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Masern: Plötzlicher Anstieg um das 45-Fache in Europa – das steckt dahinter

Impfungen sei Dank gelten Masern eigentlich als leicht in Schach zu halten. Doch seit einiger Zeit beobachten Experten einen rapiden Anstieg an Infektionen.

Grafische Darstellung einer Person mit Masern.
© freshidea - stock.adobe.com

Bewegungsmangel macht krank! WHO-Bericht zeigt, um Deutsche steht es schlecht

Vielen ist es nicht bewusst, doch ein Risikofaktor für die Gesundheit ist Bewegungsmangel. Der aktuelle WHO-Bericht zeigt, dass es um die Gesundheit der Deutschen besonders schlecht steht.

Die Gruppe der sogenannten Kinderkrankheiten umfasst bekanntlich unter anderem die Masern. Gegen diese impft man in vielen Ländern Kinder recht frühzeitig, so auch in Deutschland. Und dadurch gelten sie eigentlich als so gut wie vollständig ausgerottet, zumindest in unseren Breitengraden. Doch ungewöhnlicherweise ist die Krankheit wieder auf dem Vormarsch.

Masern: Rasante Zunahme an Fällen

Im Vergleich zu anderen viel stärker verbreiteten Krankheiten wirken die absoluten Zahlen zu Masern noch nicht sehr besorgniserregend. Wie die BBC berichtet, registrierte die World Health Organization (WHO) 2023 circa 42.200 neue Fälle allein in Europa. Wenn man bedenkt, dass andere gesundheitliche Probleme viele Millionen Menschen betreffen, scheint das noch kein allzu großes Problem darzustellen.

Doch der Schein trügt, denn der Trend zeigt dramatisch nach oben: So stellen die 42.200 Infektionen nämlich eine Zunahme um das 45-Fache im Vergleich zum Vorjahr dar. 2022 waren es noch 941. Zudem darf man nicht vergessen, dass die Zahl weltweit höher liegen dürfte. In Südostasien, Australien, Indien und Pakistan wurden ebenfalls neue Ausbrüche gemeldet.

Auch gut zu wissen: Wir sind täglich und beinahe überall von Krankheitserregern umgeben – und mitunter kann ein neuer seinen Weg nach Deutschland finden. So konnte man erst Ende 2023 das Borna-Virus hierzulande nachweisen. Es ist sehr tödlich.

Ein Wettlauf mit der Zeit

Die Lage ist dem Bericht zufolge besonders im Vereinigten Königreich schlimm. Allein dort gab es einen 30-fachen Anstieg an Infektionen, die zu fast 21.000 Einlieferungen ins Krankenhaus führten und sogar fünf Toten, die mit Masern im Zusammenhang stehen. Insgesamt sollen 3,4 Millionen Kinder unter 16 Jahren nicht ausreichend geschützt sein. Nur 85 Prozent der Kinder, die mit der Schule anfingen, hatten zu dem Zeitpunkt zwei Impfdosen erhalten.

Grundsätzlich sind Impfungen das beste Mittel gegen Masern. Doch die Impfraten waren in den letzten Jahren deutlich geringer, was unter anderem an der Coronapandemie gelegen hat. Deswegen werden Eltern dazu aufgerufen, die Impfungen ihrer Kinder sicherzustellen. Andernfalls droht eine neue Pandemie, zumal zuletzt coronabedingte Einschränkungen bei Kontakten oder beim Reisen weitestgehend gefallen sind. Dadurch könnte es auch zu Ausbrüchen kommen in Ländern, die die Krankheit eigentlich besiegt haben. Deswegen sollten im Idealfall 95 Prozent aller Menschen in jeder Gesellschaft geimpft sein.

Diese Gefahren drohen bei Masern

Masern sind eine äußerst ansteckende Krankheit, die durch das Masernvirus verursacht wird. Primär betrifft sie Kinder, jedoch können auch Jugendliche und Erwachsene davon infiziert sein. Bei letzteren Gruppen kann der Krankheitsverlauf besonders schwerwiegend werden und lebensbedrohliche Komplikationen wie Hirn- und Lungenentzündungen verursachen.

Die Impfung bietet Schutz vor der Infektion, für die es jedoch keine spezifische Therapie gibt. Typische Symptome umfassen rote Hautflecken, Fieber und eine generelle Beeinträchtigung des Immunsystems.

Quelle: BBC, eigene Recherche

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