Forschende haben bei der Untersuchung mehrerer hundert Produkte festgestellt, dass wasserfestes Makeup sowie andere Kosmetika sogenannte Perfluoralkyl- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFASs) enthalten können. Die Stoffe werden unter anderem mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht.

Krebs durch wasserfestes Makeup? Das besagt die Studie

Der im Juni 2021 in Environmental Science & Technology Letters veröffentlichten Studie zufolge untersuchten die Wissenschaftler*innen 231 Kosmetikprodukte aus den USA und Kanada auf ihr Fluor-Level. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem wasserfestes Makeup wie Mascara, Lipgloss und Foundation die höchsten Werte zeigten. Das wiederum deutet auf die potenziell gefährlichen Substanzen PFAS hin.

Die Chemikalien können über die Haut und den Tränenkanal aufgenommen und absorbiert werden. Im Fall von Lippenstiften erfolgt die Aufnahme auch oft oral, weil Lippenstiftträger*innen innerhalb ihres Lebens gewisse Mengen davon essen.

Das Problem, so Graham Peaslee, Hauptstudienautor und Physikprofessor an der University of Notre Dame, ist die fehlende Regulierung von Chemikalien in Lippenstiften und anderem Makeup und Pflegeprodukten in den USA und Kanada.

„Als Resultat tragen Millionen von Menschen ohne es zu wissen PFAS und andere schädliche Chemikalien in ihren Gesichtern und auf ihrem Körper.“

Graham Peaslee, Physikprofessor an der University of Notre Dame

Mögliche Gesundheitsrisiken durch wasserfestes Makeup mit PFAS

Zu den mit PFAS in Verbindung gebrachten Krankheitserscheinungen gehören erhöhte Cholesterinwerte, Veränderungen der Leberenzyme, hoher Blutdruck und ein erhöhtes Risiko für Nierenkrebs.

Laut Arlene Blum, Co-Autorin der Studie, sind PFAS zudem „nicht nötig für Makeup“. Sie empfiehlt, aufgrund der potenziellen Schäden in jeglichen Produkte darauf zu verzichten.

Die Studie nennt keine explizite Marken oder Produkte, beschreibt die getesteten Exemplare jedoch als „weitverbreitet“ in der Kosmetikindustrie. Dass diese auch in Deutschland erhältlich sind, ist deshalb nicht ausgeschlossen. Unternehmen seien nicht verpflichtet, PFAS unter den Zutaten aufzulisten.

Zumindest in Europa gab es bereits Untersuchungen, in deren Rahmen PFAS im Kosmetika wie wasserfestem Makeup nachgewiesen werden konnte. 2018 beispielsweise ermittelte die dänische Umweltbehörde EPA (Danish Environmental Protection Agency) in jedem dritten von 17 Kosmetikprodukten vergleichsweise hohe Konzentrationen der Substanzen.

Quellen: Environmental Science & Technology Letters: „Fluorinated Compounds in North American Cosmetics“, EurekAlert, Umweltministerium des Königreiches Dänemark

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