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Schwarzes Loch: Darum ist ein neuer Fund eine immense wissenschaftliche Herausforderung

Die Weltraumforschung ist soeben um ein weiteres Rätsel reicher geworden. Ein neuentdecktes Schwarzes Loch sorgt aktuell für jede Menge fragende Gesichter.

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Schwarze Löcher – das solltest du wissen

Über Schwarze Löcher gibt es vieles zu wissen. Wir verraten dir einige der wichtigsten Fakten über die geheimnisvollen Giganten.

Innerhalb der Weltraumforschung konnte man im Laufe der Jahrzehnte schon etliche Schwarze Löcher ausfindig machen. Und obwohl sie insgesamt noch jede Menge Geheimnisse verbergen, gibt es einige Dinge, die bereits universell über sie bekannt sind. Doch ein neues Exemplar stellt vorhandenes Wissen auf den Kopf.

Ältestes Schwarzes Loch gefunden

Der neue Fund gelang mit Hilfe des modernen James-Webb-Weltraumteleskops. In der Nähe der Galaxie GN-z11 konnte ein Forschungsteam ein supermassereiches Schwarzes Loch ausmachen, dessen Verhalten man bislang für nicht möglich hielt, wie Space.com berichtet. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschwindigkeit, mit der das Objekt Masse aufnimmt und wächst.

Laut der dazugehörigen Studie befindet sich das Schwarze Loch in einer Entfernung von 13,4 Milliarden Lichtjahren. Damit ist es das entfernteste seiner Art, das man bislang registriert hat. Mysteriös ist hingegen sein Alter: Die Forschungsgruppe geht davon aus, dass es bereits 400 Millionen Jahre nach dem Urknall existiert haben soll.

Auch spannend: Natürlich wird wohl in absehbarer Zeit niemand in ihre unmittelbare Nähe kommen – und das ist gut so. Wir sagen dir nämlich, wie gefährlich Schwarze Löcher für dich sein können.

Alter und Größe ergeben aktuell keinen Sinn

Doch für seine immense Größe wäre das viel zu jung. Denn der Fund ist sechs Millionen Mal massereicher als unsere Sonne und um diese Dimensionen zu erlangen, müssten eigentlich Milliarden Jahre verstreichen, so bislang gängige Theorien. Dass es also in „nur“ 400 Millionen Jahren dermaßen anwachsen konnte, ist höchst ungewöhnlich.

Erste neue Erklärungsansätze liefern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gleich mit. Eine erste Theorie legt die Vermutung nahe, dass im noch jungen Universum Staub und riesige Gaswolken kollabieren konnten und so ein „Samen“ für Schwarze Löcher entstehen konnte. Dieser ist bereits einige Millionen Mal massereicher als die Sonne. Der ganze Entstehungsprozess konnte also mit einem Vorsprung beginnen im Vergleich zu anderen Schwarzen Löchern, bei denen erst ein Stern sterben muss.

Schwarzes Loch mit immensem Hunger

Wahrscheinlicher könnte aber die zweite Theorie sein, die zumindest auch auf einer handfesten Beobachtung beruht: Das neue Objekt verleibt sich Materie nämlich extrem schnell ein – und zwar fünfmal schneller als es nach der sogenannten Eddington-Grenze maximal möglich sein dürfte.

Mit der Grenze beschreibt die Wissenschaft das Limit für die Anreicherung von Masse. Objekte produzieren nämlich beim Aufnehmen Strahlung, die wiederum Materie absondert. Wenn also mit jeder Aufnahme wieder etwas verlorengeht, ergibt sich eigentlich daraus eine Obergrenze für den Zuwachs. Doch diese Regel scheint hiermit ausgehebelt zu sein. Die Größe könnte sich also aus der enormen Fressgeschwindigkeit ergeben. Warum diese so hoch ist, weiß man gegenwärtig allerdings noch nicht.

Quellen: „A small and vigorous black hole in the early Universe“ (Nature 2024), Space.com

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