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Kiffen: Studie enthüllt gefährliche Nebenwirkung – „wir waren überrascht“

Der Konsum von Cannabis kann fatale Auswirkungen auf die Psyche haben. Langfristig kann er Depressionen und Suizidgedanken wecken.

Person baut einen Joint
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Wie beim Bier: «Reinheitsgebot» auch für Cannabis?

Für den Fall einer Legalisierung von Cannabis hat der Branchenverband Cannabiswirtschaft einen Vorschlag vorgelegt. Es soll ein «Reinheitsgebot» geben - genauso wie beim Bier.

Eine neue Studie der Columbia University hat signifikante Zusammenhänge zwischen dem Freizeit-Cannabiskonsum von Jugendlichen und der Entwicklung schwerer psychischer Probleme wie Depressionen und Selbstmordgefährdung aufgedeckt. Die Untersuchung, die im JAMA Network Open veröffentlicht wurde, zeigt, dass Jugendliche, die kiffen, zwei- bis viermal häufiger von diesen Problemen betroffen sind als ihre nicht konsumierenden Altersgenossen.

Macht kiffen depressiv? Studie hat die Antwort

Selbst ein gelegentlicher Cannabiskonsum kann zu problematischen Verhaltensweisen führen, wie etwa zu einer Verschlechterung der schulischen Leistungen, zu Schulabwesenheit und zu rechtlichen Komplikationen. Dadurch könnten die langfristige Entwicklung und die persönliche Entfaltung der Jugendlichen beeinträchtigt werden.

Der Hauptautor der Studie, Dr. Ryan Sultan, hob die alarmierenden Ergebnisse über den gelegentlichen Cannabiskonsum hervor. Dabei handelt es sich um eine Gewohnheit, die von Jugendlichen, Eltern und Pädagogen oft als harmlos angesehen wird. „Wir waren überrascht zu sehen, dass der Cannabiskonsum so stark mit negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und das Leben von Jugendlichen verbunden war, die nicht die Kriterien für eine Substanzkonsumstörung erfüllten“, betonte Sultan.

Das Forschungsteam fand starke Zusammenhänge zwischen unkontrolliertem Cannabiskonsum und nachteiligen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und das Leben von Teenagern. Die Studie ist ein wichtiger Schritt bei der Feststellung, dass es eindeutige nachteilige Auswirkungen auf Jugendliche hat, zu kiffen.

Verstärkt „die depressiven und suizidalen Symptome“

Daten aus der National Survey on Drug Use and Health, an der etwa 70.000 Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren teilnahmen, ergaben, dass einer von zehn amerikanischen Teenagern gelegentlich Cannabis konsumiert. Etwa 600.000 Jugendliche erfüllen die Kriterien für eine Cannabisabhängigkeit. Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit, dass nicht gestörte Cannabiskonsument*innen nachteilige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und Verhaltensprobleme hatten, zwei bis 2,5-mal höher als bei Jugendlichen, die auf Cannabis verzichteten.

Kiffen wurde SciTechDaily zufolge schon früher mit einer veränderten Entwicklung der Großhirnrinde in Verbindung gebracht, dem Zentrum des Gehirns für logisches Denken und exekutive Funktionen. Diese Auswirkung ist besonders problematisch für Jugendliche, deren Gehirn sich noch in der Reifung befindet, was zu kognitiven Herausforderungen wie Schwierigkeiten bei der Problemlösung und beim Gedächtnis sowie zu einem erhöhten Risiko einer langfristigen Abhängigkeit führt.

„Die Exposition des sich entwickelnden Gehirns gegenüber abhängigkeitserzeugenden Substanzen scheint das Gehirn darauf vorzubereiten, später im Leben anfälliger für andere Formen der Abhängigkeit zu sein“, bestätigt Frances R. Levin, die Kennedy-Leavy-Professorin für Psychiatrie an der Columbia University. „Depressionen oder Suizidalität können Jugendliche dazu bringen, Cannabis zu konsumieren, um ihr Leiden zu lindern. Gleichzeitig verschlimmert der Cannabiskonsum wahrscheinlich die depressiven und suizidalen Symptome.“

Quelle: „Nondisordered Cannabis Use Among US Adolescents“ (JAMA Network, 2023); SciTechDaily

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