Wenn wir an unser Sonnensystem denken, dann sehen wir die größten Besonderheiten vermutlich in der Anzahl seiner Planeten. Dabei zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass unser kosmisches Zuhause noch aus ganz anderen Gründen einzigartig ist. Ein Merkmal sticht dabei besonders heraus.

Wieso unser Sonnensystem besonders sein könnte

Eines vorweg: Dass wir unser Sonnensystem als etwas Einzigartiges wahrnehmen, liegt nicht zuletzt daran, dass wir in ihm leben. Erst 1994 wurde der erste Exoplanet entdeckt und dadurch erst die Theorie bewiesen, dass es so etwas überhaupt irgendwo anders in der Milchstraße geben könnte. Je tiefer wir jedoch ins All blicken, desto mehr zeigt, dass wir anscheinend wirklich um einen ganz besonderen Stern kreisen. Vor allem fünf Gründe zeigen, woran das liegt.

#5 Eine ganze Menge Planeten

Die meisten bisher entdeckten Exoplaneten kreisen vermutlich allein als gigantische, schwellende Gaskugeln um einen kleineren Stern als unsere Sonne. Anders hingegen sieht es mit unserer stellaren Nachbarschaft aus. Neben der Erde kreisen noch drei weitere Gesteinsplaneten um die Sonne, dazu kommen vier Gasplaneten. Wie es bei RealClear Science heißt, könnten lediglich ein Prozent aller solaren Planetensysteme dieselbe Anzahl an Planeten oder mehr enthalten, wie unser Sonnensystem.

#4 Nicht zwei, nicht drei, sondern eine Sonne

Seit fast drei Jahrzehnten suchen Astronom*innen Welten, die unserer Welt am nahsten kämen. Leider enttäuschten die meisten Funde Planetenjäger auf der ganzen Welt. Lediglich um Zwergsterne wie Trappist-1 fanden Wissenschaftler*innen Hinweise auf Wasser auf einem fremden Planeten. Die meisten Planeten schweben jedoch in weitaus schwierigeren Gefilden.

So gibt es etliche Gasriesen oder Riesenerde, Gesteinsplaneten vier Mal so groß wie unsere Erde, die in einem Doppelsternsystem beheimatet sind. In solche unwirklichen Welten kneten die Gravitationskräfte zweier Sterne Planeten wie eine Teigmasse. Die Umlaufbahn kann hierbei ständig wechseln. Viele solcher Doppelsternsysteme weisen erst keine Planeten auf.

#3 Eine kleine Sonne für ein Sonnensystem

Manchmal erleben wir unsere Sonne als stürmisch, etwa wenn uns Nachrichten von Sonneneruptionen erreichen, die mal wieder unsere elektronische Infrastruktur bedrohen. Dabei haben wir noch Glück gehabt. Aufgrund der Größe unseres Sonnensystems würde ein roter Zwerg, die kleinste Sonne, unsere Erde vermutlich auskühlen. Größere Sonnen wie rote Riesen würden zumindest die inneren Planeten schlucken.

Unsere Sonne hingegen ist ein mittelalter, mittelgroßer Stern und somit eine Seltenheit in unserer Galaxie. Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass 85 Prozent aller Sterne sehr viel kälter und kleiner sind als unsere Sonne.

#2 Jupiter

Jupiter ist der größte Planet in unserem Sonnensystem. Unser Heimatplanet würde fast 1.300 Mal in den Gasriesen passen. Dabei Fragen sich Astronom*innen bis heute, wie solche große Himmelskörper in den äußeren Regionen unseres Sonnensystems überhaupt entstehen konnten.

Außerdem sind solch große Gasplaneten eine Seltenheit im Universum. Nicht einmal 20 Prozent aller Sterne in der Milchstraße haben genügend Material, damit solche Planeten entstehen können.

#1 Wir

Die mittelgroße Sonne, der Gasriese Jupiter, und nicht zuletzt die Abstände zwischen den einzelnen Planeten führten über Milliarden Jahre jedoch zu einer weiteren Besonderheit in unserem Sonnensystem: Leben. Und soweit es Astronom*innen bis heute bekannt ist, weist derzeit kein anderer Ort im Universum eine Biosphäre wie unsere Erde auf.

Fazit: Das Sonnensystem ist einzigartig

Acht unterschiedliche Welten umkreisen unsere Sonne. Dass wir als Menschen überhaupt davon etwas mitbekommen, ist bereits besonders genug. Die Zusammensetzung des Sonnensystems, seine Gasriesen und mittelgroßen Gesteinsplaneten wie Venus, Erde und Mars, zeugen davon, dass die Entstehung unseres Sonnensystem kein Normalfall gewesen ist.

Quellen: RealClear Science

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