Schon in früher Kindheit wurde den meisten von uns erklärt, dass sich Nasebohren nicht gehört. Das liegt in erster Linie an dem Anblick, den wir anderen damit bieten. Immerhin wollen nur die wenigsten sehen, was du dir da aus der Nase ziehst. Man selbst profitiert doch aber davon – zumindest kurzfristig. Auf etwas längere Sicht kann das Popeln auch negative Auswirkungen haben, zeigen Studien.

Popeln riskiert Infektionen 

Während der Corona-Pandemie haben wir sehr eindrücklich gelernt, wofür unsere Hände als Vehikel dienen. Schon vorher wirst du aber gewusst haben, dass es nicht unbedingt zuträglich ist, wenn du dir ins Gesicht fasst, nachdem du dir mit unzähligen Unbekannten einen Griff in der Bahn geteilt hast. Nun, beim Popeln bringst du einen Teil der gefürchteten Bakterien und Keime direkt in deinen Körper. 

Solche Schmierinfektionen kommen etwa Erregern wie Pneumokokken zugute. Diese wiederum gelten weltweit als eine der Hauptursachen für Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Lungenentzündungen und Meningitis. Das geht aus einer 2012 in der Fachzeitschrift Expert Review of Vaccines veröffentlichten Studie zu den Zusammenhängen zwischen Pneumokokken und unterschiedlichen Erkrankungen hervor. 

Eine 2018 im European Respiratory Journal publizierte Forschungsarbeit adressierte außerdem die Übertragungswege der Bakterien. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, “dass eine Kontamination über die Hände und eine Übertragung von Hand zu Nase für die höheren Kolonisierungsraten” verantwortlich sein könnten. 

Oder anders: Popeln erhöht das Risiko einer Pneumokokken-Infektion immens. Wenn du es also schon nicht lassen kannst, solltest du zumindest darauf achten, dass deine Hände beim Nasenbohren stets sauber sind. 

Popel essen gesund für Kinder? 

Mag der Verzehr des “Nasengoldes” bei der einen oder anderen Person den Würgereiz aktivieren, ist er doch nicht so ungesund, wie es scheint. Tatsächlich kann der Snack nach dem Popeln sogar nicht unwesentliche Vorteile für unsere Zähne mit sich bringen. Erica Shapiro Frenkela und Katharina Ribbeck von der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology gingen ebendiesen Vorteilen schon 2015 auf den Grund. 

Im Rahmen einer Studie, die sie in der Zeitschrift Applied and Environmental Microbiology veröffentlichten, stellten die Forscherinnen fest, dass Popel sogenannte Speichel-Mucine enthält. Sie können deine Zähne vor Bakterien wie Pneumokokken schützen, die mitunter Karies verursachen können. Vor allem bei heranwachsenden Kindern könnte dieser Effekt vorteilhaft sein, meint das Duo. 

Quellen: “The fundamental link between pneumococcal carriage and disease” (Expert Review of Vaccines, 2012); “Hands are vehicles for transmission of Streptococcus pneumoniae in novel controlled human infection study” (European Respiratory Journal, 2018); “Salivary Mucins Protect Surfaces from Colonization by Cariogenic Bacteria” (Applied and Environmental Microbiology, 2015) 

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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