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Hack dein iPhone: 7 witzige Tricks, die dir ein Jailbreak ermöglicht

Ein iPhone-Jailbreak ist nicht kompliziert. Aber lohnt er sich?
Ein iPhone-Jailbreak ist nicht kompliziert. Aber lohnt er sich?
Foto: Pexels
Du willst dich von den iOS-Nutzungsbeschränkungen befreien und witzige Funktionen freischalten? Dann ist ein Jailbreak genau das Richtige für dich.

Jailbreak, also ein Gefängnisausbruch, klingt in Verbindung mit technischen Geräten wie Smartphones und Tablets zunächst etwas irreführend. Der Begriff bezieht sich tatsächlich auch ausschließlich auf Geräte von Apple, geht es um Android spricht man nämlich wiederum vom Rooten. Wozu ein iPhone-Jailbreak genutzt werden kann, wie es geht, das Smartphone zu "befreien", und ob es sich wirklich lohnt, erfährst du hier.

Was ist ein iPhone-Jailbreak überhaupt?

Apples Betriebssystem iOS ist ein geschlossenes System, das 2007 mit dem Erscheinen des ersten iPhones noch einen entscheidenden Nachteil hatte: Es gab keinen separaten App-Store. Einzig SMS, Telefonie, Browser und E-Mail standen zur Verfügung. Dazu war das Gerät an einen Provider gebunden. Um das iPhone personalisieren oder zusätzliche Funktionen und Anwendungen Dritter nutzen zu können, musste iOS aufgebrochen beziehungsweise befreit werden.

Funktion des Jailbreaks:

Wie beim Rooten von Android-Geräten befähigt dich ein iPhone-Jailbreak zu vollem Zugriff auf das Datei-System und damit zu Root-Rechten. Diese erlauben die Installation von Apps, die nicht durch Apple autorisiert wurden. Um dies zu tun, ist allerdings auch spezielle Software notwendig, wie Cydia, ein Drittanbieter-App-Store, der auch als Jailbreak-App-Store bekannt ist.

Ist ein iPhone-Jailbreak legal?

Die gute Nachricht: Nach deutschem Recht ist ein iPhone-Jailbreak völlig legal. Denn das einzige, was du tust, ist dir auf einem gekauften Gerät tieferen Zugang zu verschaffen. Dagegen kann niemand etwas sagen.

Doch Vorsicht: Der Download einiger Anwendungen liegt schon wieder im rechtlichen Graubereich. Dazu zählen jene Apps, die normalerweise eigentlich Geld kosten, die du über Cydia aber beispielsweise umsonst bekommst. In diesen Fällen liegt eine Urheberrechtsverletzung vor.

Jailbreak-Arten:

Jailbreaks, die du übrigens auch an iPads oder anderen Apple-Geräten mit iOS vornehmen kannst, kommen in zwei Arten daher: "tethered" und "untethered".

  • Tethered Jailbreak: Bei jedem Neustart des Gerätes ist eine Starthilfe in Form eines Jailbreak-Programms auf dem Rechner notwendig. Das bedeutet, du musst das iPhone erst mit dem PC oder Mac verbinden und kannst es dann über die Software aktivieren, sollte es vorher aus gewesen oder abgestürzt sein.
  • Untethered Jailbreak: Diese Art funktioniert ganz ohne Hilfe und kann direkt auf dem iPhone durchgeführt werden.

iPhone-Jailbreak für Einsteiger: So funktioniert es

Es gibt immer drei Schritte, in denen ein iPhone-Jailbreak erfolgt.

  1. Apple veröffentlicht eine neue Version von iOS zur Installation, wie jüngst iOS 12.
  2. Hacker suchen darin nach ungeschlossenen Sicherheitslücken, die es ihnen ermöglichen, einen eigenen Code einzuschleusen.
  3. Mittels eines Tools oder einer speziellen Webseite werden die Lücken schließlich ausgenutzt.

Für Einsteiger eignet sich dabei am besten ein Tethered Jailbreak, du benötigst zuvor natürlich das entsprechende Jailbreak-Tool. Bekannt sind beispielsweise Electra, Pangu, evasi0n, Absinthe und redsn0w.

  • Schließe dein iPhone an den PC oder Mac an.
  • Das Jailbreak-Tool wird auf dem Rechner gestartet.
  • Versetze dein iPhone in den sogenannten Wartungsmodus (DFU). Das stört das Gerät beim Boot-Vorgang, weil dieser vorzeitig abgebrochen wird. Du erhälst einen tieferen Zugriff auf das System.
  • Das Jailbreak-Tool entsperrt nun dein iPhone mit einer modifizierten Firmware und installiert gleichzeitig den Cydia-App-Store.
  • Danach startet das Gerät neu und unterscheidet sich bis auf Cydia und den tieferen Systemzugang nicht von einem gewöhnlichen Apple-Smartphone.
  • Nach dem iPhone-Jailbreak liegt das Betriebssystem offen und kann verändert werden.

Hast du einen iPhone-Jailbreak durchgeführt, solltest du dein Smartphone übrigens möglichst nicht mehr updaten. Denn besteht eine Lücke, die Jailbreaken möglich macht, wird diese unter Garantie mit der nächsten iOS-Aktualisierung durch Apple gestopft. Das heißt, der Jailbreak wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder entfernt.

Witzige Tricks dank iPhone-Jailbreak

Was genau macht man nun mit dem iPhone-Jailbreak? Im Prinzip stehen dir jetzt einige Möglichkeiten offen, neue Funktionen freizuschalten. Die folgenden sogenannten "Jailbreak-Tweaks" gehören zu jenen, die keine Kernfunktionen verändern und schnell verfügbar sind, weswegen sie sich zum Einstieg gut eignen.

Beachte: Es handelt sich um sehr spezifische Tweaks für den iOS 11 Electra-Jailbreak (Jailbreak mit dem Electra-Tool). Hast du bereits auf iOS 12 aktualisiert, kannst du dein Smartphone noch mit einem Downgrade auf iOS 11 zurücksetzen. Du bekommst sie über den Cydia-Store.

#1: Anemone

Das Tool Anemone ist dazu gedacht, deinen Screen mit individuellen Themes zu gestalten, die eben nicht an den typischen iPhone-Stil erinnern. Dadurch erhält dein Smartphone einen völlig neuen und ungewohnten Look.

#2: BetterPowerDown

iPhones unterstützen wie iPads und iPods keinen Reboot mit einem Handgriff. Durch BetterPowerDown ändert sich das. Der Jailbreak-Tweak erlaubt dir, dein Gerät mit nur einem Swipe zu rebooten, auszuschalten oder einen "Respring" durchzuführen. Dadurch wird das sogenannte SpringBoard neugestartet, was dich zum Sperrbildschirm zurückführt.

#3: Zeppelin

Dieser witzige Tweak erlaubt dir, die Anzeige in deiner Statusleiste abzuändern. Dort, wo links sonst beispielsweise "WLAN" oder der Name deines Providers steht, kannst du mit Zeppelin ein Icon deiner Wahl platzieren. Zum Beispiel das Batman-Logo.

Video: Jailbreak-Tweak (iOS 9.3.3 Jailbreak)

#4: Chrysalis

Dieser Tweak verändert den App Switcher, der durch 3D Touch aktiviert wird. Anstelle von ganzen App-Fenstern führt Chrysalis zur Anzeige zahlreicher App-Icons, die im Hintergrund laufen. Auf diese Weise kannst du per 3D Touch auf jede App zugreifen, die du aufrufen möchtest.

#5: Cylinder

Etwas für Verspielte. Cylinder sorgt für Scroll-Animationen in der App-Icon-Ansicht. Anstatt des gewöhnlichen Swipens zum Wechseln auf den nächsten Screen, kannst du durch unterschiedliche Bewegungsabläufe von einer Ansicht zur nächste übergehen.

Video: Jailbreak-Tweak Cylinder

#6: ColorBanners 2

Dieser Tweak sorgt für gute Laune, denn er haucht allen Benachrichtigungsbannern durch Farbe neues Leben ein. Je nachdem wie das Icon der zugehörigen App gefärbt ist, wird das Banner in diesen Ton getaucht. Viele Benachrichtigungen bedeuten also viele verschiedene Farben auf deinem Screen.

#7: MapsOpener

Für alle, die mit der Qualität von Apple Maps unzufrieden sind, ist MapsOpener genau das Richtige. Der Tweak erlaubt es dir, Google Maps als Standardoption einzustellen und ohne großen Aufwand auf Apple Maps zu verzichten.

Welche Risiken birgt ein iPhone-Jailbreak?

Die Frage, ob sich ein iPhone-Jailbreak wirklich lohnt, kann nicht eindeutig mit Ja beantwortet werden. Es gibt natürlich gewisse Vorteile, da du dein Smartphone individueller gestalten und neue Funktionen und Apps hinzufügen kannst. Damit hast du alle Freiheiten, die sich ein Apple-User wahrscheinlich nur wünschen kann.

Auf der anderen Seite setzt du dich und dein Gerät damit erhöhten Sicherheitsrisiken aus, da Drittanbieter-Apps zum Beispiel nie den Anforderungen entsprechen, die Apple für im App Store erhältliche Anwendungen voraussetzt. Es gibt aber auch andere Gefahren.

Probleme und Gefahren von Jailbreaks

  • Viren: Sich über Cydia einen Virus einzufangen, ist relativ wahrscheinlich. Die dortigen Apps werden von niemandem geprüft und bergen daher zahlreiche Risiken. Am sichersten, wenn auch ohne Garantie, bist du, wenn du dich an Apps hälst, die von entsprechend vielen Usern geladen wurden.
  • Systemstabilität: iPhone-Jailbreaks führen oft genug zu Abstürzen. Werden nämlich zu viele Cydia-Apps installiert, verlangsamt dies dein System deutlich. Zumeist zeigen diese Anwendungen auch eine schlechtere Performance und benötigen überdurchschnittlich viel Speicherplatz.
  • Fake-Angebote: Schwarze Schafe gibt es überall, auch unter Jailbreak-Anbietern. Oft genug dient ein bereitgestelltes Jailbreak-Tool ausschließlich dem Zweck, Schadsoftware einzuschleusen. So absurd es klingt: Du solltest Jailbreak-Software nur aus sicheren Quellen herunterladen.
  • Garantie-Verlust: Wie auch beim Rooten eines Android-Gerätes führt ein iPhone-Jailbreak natürlich zum Verlust der Hersteller-Garantie. Allerdings kannst du iOS im Garantiefall über iTunes auch ganz normal wieder aufspielen. Nur, wenn sich dein iPhone nicht mehr starten lässt, funktioniert das nicht und du musst die Reparaturkosten selbst tragen.

Abgesehen von Sicherheitsrisiken könnte sich ein iPhone-Jailbreak aber schon allein aus einem Grund als sinnlos herausstellen: Anders als noch 2007 verfügt Apple inzwischen über seinen eigenen App-Store. Der ursprünglichen Intention, dem Smartphone mehr Funktionen zu verleihen, kann daher auf ganz normalen Wege nachgekommen werden.

Auch die Jailbreak-Szene ist heute gespalten

Glaubt man Experten, ist die Ära des iPhone-Jailbreaks sowieso vorbei. Dass es nach jeder neuen iOS-Veröffentlichung immer länger dauert, bis entsprechende Jailbreaks verfügbar sind, deute nämlich einerseits darauf hin, dass Apples Betriebssoftware immer besser wird. Auf der anderen Seite könne dies auch einfach eine gesunkene Nachfrage bedeuten.

Auch zahlreiche Mitbegründer der Jailbreak-Szene zeigen sich wenig zufrieden mit den Entwicklungen. Vor allem die Community beziehungsweise penetrante Anfragen und ungeduldige Nutzer führten dazu, dass sich immer mehr Entwickler aus der Szene verabschiedeten.

Trotzdem gibt es auch positive Stimmen. So berichtete MacLife, dass Hacker selbst vor dem offiziellen Release von Apples iOS 12 einem Jailbreak dafür zuversichtlich entgegenblickten. Nachdem es einige Jahre eher ruhiger um die Szene gewesen sei, hätte sie in den letzten Monaten wieder an Fahrt aufgenommen.

Fazit: Jailbreaken geht, ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage

Wenn du einen iPhone-Jailbreak vornehmen willst, stehen dir alle Möglichkeiten zur Verfügung. Mittlerweile gibt es einen tatsächlich einen aktuellen Jailbreak für iOS 12, entsprechende Tools für verschiedene iOS 11-Versionen stehen online ebenso bereit.

Die Frage, die sich stellt: Hat ein iPhone-Jailbreak heute noch einen Mehrwert? Tatsächlich ist Apple den dafür nötigen Sicherheitslücken immer besser auf der Spur und auch aktuelle iOS-Updates können einen ausgeführten Jailbreak schnell wieder entfernen. Die Mühe lohnt sich daher am Ende vielleicht nur bedingt.

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