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Jeden Tag Ingwer: Ist das schädlich? Studien geben überraschend klare Antwort

Die Knolle ist bekannt dafür, gut für die Gesundheit zu sein. Laut Forschung stimmt das allerdings nicht in jedem Fall.

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Wer es scharf mag und etwas für sein Wohlbefinden tun möchte, kommt in der Regel nicht an der Wurzel vorbei. Nur wenige Pflanzen gelten als so bekömmlich und gesund. Dennoch stellt sich die Frage nach der richtigen Menge, und ob es am Ende sogar schädlich ist, jeden Tag Ingwer zu konsumieren.

Welche Wirkung hat Ingwer?

Die Knollenwurzel stammt ursprünglich aus Südostasien und begegnet uns im Alltag oft als würzige Beilage von Sushi, bei Backwaren oder auch in Süßigkeiten. Längst hat es die Pflanze aber auch in den Haushalt geschafft, zum Beispiel als Teezutat. Und das nicht ohne Grund wie Dr. Roman Huber von Uni-Zentrum Naturheilkunde der Uniklinik Freiburg erklärt:

„(…) die von außen so unscheinbare Wurzel verbirgt in ihrem Inneren (…) eine breite Palette an medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen und ist damit ein in der Naturheilkunde gerne verwendetes Heilmittel.“

Dr. Roman Huber, Uni-Zentrum Naturheilkunde (Uniklinik Freiburg)

Betrachtet man die vielen Eigenschaften, erscheint es förderlich statt schädlich, jeden Tag Ingwer zu zu konsumieren. Die Knolle wirkt entzündungshemmend, aktiviert die Darmtätigkeit und zeigte laut Expert*innen der Uniklinik Freiburg in Laborversuchen sogar ihre Wirksamkeit gegen Viren.

Was passiert, wenn man täglich Ingwer isst oder trinkt?

Wer also täglich auf Ingwer zurückgreift, tut sich zunächst einmal etwas Gutes. Diverse Studien belegen zumindest, dass die regelmäßige Einnahme der Knollenwurzel sehr spezielle und positive Auswirkungen auf den Körper haben kann.

#1 Weniger Kopfschmerzen

Wer häufig unter Kopfschmerzen oder sogar Migräne leidet, könnte Linderung erfahren, wenn sie oder er jeden Tag Ingwer konsumiert. Wie eine Studie aus dem Journal Cephalalgia beispielsweise zeigt, hilft Ingwer-Extrakt in Verbindung mit dem schmerzstillenden Arzneistoff Ketoprofen deutlich besser gegen die Effekte einer Migräne als die Arznei allein.

#2 Erkältungen vermeiden oder mildern

In der aktuellen Grippe- und Erkältungssaison kann es besonders nützlich sein, jeden Tag Ingwer zu sich zu nehmen. Wie eine Untersuchung, die in Jundishapur Journal of Natural Pharmaceutical Products veröffentlicht wurde, ergab, zeigt die Knolle präventive Eigenschaften.

Wer dagegen schon mit einer Erkrankung gestraft ist, soll diese dagegen beispielsweise durch eine Ingwersuppe oder heißes Ingwerwasser lindern können. Das erklärt der Allgemeinmediziner Aditi G. Jha:

„(…) warmes Wasser mit Ingwer versetzt hilft umfangreich dabei, Symptome einer Erkältung zu mildern und jede Infektion durch Einleiten einer Immunreaktion (…) zu bekämpfen.“

Dr. Aditi G. Jha (Allgemeinmediziner)

#3 Krebsvorsorge und Schutz gegen Diabetes

Neben einer Vielzahl an ätherischen Ölen enthält Ingwer sogenannte Gingerole. Diese verleihen ihm nicht nur den fruchtig-scharfen Geschmack, sondern setzen sich auch aus einer beachtlichen Menge an Antioxidantien zusammen. Diese schützen den Körper gegen „freie Radikale“, die unter anderem durch schädliche Einflüsse wie Zigarettenrauch, UV-Strahlung oder Umweltgift entstehen.

Ein Review verschiedener Untersuchungen zum Thema Ingwer und Antioxidantien hat ergeben, dass die gelieferten Gingerole signifikant dabei helfen können, jene freien Radikale zu bekämpfen, die Krebs, Zell- und Gewebeschäden, chronische Entzündung, Diabetes sowie die Alzheimer-Krankheit oder Parkinson verursachen.

Achtung: Zu viel Ingwer am Tag kann schädlich sein

Trotz aller positiven Effekte der Wurzelknolle kann es unter einem Aspekt dennoch schädlich sein, jeden Tag Ingwer zu essen oder zu trinken. Die Menge ist nämlich ausschlaggebend. Wer Expert*innen zufolge (https://www.webmd.com/vitamins-and-supplements/ginger-uses-and-risks) als gesunde Person täglich mehr als fünf Gramm Ingwer zu sich nimmt, muss mit Symptomen wie Magenbeschwerden, Blähungen, Sodbrennen oder Reizungen des Mundraums rechnen.

Menschen mit Vorerkrankungen könnten dagegen ernsthafter betroffen sein, wie es wiederum bei BBC Good Food heißt. Demnach sollten Personen mit einer Historie an Nierensteinen darauf verzichten. Auch bei der Einnahme von Blutverdünnern ist von zu viel Ingwer abzuraten. Dieser kann das Blut zusätzlich verdünnen und das Risiko für Blutergüsse und Blutungen erhöhen.

Quellen: International Journal of Preventive Medicine: Uniklinik Freiburg, „Anti-Oxidative and Anti-Inflammatory Effects of Ginger in Health and Physical Activity: Review of Current Evidence“ (2013), Cephalalgia: „Double-blind placebo-controlled randomized clinical trial of ginger ( Zingiber officinale Rosc.) addition in migraine acute treatment“ (2018), Jundishapur Journal of Natural Pharmaceutical Products: „Ginger From Ancient Times to the New Outlook“ (2015), Eat This, Not That!, WebMD, BBC Good Food

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