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Anomalie im Magnetfeld der Erde: Forscher machen unerwartete Entdeckung

Ein archäologischer Fund ist überaus ungewöhnlich. Er verrät uns mehr über eine bisher unbekannte Störung unseres Magnetfelds.

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Damals benannte man die acht Planeten unseres Sonnensystem noch „wandernden Sterne“: Heute trägt jeder der Planeten einen eigenen Namen.

Bei der Archäologie weiß man vorher nie genau, was man findet. Und das ist auch gut so. Nur, wenn man offen bleibt, lässt sich die Vergangenheit auch tatsächlich rekonstruieren. In diesem Fall etwa waren es unscheinbare Tontafeln, die eine überraschende Erkenntnis über unser Magnetfeld bereithielten.

Tontafeln mit überraschender Erkenntnis zum Magnetfeld

Die 3.000 Jahre alten Tontafeln aus dem ehemaligen Mesopotamiens (heutiges Irak) beinhalteten neben spannenden Schriftzügen noch ganz andere Informationen, die ein Forschungsteam auf eine ungewöhnliche Art erlangte. Bei archäologischen Funden kommen nicht nur schlaue Historiker*innen zum Einsatz, die die Entdeckungen für uns interpretieren. Man muss auch herausfinden, wie alt das Entdeckte wirklich ist, um zu wissen, wo es sich in der Geschichte einordnet.

Forschende verwenden dazu oft die Radiokarbonmethode, um festzustellen, wann der Text in den Ton eingebrannt wurde. Diese wollte jedoch bei 32 Exemplaren keine klaren Ergebnisse liefern. Also musste eine andere Lösung her. Studienautor Mark Altaweel vom University College London und seine Kolleg*innen untersuchten die uralte Tontafel also anhand der magnetischen Signatur enthaltener eisenoxidhaltigen Mineralien. Diese wiederum reagieren auf das Magnetfeld der Erde, weswegen diese Untersuchung eine ungeahnte Anomalie des Magnetfelds vor 3.000 Jahren offenlegt.

Weitere Informationen lassen Anomalie rekonstruieren

Auf besagten Tontafeln waren Namen und Regentschaft ehemaliger Könige vermerkt. Das ermöglichte es Altaweel und seinem Team eine Art Zeitstrahl zu erstellen, an dem sie die Veränderungen im Erdmagnetfeld klar nachvollziehen konnten. Nun wissen sie, dass das Magnetfeld der Erde zwischen 1050 und 550 vor Christus ungewöhnlich stark gewesen sein muss.

Das deckt sich mit anderen archäologischen Funden aus China, Bulgarien und von den Azoren, die ähnliches nahelegten. Nichtsdestotrotz ist unklar, was diese Schwankung in dem Zeitraum verursacht hat: „Das geomagnetische Feld ist eines der rätselhaftesten Phänomene in den Geowissenschaften“, zitiert der Spiegel die Mitautorin Lisa Tauxe.

Der archäologische Fund hilft dabei diese Anomalie genauer zu untersuchen, um womöglich doch eine Ursache ableiten oder Rückschlüsse auf die Gegenwart schließen zu können. Ganz nebenbei halfen die Untersuchungen die Entdeckung mit dieser neuen Methode zu datieren. Mit ihr werden sicherlich noch viele unglaubliche, archäologische Funde möglich sein.

Quelle: Spiegel

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