Es scheint wie eine Ewigkeit her zu sein, da standen einem zur Kaufabwicklung beim Online-Shopping nicht sehr viele Optionen zur Verfügung. Doch die Zeiten der umständlichen manuellen Überweisungen sind zum Glück vielerorts schon längst passé. Und wenn du einmal nicht genügend Geld beisammenhast, kannst du ganz einfach bei Diensten wie zum Beispiel PayPal später zahlen. Doch was äußerst praktisch klingt, kann dich im schlimmsten Fall mehr kosten, als du ursprünglich geplant hattest.

Bei PayPal später zahlen: Vorsicht vor „Buy now, pay later“

Das Prinzip, mit dem du unter anderem bei PayPal später zahlen kannst, nennt sich „Buy now, pay later“ („jetzt kaufen, später bezahlen“) und damit kannst du einen Zahlungsaufschub durchführen, indem du auf Rechnung oder in Raten online bezahlst. PayPal, Klarna und andere Bezahldienstleister bieten dies an. Wie die Schufa berichtet, liegt dies besonders bei jungen Menschen im Trend.

Dies sei aber gefährlich: Schließlich würde es keine Risikoeinschätzung geben oder die Bezahlfristen können schnell vergessen werden – je mehr du in unterschiedlichen Shops einkaufst, umso wahrscheinlicher wird es. Dann drohen Mahngebühren, sogar Inkassoverfahren und negative Schufa-Einträge.

Da aber besonders junge Menschen über wenig Geld verfügen, kann sich das schnell zum Teufelskreis entwickeln: Die Schulden eines Monats werden im darauffolgenden getilgt, wodurch wieder neue entstehen.

Klarna liefert Statement

Klarna hat sich zu der Warnung geäußert und stellt klar: Man nehme in der Tat eine Einschätzung bei jedem Einkauf vor. Möchte jemand in Raten zahlen, führe man stets eine externe Kreditprüfung durch.

„Nur weil Klarna schnell, einfach und kundenfreundlich ist, heißt das nicht automatisch, dass dies garantiert sei oder Schulden begünstige. Wir möchten Menschen helfen, Geld zu sparen, über ihre Finanzen die Kontrolle zu behalten und verantwortungsbewusst einzukaufen.“

Statement von Klarna

Interessant: Noch Ende 2020 zählte Paypal 29,1 Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland, wie das Handelsblatt berichtete. Das ist ein Wachstum um 3,5 Million innerhalb nur eines Jahres sowie 70 Prozent im Vergleich zu fünf Jahren zuvor.

Unbedingt die Zinsen im Blick behalten

Das Online-Portal Finanztip berichtet zudem, dass beim Onlinebezahlen mit Raten weitere versteckte Kosten drohen. Diese erscheint auf dem ersten Blick ebenfalls sehr bequem:

Die Ware kaufen und sich bereits an ihr erfreuen, während man zum Beispiel bei PayPal später zahlt oder in kleineren Beträgen die Gesamtsumme abstottert. Das Problem des Zahlungsaufschubs sind jedoch anfallende Zinsen, die dann noch dazukommen – und die viele womöglich zunächst nicht auf dem Schirm haben. Bei Amazon Pay fällt ein effektiver Jahreszinssatz von 7,96 Prozent an, bei PayPal sind es schon 9,99 Prozent und bei Klarna sogar bis zu 14,79 Prozent.

Quellen: Finanztip, Schufa

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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