Seit einigen Wochen schon deuten die Prognosen der Bitcoin-Community auf das hin, was uns Ende März erwarten soll. Nun bewegt sich der Bitcoin-Kurs tatsächlich auf die Marke von 48.000 US-Dollar zu. Allein seit dem 28. Februar ist der Wert der markstärksten Kryptowährung um mehr als zehn Prozent auf circa 47.569 Dollar gestiegen.

Bitcoin-Kurs im Höhenflug

Grund für diese Entwicklung scheinen wie für die meisten vergleichbaren Entwicklungen der letzten Monate der Krieg in der Ukraine beziehungsweise die Sanktionen gegen die Russische Föderation zu sein. Denn schon seit Freitag wird spekuliert, dass Russland nach dem Ausschluss aus dem SWIFT-Netzwerk (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) bald Kryptowährungen als Zahlungsmittel für Öl- und Gasexporte akzeptieren könnte. Eine solche Nachricht geht am Bitcoin-Kurs nicht unbemerkt vorbei.

Hinzu kommen dem Handelsblatt zufolge Deckungskäufe von Shortsellern. Diese hätten auf fallende Kurse gewettet und seien durch den Anstieg aus dem Markt gedrängt worden. Allein am Sonntag schlossen sie Short-Wetten im Wert von rund 245 Millionen US-Dollar, bestätigt die Analyseseite Coinglass.

Die Entwicklung der Kurse sei „ein Beweis für die Stärken, die die Anleger in den Kryptoassets sehen“, erklärt Simon Peters. Er ist Analyst bei dem Online-Broker eToro. Timo Emden, Gründer und Marktanalyst von Emden Research, bleibt aber skeptisch. Er hatte die Darstellung des Bitcoin als „sicheren Hafen“ schon in der Vergangenheit in Frage gestellt. „Es dürfte sich schon bald herausstellen, auf welchem Fundament der derzeitige Optimismus tatsächlich gebaut ist“, zitiert das Handelsblatt. „Anleger scheinen die bestehende Sorgenliste am Markt derzeit förmlich zu ignorieren. Skepsis über die Nachhaltigkeit des jüngsten Anstiegs ist also durchaus angebracht.“

Öl und Gas mit Bitcoin kaufen

Die Spritpreise schießen durch die Decke und gerade in Deutschland sucht die Politik nach Wegen, die Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten, ohne Knappheiten zu riskieren. China und die Türkei wiederum zählen aus Sicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu den „freundlichen Staaten“. Das berichtet heise online unter Berufung auf Pavel Zavalny, Vorsitzender der russischen Energiekommission. Diese Staaten könnten neben Yuan, Rubel und Lira auch mit dem Bitcoin ihre Rechnungen begleichen.

Der Bitcoin-Kurs spiegelt diese Entwicklung wider, lässt aber die Handhabe „unfreundlicher Staaten“ außer Acht. So gab Putin erst kürzlich bekannt, dass er von diesen lediglich den Rubel als Zahlungsmittel für Erdöl- und Gasexporte akzeptieren wolle. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die politische Lage und in Folge dessen der Kurs entwickelt.

Quelle: Handelsblatt, Coinglass, heise online

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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