Wenn du die Google-App auf dem Handy hast, kannst du dort unter anderem deinen Standortverlauf einsehen. Damit ließe sich in den falschen Händen jedoch auch ein ausführliches Bewegungsprofil von dir erstellen. Das Gerichtsurteil zu Abtreibungen in den USA veranlasste den Konzern daher nun dazu, gewisse sensible Daten von dir zu löschen, darunter nicht nur Abtreibungskliniken.

Google entfernt sensible Standorte in 6 Fällen

Der Suchmaschinenkonzern erklärt auf seinem Blog, dass künftig Nutzer*innen-Daten, die die Gesundheit betreffen, nicht mehr im Standortverlauf einsehbar sein werden. Der Standortverlauf von Google ist von Hause aus deaktiviert. Wenn du ihn jedoch aktiviert hast, sammelt er all deine Bewegungsdaten zu jeder Zeit an jedem Tag. Du hast schon jetzt die Möglichkeit Einträge händisch zu löschen oder den ganzen Standortverlauf zu leeren.

Allerdings geht Google nun einen Schritt weiter. So werden folgende Standorte künftig automatisch gelöscht:

  1. Abtreibungskliniken
  2. Unterkünfte für Opfer häuslicher Gewalt
  3. Suchtberatungsstellen
  4. Fruchtbarkeitszentren
  5. Praxen für Schönheitsoperationen
  6. Gewichtsverlustkliniken

Dieses Feature wird in den kommenden Wochen für alle Geräte (Android, iOS) ausgerollt. Willst du ganz sicher sein, verraten wir dir, wie du dir den Google Standortverlauf anzeigen lassen kannst und Einträge entfernst.

Ob das Feature priorisiert in den USA veröffentlicht und erst später für die Google-App in Europa freigeschaltet wird, ist aktuell unklar, aber realistisch. Google muss für diesen Fall erst alle Daten solcher medizinischen Standorte zuordnen, um die automatisierte Lösung zu entwickeln.

Neues Gesetz in den USA zu Abtreibungen

Hintergrund dieser Entscheidung ist das neue Abtreibungsgesetz in den USA. Ausgehend von einem Rechtsstreit in Mississippi wurde der historische Präzedenzfall Roe v. Wade, der seit 1973 das Recht auf Abtreibungen im gesamten Land als fundamental einstufte, als überstimmt erklärt.

In der Folge kann nun jeder Bundesstaat selbst entscheiden, ob man Abtreibungen erlauben oder als illegal einstufen möchte. Gerade in konservativ geprägten Teilen der USA fürchtete man daher, dass insbesondere Google für die Strafverfolgung genutzt werden könnte. Mit dem neuen Feature stellt sich der Suchmaschinenkonzern dem entgegen.

Quelle: Supreme Court, Google

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