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Archäologischer Fund: Forscher entdecken verstörende Kinderzeichnungen in Pompeji

Forscher*innen haben in den Überresten des antiken Pompeji eine Entdeckung gemacht, die erschaudern lässt.

Ruinen eines Forums in Pompeji
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5 ärchäologische Funde, die noch heute Rätsel aufgeben

Einige Überbleibsel der Vergangenheit lassen auch nach tausenden von Jahren noch viele Fragen unbeantwortet.Wir zeigen dir 5 archäologische Funde, die auch heute noch eine Menge Rätsel aufgeben.

Schon seit Jahrtausenden haben Menschen ihre Spuren an den Wänden ihrer Behausungen hinterlassen, davon zeugen schon die Höhlenmalerei in der Steinzeit. Archäolog*innen stehen immer wieder vor zahlreichen Rätseln bei der Betrachtungen dieser historischen Graffitis. Nun hat ein solcher archäologischer Fund aus dem antiken Pompeji schockierende Erkenntnisse über das Leben vor knapp 2.000 Jahren geliefert.

Archäologischer Fund enthüllt brutale Realität

So haben die Forscher*innen an den Wänden eines kleines Diensthofes Kohlezeichnung gefunden, die unter anderem zwei Gladiatoren in Kampf zeigen. Das solche brutalen Kämpfe in Pompeji keine Seltenheit waren, ist schon lange bekannt. Doch die Forscher*innen schockierte vor das Alter der vermeintlichen Urheber*innen der Malereien. Der archäologische Fund zeigt damit, wie beliebt diese Form der gewalttätigen Unterhaltung wirklich bei den Menschen war und wer sich im Publikum der Gefechte befand.

Denn die Archäolog*innen vermuten, dass die Zeichnungen von Kindern im Alter zwischen fünf und sieben Jahren stammen. So heißt in einem Instagrampost auf dem offiziellen Accounts des Archäologischen Parks von Pompeji: „Die Exposition gegenüber extremen Formen von Gewalt, selbst für kleine Kinder zwischen fünf und sieben Jahren, ist nicht nur in unserer Zeit mit dem Aufkommen von Videospielen und sozialen Medien ein Problem. Der Unterschied ist, dass in der Antike das Blut, das auf der Arena vergossen wurde, echt war.“

Daneben zeigt der archäologische Fund auch Zeichnungen jagender Personen. Diese scheinen mit Speeren Wildscheine zu erlegen. All dies deutet darauf hin, dass bereits sehr junge Kinder in der römischen Antike dem Anblick brutaler Gewalt direkt ausgesetzt waren. Das Alter der Zeichner*innen leiten die Forschenden unter anderem aus der niedrigen Höhe ab, an der sie angebracht wurden. Dazu finden sich auf der Wand noch die Umrisse dreier sehr kleiner Hände.

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Zusammenarbeit mit Kinderpsycholog*innen

Um diese Vermutung zu bestätigen und herauszufinden, ob die Kinder die Kämpfe tatsächlich mit ansehen oder nur anhand von Beschreibungen an die Mauer zeichneten, ging das Forschungsteam einen ungewöhnlichen Weg. So ließen sie Expert*innen für Kinderpsychologie von der Universität Neapel Federico II die Malereien untersuchen.

Deren Erkenntnisse über den archäologischen Fund bestätigen die ursprünglichen Annahmen. Gabriel Zuchtriegel, der Direktor des archäologischen Parks von Pompeji, erklärte gegenüber The Guardian: „Zusammen mit Psychologen von Federico II sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Zeichnungen von Gladiatoren und Jägern auf der Grundlage einer direkten Vision und nicht von Bildvorlagen angefertigt wurden. Sie waren wahrscheinlich Zeugen von Kämpfen im Amphitheater und kamen so mit einer extremen Form spektakulärer Gewalt in Kontakt.“

Quelle: Instagram/@pompeii_parco_archeologico, The Guardian

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