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Bahnbrechende NASA-Erfindung soll endlich Leben im All finden

Bei der NASA tüftelt man aktuell an einem neuen Rover. Durch seine einzigartige Bauweise soll er endlich Leben auf anderen Planeten finden.

NASA Flagge an Fahnenmast
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Fermi-Paradoxon: Wo sind die Aliens?

Sind wir Menschen im All wirklich allein? Immer wieder diskutiert die Wissenschaft über die Frage, ob es außerirdisches Leben im Universum gibt. Das Fermi-Paradoxon will die Frage beantworten, warum wir allein sein könnten.

Wenn es um neue Erfindungen bei der NASA geht, steht in der Regel das Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtbehörde im Rampenlicht. So auch bei diesem Vorhaben: Die Ingenieurinnen und Ingenieure basteln aktuell an einem schlangenähnlichen Roboter. Später soll er auf mehreren Planeten und Monden nach Zeichen von Leben suchen können.

NASA baut Schlangenroboter

Der Vorteil dieser besonderen Form ist vor allem die Wendigkeit des Geräts. Anders als der NASA-Rover Perseverance, der seine diversen Instrumente auf Rädern mit sich trägt, kann der Schlangen-Roboter sogar weit unter die Oberfläche dringen. Einsatzziel des sogenannten Exobiology Extant Life Surveyor (EELS) sind eines Tages die eisigen Schlote des Saturnmondes Enceladus.

Zuvor will man EELS allerdings auf der Erde testen. Hier gibt es auch einige schwer zugängliche Orte, die für die Planetenforschung von Bedeutung sind. Ein wendiger Roboter ist daher das Mittel der Wahl. Damit er zuvor die langen Strecken autonom reisen kann, bekommt EELS Räder. Diese soll er dann jedoch auch selbst entfernen können, damit das NASA-Instrument in der kleinstmöglichen Form unter die Erde vordringen kann.

EELS wird wahrer Alleskönner

Der NASA-Mitarbeiter Matthew Robinson ist eng mit dem Vorhaben verzahnt. Als Projektmanager sorgt er dafür, dass die Vision von EELS Wirklichkeit wird. Man setzt sich bei der US-Raumfahrtbehörde hohe Ziele, wie aus seinem Statement hervorgeht:

„Es ist in der Lage, an Orte zu gelangen, an die andere Roboter nicht gelangen können. Obwohl einige Roboter in bestimmten Geländearten besser sind, besteht die Idee von EELS in der Fähigkeit, alles zu können.“

Matthew Robinson, EELS-Projektmanager

Doch nicht nur in Sachen Hardware soll EELS einzigartig werden. Bei der Software scheint man an den Einsatz künstlicher Intelligenz zu denken, wie aus den nächsten Worten von Robinson hervorgeht:

„Wenn Sie an Orte gehen, von denen Sie nicht wissen, was Sie erwartet, möchten Sie einen vielseitigen, risikobewussten Roboter schicken, der auf Unsicherheiten vorbereitet ist – und selbstständig Entscheidungen treffen kann“

Matthew Robinson, EELS-Projektmanager

Diese Eigenschaft für EELS ist von besonderer Bedeutung. Durch die Entfernung zwischen anderen Planeten und der Erde können die Steuernden keine Echtzeitbefehle an den Schlangen-Roboter geben. Mithilfe von 3D-Mapping und Navigationsalgorithmen soll sich EELS dann selbst bewegen können.

Tests haben bereits begonnen

Die Grundidee für EELS besteht seit einiger Zeit. 2019 stellte man in NASA-Kreisen dann den ersten Prototypen vor. Seitdem tüftelt man unermüdlich an dem Roboter und führt Stand jetzt monatliche Feldtests mit dem Gerät durch. Unter den Testgebieten befindet sich etwa das staubig-felsige Mars Yard des NASA Jet Propulsion Laboratory, aber auch die schneebedeckten Berge Südkaliforniens dienen als Prüfung.

Das Gefährt wiegt dabei 100 Kilogramm und ist ganze vier Meter lang – das entspricht der Länge eines Kleinwagens. EELS ist aus zehn identischen Segmenten zusammengesetzt, die sich allesamt flexibel drehen und wenden lassen. Um diese Beweglichkeit zu gewährleisten musste viel getestet werden. Erst nutzte man Kunststoffschrauben aus dem 3D-Drucker, die sich auf lockerem Gelände bewährt haben. Doch nur mit Metallschrauben wäre der NASA-Roboter für das Graben im Eis, wie etwa auf dem Saturnmond Enceladus, tauglich.

In finaler Form soll die NASA-Erfindung dann über 48 Aktuatoren – also kleine Mini-Motoren – verfügen, die ihm seine Beweglichkeit ermöglichen. So soll sich EELS dann auch in rutschigen Gängen festhalten oder gar „klettern“ können. Ein großer Test im September auf eisigem Gelände soll das dann demonstrieren können.

Quelle: NASA Jet Propulsion Laboratory

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