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Asteroideneinschlag auf der Erde? So kommen NASA und Co. der Gefahr für die Erde auf die Schliche

NASA, ESA und Co. beobachten ständig vor allem erdnahe Objekte aus dem All. Ob ein möglicher Asteroideneinschlag auf der Erde bevorsteht, können sie immer genauer abschätzen. Wir zeigen, wie sie das machen.

Der

Asteroid

2006QV89 wird die Erde nicht treffen. Diese gute Nachricht verkündete die ESA am Dienstag, nachdem Astronomen seit vielen Jahren alarmiert waren. Sie hatten die Chance, dass der Gesteinsbrocken mit einem Durchmesser von 50 Meter auf die Erde trifft, mit 1:7.299 berechnet. Doch wie werden

Asteroiden

mit Einschlags-Gefahr und ohne überhaupt entdeckt

und wie findet man heraus, welche Gefahr sie für die Erde und die Menschheit darstellen? Wir sind diesen Fragen nachgegangen.

Gefährliche Asteroideneinschläge: So machen NASA und Co. sie ausfindig

Asteroiden

werden heute weitgehend automatisch entdeckt“, meint

Arnold Hanslmeier

, Astrophysiker an der Karl-Franzens-Univerität Graz und Buchautor („Kosmische Katastrophen“). „Robotische Teleskope tasten den Himmel ab und Programme vergleichen die Aufnahmen, die im Lauf der Zeit gemacht wurden. Wenn sich ein Objekt weiterbewegt hat, ist das ein starker Hinweis auf einen

Asteroiden

.“ Für diese Art von Beobachtung seien keine großen Teleskope notwendig, meint

Hanslmeier

. Große Sternwarten werden nur selten für die Suche nach

Asteroiden

(einschlägen) und anderen Objekten in Erdnähe (Near Earth Objects) verwendet.

Durchgeführt werden Asteroiden-Scans meist von den großen Raumfahrtagenturen, wie

NASA

oder

ESA

. Ihre Ergebnisse werden an das Minor Planet Center, eine in den

USA

angesiedelte internationale Sammelstelle, weitergeleitet. Das Minor Planet Center ist dafür zuständig, die Position von allen kleineren Objekte im Sonnensystem zu protokollieren. Wie ein Zähler auf der Webseite der Institution zeigt, sind knapp 800.000 sogenannte Kleinplaneten bekannt. Unter diese Definition fallen alle Objekte, die nicht als Planet oder Komet (aus Eis, auch Schweifsterne genannt) gelten.

Auch Privatpersonen entdecken Asteroiden

Asteroiden

werden aber nicht nur von staatlichen Forschungsinstitutionen entdeckt, auch Privatpersonen können darauf stoßen, erklärt Astrophysikerin

Elke Pilat-Lohinger

von der

Universität Wien

: „Sie bewegen sich schnell und machen sich als Lichtspur auf Fotoplatten oder Bildsensoren bemerkbar.“ Internationale Programme zur Entdeckung von

Asteroiden

erhielten laut der Forscherin ab 1994 einen großen Schub. Ausschlaggebend dafür war der Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter. „Da hat man gemerkt, dass solche Einschläge auch die Erde betreffen können.“

Was, wenn ein Asteroid entdeckt wird?

Wird ein neuer

Asteroid

entdeckt, versuchen Astronomen die Bahn des Himmelskörpers zu beobachten. „Man braucht mindestens drei Beobachtungen, um die Bahn gut berechnen zu können“, meint

Arnold Hanslmeier

. Möglichst genaue Kenntnis über die Flugbahn des

Asteroiden

sei maßgeblich, um das Risiko eines Zusammenpralls mit der Erde abschätzen zu können.

Eine genaue Vorhersage der Flugbahn ist schwierig. „Ein

Asteroid

ist ein relativ kleiner Körper und dieser wird gestört durch alle anderen Körper im Sonensystem. Dadurch wird die Bahn verändert“, erklärt

Pilat-Lohinger

. Durch die Anziehungskräfte von Sonne und Planeten können

Asteroiden

etwa stark abgelenkt werden.

„Richtig schwierig ist aber die Berechnung der Flugbahn von Kometen“, sagt

Hanslmeier

. „Die verlieren während ihres Fluges an Masse, das macht Prognosen problematisch.“ Generell gilt: Je länger man ein Objekt beobachten kann, desto genauer wird die Flugbahnberechnung. Im Falle von 2006QV89 hatten die Forscher nur zehn Tage lang im Jahr 2006 Zeit, um die Flugbahn vorherzusagen.

Danach sah man von dem

Asteroiden

nichts mehr. Dass der

Asteroid

die Erde verfehlen wird, weiß man nur durch das Ausschlussprinzip. Die

ESA

richtete ihr riesiges Very Large Telescope auf eine Region am Himmel, in welcher der

Asteroid

auftauchen müsste, wenn er exakt Richtung Erde unterwegs wäre. Er erschien dort aber nicht.

Unangenehme Überraschung

Trotz der intensiven Beobachtung des Himmels kommt es immer wieder dazu, dass

Asteroiden

nicht entdeckt werden. Bestes Beispiel dafür ist jener Meteor (so nennt sich ein

Asteroid

, wenn er auf die Erde stürzt), der am 15. Februar 2013 nahe der russischen Stadt Tscheljabinsk am Himmel explodierte. Das Objekt mit rund 20 Meter Durchmesser hatte sich quasi bis zur Erde durchgeschummelt und war allen Teleskopen entgangen.

Obwohl die Explosion großen Sachschaden anrichtete und Hunderte Menschen durch zersplitterte Fensterscheiben verletzt wurden, kam niemand dabei ums Leben. Astronomen gehen mittlerweile davon aus, dass es sich bei dem Objekt um ein Bruchstück eines anderen, bekannten

Asteroiden

gehandelt hat, der als ungefährlich eingestuft worden war.

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Wie erkennt man, welche Asteroiden gefährlich sind?

Die Gefährlichkeit von

Asteroiden

wird der generellen Öffentlichkeit meist mit der so genannten Turin-Skala vermittelt. Sie reicht von 0 (völlig ungefährlich) bis 10 (Auslöschung der Menschheit droht), wobei beobachtete

Asteroiden

selten über Stufe 1 hinauskommen. Forscher verwenden meist die Palermo-Skala, bei der lediglich die Einschlagswahrscheinlichkeit eines Objektes auf der Erde dargestellt wird, nicht die Auswirkungen eines solchen Einschlags.

Einschläge von der Größe des Tscheljabinsk-Meteors kommen laut

Hanslmeier

rund alle 1000 Jahre vor. Obwohl solche Einschläge potenziell viele Menschenleben kosten könnten, sind die Auswirkungen auf die Menschheit überschaubar. Anders sehe es aus, wenn Objekte mit einem Durchmesser ab einem Kilometer auf die Erde treffen. „Wenn man sich das im Größenvergleich mit der Erde ansieht, ist das winzig, aber das kann eine weltweite Katastrophe auslösen“, meint

Hanslmeier

. Die Vernichtung der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren war vermutlich einem solchen Zusammenprall geschuldet.

Ruhige Nachbarschaft

Sollte ein

Asteroid

dieser Größe heute auf die Erde zurasen, könne man beim derzeitigen Stand der Technik nichts dagegen tun, meint

Hanslmeier

. Ein Objekt wie in „Armageddon“zu sprengen, wäre eine schlechte Idee, weil der Aufprallradius eines zersplitterten Objekts größer wäre. Glücklicherweise seien aber laut dem Forscher 99,9 Prozent aller Objekte, die größer als 100 Meter sind und der Erde nahe kommen könnten, bekannt.

Eine große Gefahr stellt in den kommenden Jahrhunderten keines davon dar, außer vielleicht dieser Weltuntergangs-Asteroid, vor dem die NASA warnt. Das ist übrigens der Unterschied zwischen Asteroid, Komet und Meteoroid.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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