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WHO warnt: Klimawandel hat unerwartete Folge – damit hat niemand gerechnet

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sich für eine bessere Erforschung von gleich 19 Erregern aus. Ihre Gefahr wird durch die globale Erwärmung erhöht.

Petrischale mit Keimen
Die WHO warnt vor Pilzerkrankungen. © Getty Images/AndreasReh

Am Dienstag gab die WHO in Genf ihre Sorge über 19 Erreger bekannt. Diese können zu Pilzerkrankungen führen, oft genug auch mit tödlichen Folgen. Unter anderem der Klimawandel trage zur weiteren Verbreitung bei. Dennoch, so die Expert*innen, erhalten sie weiterhin zu wenig Aufmerksamkeit.

WHO warnt vor Pilzerkrankungen

Vor allem aufgrund fehlender Behandlungsmöglichkeiten hält die WHO eine besserer Überwachung von Pilzerkrankungen für nötig. Bislang sei es unbekannt, wie viele Menschen davon betroffen sind. Man müsse an dieser Stelle deshalb aktiv forschen und nicht warten bis Zahlen vorliegen.

Im Fokus steht dabei vor allem der Erreger Candida auris, der verstärkt Patienten in Krankenhäusern befällt und eine hohe Resistenz gegen viele Wirkstoffe aufweist. Entdeckt wurde er erst 2009 in Japan, kommt heute jedoch bereits in über 50 Ländern vor.

„Für die meisten Pilzerreger gibt es keine schnellen und sensitiven Diagnostika, und die vorhandenen sind weltweit weder allgemein verfügbar noch erschwinglich“

WHO

WHO ruft zu mehr Investition in Forschung und Entwicklung auf

Besonders gefährdet durch Pilzerkrankungen sind Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen, Die Infektionen werden dann oft erst spät erkannt, wodurch vorhandene Medikamente nicht mehr richtig anschlagen.

Neben dem Klimawandel begünstigen auch der internationale Handel sowie die Mobilität vieler Menschen die Ausbreitung der Erreger. Um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken, sei es nötig, die bestehende Laborkapazitäten zur Diagnose und Überwachung auszubauen. Ebenso ist der WHO zufolge Aufklärung notwendig, um Infektionen schon im Vorfeld verhindern zu können.

19 Erreger sind besonders gefährlich

Zu den 19 Pilzerregern im Fokus der WHO gehören vier, die besonders dringlich erforscht werden müssten. Dabei handelt es sich um Pathogene, die vor allem für immungeschwächte Patient*innen zur Gefahr werden können.

  • Cryptococcus neoformans: Kann Hirnhautentzündung auslösen.
  • Candida auris: Kann das zentrale Nervensystem, Organe, Knochen und Augen befallen.
  • Aspergillus fumigatus: Kann sich in der Lunge einnisten.
  • Candida albicans: Kann Schleimhäute im Mund, Rachen, Genitalbereich und Darm befallen.

Quellen: dpa

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