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Haarausfall: Experten warnen vor 2 konkreten Gründen – viele sind betroffen, ohne es zu wissen

Nicht immer gibt es nur natürliche Ursachen für den Verlust von Haaren. In manchen Fällen kann auch die übermäßige Einnahme bestimmter Dinge dazu führen.

Mann mit lichtem Haar
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Traummähne dank Haar-Vitaminen? Darauf solltet ihr achten

Für schöne Haare möchten wir nicht nur von außen, sondern auch von innen nachhelfen. Das geht ganz einfach, dank sogenannten Haar-Vitaminen. Die gibt es entweder als Kapselform oder sogar auch als leckere Gummibärchen. Ob's funktioniert und worauf ihr achten solltet? Das zeigen wir euch.

Wer lichter werdende Kopfbewuchs feststellt und gleichzeitig auf Nahrungsergänzung setzt, könnte ein unerwünschtes Problem haben. Eine der zahlreichen Haarausfall-Ursachen ist laut Studien und Expert*innen nämlich die zu hoch dosierte Einnahme des Vitamins A und des Minerals Selen über längere Zeit.

Haarausfall-Ursache: Zu viele Vitamine und Mineralien sind nicht immer gesund

In der Theorie klingt es absurd, denn Vitamine und Mineralien werden eigentlich mit Gesundheit assoziiert. Doch auch hier gilt wie sooft, dass eine zu große Menge nicht immer besser ist, sondern sogar nachteilig wirken kann. In diesem speziellen Fall bedeutet das Haarausfall.

So wirkt Vitamin A

Vitamin A wichtig für unsere Gesundheit. Es hilft beim Aufbau der Haut, stärkt die Sehkraft und schützt deine Zellen vor Oxidation. Dass es gleichzeitig auch zur Ursache für Haarausfall werden kann, ist überraschend, wenn man Folgendes bedenkt:

„Vitamin A wird bei der Behandlung von Haarausfall eingesetzt, um das Haarwachstum zu stimulieren, sowie um kaputtes Haar zu reparieren und die Kopfhaut feucht zu halten.“

Michael May, Medizinischer Direktor und Chirurg (Wimpole Klinik, London)

Tatsächlich ist Vitamin A für Personen mit kreisrundem Haarausfall (Alopecia Areata oder AA) in der Form von Beta-Carotin besonders hilfreich. Das liegt laut May an den entzündungshemmenden Eigenschaften. Aber: Zu viel Vitamin A in Form von Retinol kann umgekehrt zu einer Haarausfall-Ursache werden, so der Mediziner.

Das „Gute“: Die Gefahr der schädlichen Überdosierung betrifft nur Menschen, die das Vitamin als Ergänzung zur normalen Ernährung einnehmen. Die in Lebensmitteln enthaltenen Level sind laut May „zu niedrig, um ernsthaften Schaden anzurichten“.

Wird mehr als die täglich empfohlene Menge eingenommen – May verweist hier auf 10.000 internationale Einheiten anstelle von 4.300 internationalen Einheiten – kann das in einer Vitamin-A-Toxizität, also einem Überschuss, resultieren.

Das passiert mit deinem Haar bei zu viel Vitamin A (Retinol)

Einer Studie aus dem Jahr 2018 zufolge, konnte durch verschiedene Untersuchungen gezeigt werden, dass zu viel Vitamin A zu Haarausfall beitragen kann. Auch wenn die Forschenden ergänzen, dass mehr Analysen nötig sind, um den genauen Zusammenhang umfassend zu ermitteln.

Der Studie zufolge greift das Immunsystem dabei die Haarfolikel an. „Die Einnahme von zu vielen Ergänzungsmitteln der Retinol-Art über längere Zeit führt zu einer Übersteuerung der Haarfolikel“, erklärt auch May. „Das bedeutet, dass dein Haar viel schneller an das Ende seiner Entwicklungsphase gelangt und beginnt, auszufallen.“ Kann der Körper nicht genug Haar nachproduzieren, kommt es zu kahlen Stellen.

Weitere typischen Anzeichen einer Vitamin-A-Toxizität sind die Folgenden:

  • Kopfschmerzen
  • Rötungen
  • Benommenheit
  • Reizbarkeit
  • Abdominalschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Haut schält sich

Forschende empfehlen, Vitamin A bei Überdosierung abzusetzen. Das sollte in der Regel auch dazu führen, dass damit die Haarausfall-Ursache wegfällt und das Haar nachwächst. Die gesunde Menge an Vitamin A erhältst du den Experten zufolge übrigens aus Lebensmitteln wie roten, gelben, orangen und dunkelgrünen Gemüsen sowie Eiern, Leber, angereicherter Milch und Käse.

So wirkt Selen

Ein weiterer Nährstoff, der Haarausfall verursachen kann, ist Selen. „Selen ist ein essenzieller Mineralstoff, der die Schilddrüsenfunktion und die Gesundheit des Immunsystems unterstützt, und eine Überversorgung kann zu Haarausfall führen“, sagt Anastasios Moulios, Gründer von Beardlong, einer Plattform für Bart-Fans.

„Eine übermäßige Selenzufuhr kann zu Haarausfall führen, da sie die Haarfollikel schädigt und die Expression von Haarwachstumsgenen vermindert.“

Hohe Selenkonzentrationen können zu brüchigen Haaren und Nägeln und in extremen Fällen zu Haarausfall führen, fügt Khamis Maiouf, CEO von Book of Barbering, hinzu.

Ähnliches bestätigt auch Prof. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Demnach können Personen, die zu viel Selen einnehmen, Haarausfall und Nagelveränderungen bekommen. Aber auch schwerer Folgen wie Magendarmbeschwerden sowie ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 sind möglich.

Es wird geraten, tägliche Maximalmengen einzuhalten. Für männliche Jugendliche ab 15 Jahren und für Erwachsene beträgt der Referenzwert für die Zufuhr von Selen beispielsweise 70 Mikrogramm pro Tag. Weibliche Jugendliche und Erwachsene sollten nicht mehr als 60 Mikrogramm täglich einnehme.

Eine zusätzliche Zufuhr ist bei gesunden Menschen zudem nicht notwendig. Sie nehmen normalerweise in ausreichendem Maß über Lebensmittel wie Fleisch, Meeresfrüchte, Fisch, Milch- und Getreideprodukte auf.

Quellen: Dermatology and Therapy: „The Role of Vitamins and Minerals in Hair Loss: A Review“, BestLifeOnline, Shefinds, Focus Online

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