Seit dem 11. April 2022 stehen das Ex-Paar Johnny Depp und Amber Heard vor Gericht. Es geht auf beiden Seiten unter anderem um Vorwürfe der häuslichen Gewalt – physisch und psychisch. Heard wirft ihrem Ex-Mann außerdem sexuellen Missbrauch vor. Wer in die Netzwelt eintaucht, wird feststellen, dass die Stimmung eher gegen die 36-jährige Schauspielerin steht. Eine Online-Petition gegen Amber Heard fordert etwa ihren Rausschmiss aus „Aquaman 2“. Seit Prozessbeginn häufen sich die Unterschriften. Auch ein Blick in Social Media zeigt, dass für das Internet offenbar klar ist, wer alleinig die böse Person bei dem Rechtsstreit ist.

Online-Petition gegen Amber Heard: Mehr als 4 Millionen Unterschriften

Noch vor zwei Wochen waren es knapp 2,9 Millionen Menschen, die die Online-Petition „Remove Amber Heard from Aquaman 2“ unterschrieben haben. Heute ist es mehr als eine Millionen mehr.

Mehr als 4.100.00 Menschen fordern mit ihrer Unterschrift bei change.org, dass die Schauspielerin nicht mehr bei „Aquaman 2“ auftreten soll [Stand: 16. Mai, 13:10 Uhr]. In dem Film mit Jason Momoa als titelgebenden Held spielt sie die Meereshexe Mera. Er soll im März 2023 in den Kinos erscheinen. Die Petition richtet sich daher an die Warner Studios und DC Entertainment.

Amber Heard und Jason Momoa in Aquaman.
Amber Heard und Jason Momoa in „Aquaman“. © imago images/Everett Collection

Vor drei Jahren startete Jeanne Larson die Petition bereits. Seit dem Start des Prozesses scheinen mehr Menschen auf die Petition aufmerksam geworden zu sein und handeln zu wollen. Die Initiatorin schreibt Anfang Mai:

„Seit Beginn des Prozesses von Johnny Depp gegen Ex-Frau Amber Heard sind die Zahlen der Petition, Amber Heard aus ‚Aquaman 2‘ zu entfernen, explodiert.“

Jeanne Larson

Übrigens: Bei 4.500.000 Unterschriften wird diese Petition zu einer der meist gezeichneten Petitionen auf Change.org.

Die Petition: Der Hintergrund

Jeanne Larson schreibt in ihrer Petition etwa, warum sie diese ins Leben gerufen hat:

„Da Amber Heard eine bekannte und nachgewiesene häusliche Missbraucherin ist, sollten und müssen Warner Brothers und DC Entertainment Heard aus ihrem ‚Aquaman 2‘-Filmprojekt entfernen. Sie dürfen das Leiden der Opfer von Heard nicht ignorieren und dürfen einen häuslichen Gewalttäter nicht verherrlichen.

Männer sind Opfer von häuslicher Gewalt, genau wie Frauen. Dies muss erkannt werden, und es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass eine bekannte Missbraucherin in der Unterhaltungsindustrie gefeiert wird.“

Jeanne Larson

Doch worum geht es in dem Prozess genau?

Prozess Johnny Depp gegen Amber Heard: Kurze Zusammenfassung

Seit dem 11. April 2022 läuft der Zivilprozess in Fairfax, Virginia, und wird online live übertragen. Das ist der Hintergrund:

  • 2019 reichte Johnny Depp eine Klage wegen Rufschädigung gegen seine Ex-Frau Amber Heard ein.
  • Hintergrund ist ein Zeitungsartikel von Heard, in dem sie Depp mutmaßlich der häuslichen Gewalt beschuldigt – ohne seinen Namen zu nennen. Der Artikel erschien 2018 in der Washington Post. Darauf nannte das Boulevardblatt The Sun Depp einen Frauenschläger („Wife-Beater“) – wogegen er klagte und verlor.
  • Depp bestreitet die Vorwürfe und sagt etwa, dass seine Ex-Frau in ihrer Beziehung psychisch und physisch gewalttätig war.
  • Depp will seinen Namen reinwaschen und beweisen, dass die Vorwürfe gegen ihn falsch sind. Außerdem will er beweisen, dass Heard seinem Ruf und seiner Karriere mit dem Artikel nachhaltig geschadet hat.
  • Er verklagt Heard auf 50 Millionen US-Dollar.
  • Heard gab zuletzt vor Gericht an, ihr Ex-Mann habe sie physisch, psychisch und sexuell misshandelt.
  • Sie verklagt Depp auf 100 Millionen US-Dollar.

Nach den Vorwürfen entschied Disney, die „Fluch der Karibik“-Reihe, in der Johnny Depp Jack Sparrow spielt, ohne ihn fortzuführen. Außerdem bat Warner Brothers den 58-Jährigen um seinen Rücktritt von seiner Rolle als Grindelwald in den „Phantastische Tierwesen„-Filmen. Er wurde im neuesten Werk bereits durch Mads Mikkelsen ersetzt.

Das Netz macht Stimmung gegen Amber Heard

Nicht nur die Online-Petition zeigt es, auch zahlreiche Beiträge etwa auf Social Media deuten darauf hin, dass Amber Heard vor den Augen zahlreicher Menschen die einzig Schuldige ist. Es kursieren Hashtags wie #justiceforjohnnydepp auf Instagram, Twitter und Co. Auch dafür gibt es beispielsweise eine Online-Petition mit dem gleichen Namen, die etwa 588.000 Unterschriften hat.

  • Auf Instagram hat #justisforjohnnydepp mehr als 328.000 Beiträge
  • #justiceforamberheard hat derzeit 8.705 Beiträge auf Instagram.

Ähnlich sieht es bei TikTok aus. Es gibt mehrere Accounts mit „justicefor“. Das ist der Account mit den meisten Follower*innen:

  • Justice for Johnny depp ! hat mehr als 593.000 Follower*innen
  • justiceforamberheard hat mehr als 19.000 Follower*innen.

In den jeweiligen Beiträgen und Kurzvideos sehen wir Ausschnitte aus dem Gerichtssaal und vermeintliche Beweise, etwa warum Amber Heard lügen würde.

Der Prozess wurde bis zum 16. Mai vertagt. Am 19. Mai wird das Urteil erwartet. Doch dem Netz nach zu urteilen, scheint die Sache für viele Menschen, die nicht im Fall stecken, schon klar zu sein.

Quellen: change.org, YouTube/Law&Crime Network, Instagram, TikTok, eigene Recherche

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