Im Zuge der Verkehrswende und E-Mobilität sind nicht alle einer Meinung. So sprechen sich unter anderem mehr als 300 Experten und Expertinnen gegen Voreilige Schlüsse aus. In einem offenen Brief warnen sie vor gravierenden Fehlern, die gemacht würden. Sie schlagen für die Miskalkulationen auch einen bestimmten Lösungsansatz vor.

E-Mobilität bezieht nicht korrekte CO2-Bilanz ein

Die IASTEC (The International Association of Sustainable Drivetrain and Vehicle Technology Research) warnt in einem offenen Brief an die EU vor „ernsthaften Miskalkulationen“ im Bereich der E-Mobilität. Sie sind der Meinung, dass bei der anberaumten Verkehrswende wichtige Daten nicht einbezogen werden. Dabei beziehen sie sich auf die tatsächliche CO2-Bilanz von E-Autos und Co. Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter und lassen verlauten, dass „die Fehlleitung zu deutlich erhöhten CO2-Emissionen“ führe.

Parallel plant die Europäische Union ab 2035 das Verbrenner-Aus. Ab diesem Jahr sollen keine Benziner und Diesel mehr als Neuwagen zugelassen werden. In der Folge würde die E-Mobilität zum absoluten Standard. Damit sollen die CO2-Emissionen um 55 Prozent gesenkt werden, wie AUTO BILD einordnet.

Die IASTEC kritisiert auf die Reduzierung der CO2-Emissionen allgemein, dass der „Ansatz der Berechnungen ungeeignet“ sei, selbst wenn man „Zukunftstechnologiepotentiale wie die zunehmende Möglichkeit der elektrischen Energiespeicherung“ mit einbeziehen würde.

Nicht die erste Warnung vor dem „fundamentalen Fehler“

In ihrer Kritik bezieht sich die IASTEC also vor allem auf die Probleme in der Energiespeicherung, welche für eine E-Mobilität im großen Maßstab natürlich eine wichtige Rolle spielt. Sie schlagen daher vor „Veränderung der Zusammensetzung von Energieträgern (Kohle subventioniert durch Gas) für Kraftwerke“ in Betracht zu ziehen, um diesen „grundlegenden Fehler“ in den Berechnungen zu beheben.

Dieser Brief ist nicht der erste, wie Heise einordnet. Bereits im Vorjahr hat die IASTEC ähnlichen Unmut verlauten lassen. Innerhalb der Expert*innenkreise ist man sich augenscheinlich uneinig wie die Bemühungen für oder gegen E-Mobilität auf Gesetzesebene zu bewerten sind. Der vorangegangene Brief wurde unter anderem von Christian Rehtanz, Professor am Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft der Technischen Universität Dortmund, als „wissenschaftlich verbrämtes Lobbyistenschreiben“ bezeichnet.

Quellen: „Information about calculus of CO2 emissions and clear failure to meet the target for reducing CO2 emissions; request for elaboration of a balanced regulation“ (Juni 2022, IASTEC), Heise, AUTO BILD

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