender Nachrichten aus dem All erkennen kann, um sie mit deren Hilfe zu übersetzen.

Quelle: „Interactive bioacoustic playback as a tool for detecting and exploring nonhuman intelligence: ‚conversin‘ with an Alaskan humpback whale“ (Peer J 2023)

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