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Hinterhältiger PayPal-Betrug: Ein Trick fällt kaum auf

Eine weitverbreitete Masche, mit der sich Kriminelle den Bezahldienst zunutze machen, hat es in sich. Sie ist absolut unauffällig, kann dafür aber teure Folgen haben.

PayPal-Guthaben auf Display
Es gibt mehr als eine Masche für PayPal-Betrug. © imago images/Jürgen Ritter

Für bargeldloses Zahlen nutzen viele PayPal. Der Dienst ist unkompliziert und wird inzwischen weit verbreitet akzeptiert. Das wissen allerdings auch Betrüger*innen. Eine spezielle Methode des PayPal-Betrug ist dabei besonders dreist. Sie stützt sich nämlich auf eine von PayPal zur Verfügung gestellte Zahloption. Opfer bemerken sie daher oft erst, wenn es zu spät ist.

PayPal-Betrug erfolgt über „Freunde & Familie“-Option

Immer wieder häufen sich Phishing-Attacken auf PayPal-Kunden. Dabei wird per Mail versucht, Kund*innen zur Herausgabe wichtiger Daten zu bringen. Während solche Versuche von PayPal-Betrug relativ leicht zu erkennen sind, ist die Masche über die „Freunde & Familie“-Option ohne Kenntnis darüber deutlich schwerer, wenn überhaupt, zu identifizieren.

Wie Medien regelmäßig berichteten, haben schon diverse Nutzer Erfahrungen mit dieser Art des PayPal-Betrugs gemacht. Dabei ist die Option „Freunde und Familie“ des Bezahldienstes an sich erst einmal völlig harmlos. Wird sie missbraucht, kann es jedoch schnell teuer werden.

Betroffene haben berichtet, dass sie bei eBay von angeblichen Verkäufern dazu aufgefordert wurden, über die Einstellung „Freunde und Familie“ zu bezahlen. Dies sei kostengünstiger, da sie dabei angeblich Gebühren sparen würden. Am Ende waren Geld und vermeintlich gekaufte Ware weg. Die Konten der Anbieter wurden von eBay gesperrt wegen Regelverstoßes.

Deshalb ist der PayPal-Betrug so effektiv

Das Problem mit dieser Art des PayPal-Betrugs: Die Option „Freunde und Familie“ setzt den Käuferschutz außer Kraft. PayPal geht bei einer solchen Transaktion von einem Austausch zwischen Bekannten aus. Um dich und dein Geld zu schützen, sollte der Transfer deshalb immer nur über die Einstellung „Dienstleistung und Ware“ getätigt werden.

Bist du Opfer des PayPal-Betrugs geworden, solltest du Anzeige bei der Polizei erstatten. Vor allem dann, wenn deine Kreditkarte mit deinem PayPal-Konto verknüpft ist. Die Zahlung kannst du dann immerhin damit bei PayPal anfechten. Auch eine Reklamation der Überweisung bei deiner Bank ist schnellstmöglich nötig.

So schützt du dich vor PayPal-Betrug

Abgesehen von der aktuellen Masche, gibt es generelle Vorsichtsmaßnahmen, die du ergreifen solltest, um dich vor PayPal-Betrug zu bewahren. PayPal selbst verweist in diesem Fall ungünstigerweise auf den Käuferschutz, der mit der genannten Masche außer Kraft gesetzt wird. Umso mehr ein Grund, darauf zu achten und besonders vorsichtig an jegliche Transaktion heranzugehen.

Konkrete Warnzeichen werden sonst nur für Verkäufer genannt, wie etwa die Folgenden:

  • suspekte Versandadresse
  • ungewöhnlich hoher Kaufbetrag für Neukunden
  • ungewöhnlich große Mengen bestellt

In solchen Fällen ist es PayPal zufolge ratsam, immer die Kontaktdaten der Käufers und die Versandadresse zu vergleichen oder den Kunden direkt anzurufen und dessen Bestellung zu verifizieren. Als Käufer zumindest scheint dir nicht viel zu bleiben, als auf den Käuferschutz zu vertrauen, um dich vor PayPal-Betrug zu schützen.

Weitere Schutz vor anderen Betrugsmaschen

Solltest du dagegen Opfer von Phishing-Angriffen werden, kannst du dich ebenfalls schützen. Dagegen helfen bereits Aufmerksamkeit und ein waches Auge:

  • Oft genug sind Fake-Mails an der fehlerhaften Absender-Adresse erkennbar. Endet sie wirklich auf @paypal.com?
  • Hast du wirklich dein Passwort geändert, wenn du dazu aufgefordert wirst, aus diesem Grund dein Konto per Klick auf einen Button in der Mail zu prüfen?
  • Stimmen Logo und Layout der Mail mit dem Original überein?

Generell gilt es aber, auf keinen Fall einen Link zu klicken oder einen Anhang herunterzuladen, wenn du in einer Mail dazu aufgefordert wirst. Schau stattdessen im Kundenbereich auf der Webseite des vermeintlichen Anbieters nach.

Handelt es sich am Ende tatsächlich um eine Phishing-Mail für PayPal-Betrug, leite diese am besten an phishing@verbraucherzentrale.nrw und spoof@paypal.com weiter. Dadurch kannst du auch andere vor der frechen Methode schützen.

So kommen Fremde an deine Mail-Adresse

Dass jemand überhaupt deine Mail-Adresse kennt und so versuchen kann, die zu betrügen, ist heute nicht mehr ungewöhnlich. Sicherheitslücken in Datenbanken oder Malware auf deinem Gerät können leicht dazu führen, dass deine Daten weitergegeben werden.

Solltest du dazu den Verdacht haben, dass auch dein Passwort gestohlen worden ist, ändere es auf jeden Fall sofort. Nutzt du die Kombination für mehrere Konten und nicht nur für PayPal, tausche das Passwort unbedingt auch dort.

Tipps und Trick für dein PayPal-Konto

Methoden, um dich reinzulegen, wirst du immer wieder begegnen. Somit verwundert es auch nicht, dass der PayPal-Betrug mit deinem Käuferschutz, nicht die einzige Masche ist. Vorsicht ist dennoch auch bei anderen offiziellen Funktionen des Dienstes geboten. Eine PayPal-Option kann unerwartete Kosten verursachen. Willst du dich also wegen des PayPal-Betrugs und anderer Probleme vom Bezahldienst trennen, gibt es glücklicherweise diverse PayPal-Alternativen. Ansonsten kannst du dir den Service auch stärker zunutze machen und dir im Jahr 300 Euro von PayPal zurückholen.

Quellen: eigene Recherche, PayPal

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