Das Phänomen der Mondtäuschung beschreibt den Wandel von einem großen Mond zu einem kleinen Mond in einer Nacht. Es gibt viele Erklärungen darüber, warum das so ist. Die meisten davon klingen zwar plausibel und logisch, aber trotzdem sind sie auch falsch.

Mondtäuschung: Wieso ist der Mond mal groß und dann wieder klein?

Unser der Erde am nächsten gelegener Himmelsköper fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Das ständig wechselnde Erscheinungsbild des Mondes bestimmte in früheren Zeiten sogar ganze Glaubenssysteme. Und auch der moderne Mensch ist verwundert bis enttäuscht, wenn der große Mond vor seinen Augen zu einem kleinen Mond auf dem Smartphone wird. Auch das ist ein Produkt der Mondtäuschung. Wie also kommt es dazu?

Vereinfacht formuliert, reizt bei der Mondtäuschung der Mond nicht unsere Augen, sondern unseren Verstand. Schiebt sich der Mond bei hereinbrechender Nacht über den östlichen Horizont, erscheint er manchmal sehr groß. Dieser Effekt erzeugt eine optische Illusion, denn nahe am Horizont liegen vor unserem Trabanten noch Baumwipfel, Gebäude und Berge.

Ohne unser Zutun kategorisiert unser Hirn diese Gegenstände im Verhältnis zum Mond als kleiner. Anders sehe es aus, wenn wir einen „Mondaufgang“ direkt vor unserem Haus beobachten würden. Das Haus wäre in diesem Fall natürlich großer. Weiter entfernte Objekte erzeugen jedoch den gegenteiligen Effekt.

Wenn du die optische Illusion selbst testen möchtest, brauchst du dafür nicht viel. Strecke einfach deinen Arm in Richtung Mond aus, wenn dieser über dem Horizont steht. Nun kneifst du ein Auge zu und schaust auf deiner ausgestreckten Hand, von welchem Finger der Mond gerade so verdeckt wird. Das wiederholst du, wenn der Mond hoch am Himmel steht. In der Regel sollte auch hier der Mond wieder hinter demselben Finger verschwinden.

Logische, aber falsche Erklärungen

Das uns bei der Mondtäuschung der Mond nur einen optischen Streich spielt, klingt wenig spannend. Fakt ist aber, dass andere Erklärungen falsch sind, selbst wenn diese astronomisches Grundwissen voraussetzen, wie Space.com schreibt.

Die astronomische Linse

Eine dieser „halbwahren“ Erklärungen ist die Theorie der astronomischen Linse. Diese geht davon aus, dass durch die Atmosphäre der Mond wie bei einer Lupe vergrößert wird. So braucht das Licht einen viel weiteren Weg durch unsere Erdatmosphäre, wenn der Mond direkt über dem Horizont schwebt. Dass Luft bei einem bestimmten Neigungswinkel die Lichtstrahlen bricht, ist wahr. Im Sinne der Mondtäuschung macht das den Mond aber nicht größer oder kleiner.

Der vermeintliche „Supermond“

Tatsächlich kommt der Mond der Erde in bestimmten Zyklen näher, weil die Umlaufbahn des Erdtrabanten keinen perfekten Kreis beschreibt. Diese ist eher ein oval, wodurch der Mond mal näher und mal weiter weg von unserem Planeten ist.

Somit hält sich die Annahme, dass durch die zyklisch abweichende Distanz zwischen Erde und Mond „Supermonde“ entstehen. Die Wahrheit ist jedoch, dass der Mond im Laufe einer engeren Umrundung der Erde gerade einmal 12 bis 15 Prozent näher kommt. Das reicht bei weitem nicht aus, damit das mit der Mondtäuschung und einem größeren Mond erklärt werden kann. Die Distanz ist immer noch zu groß, als dass der Mensch mit bloßem Auge dadurch einen reellen Größenunterschied wahrnehmen könnte.

Der größere und kleine Mond durch die Mondtäuschung ist eine Illusion

Dass der Mond größer oder kleiner erscheint, beruht auf einer optischen Illusion. Die Mondtäuschung lässt sich dabei ganz einfach selbst testen. Dafür braucht es lediglich ein ausgestreckten Arm und die Finger einer Hand. Falls dich dieses Thema interessiert hat, zeigen wir dir auch, was passieren würde, wenn sich Mond und Erde noch näher wären. Und wusstest du, dass der Mond aus der Erde entstanden ist?

Quellen: Space.com

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