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Fußbodenheizung auf Holzbalkendecke: Kannst du sie nachrüsten?

Ganz ungefährlich ist es nicht, eine Fußbodenheizung auf einer Holzbalkendecke zu verbauen. Deswegen sollte vorher alles ganz genau abgeklärt werden

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Damit du deine Fußbodenheizung auf einer Holzbalkendecke verlegen lassen kannst, solltest du vorher wissen, ob die Decke die Leitungen tragen kann. Sonst kann das gefährlich enden. Daneben sind außerdem noch andere Werte wichtig.

Fußbodenheizung auf der Holzbalkendecke: Das kannst du tun

Es ist mittlerweile keine Seltenheit, dass Haus- oder Wohnungsbesitzer*innen in Deutschland sich eine Fußbodenheizung einbauen lassen. Der Prozess ist zwar aufwändig, aber insgesamt sind die positiven Effekte der Flächenheizung unbestritten. Am einfachsten geht der Einbau natürlich, wenn das Haus selbst auch gerade noch im Bau ist. In vielen Fällen wird aber der Boden aufgerissen und eine Fußbodenheizung richtig nachgerüstet, was einige Herausforderungen bietet.

Speziell ist der Vorgang aber noch einmal, wenn es darum geht, in einem Altbau eine Flächenheizung zu verbauen. Eine Fußbodenheizung im Altbau kann mit eigenen Problemen aufwarten, die du zum Teil sonst nicht vorfindest. Im Altbau kommt es nicht selten dazu, dass sich die Frage stellt, ob die Fußbodenheizung auch auf einer Holzbalkendecke verlegt werden kann. Das ist möglich, sogar in zwei unterschiedlichen Optionen.

Dabei gibt es aber Grund zur Vorsicht: Eine Holzbalkendecke kann nicht dieselbe Last tragen, wie jede andere Decke, und einige Fußbodenheizungen sind sehr schwer. Daher sollten hier keine Experimente gewagt werden.

Lesetipp: Dünnbett-Fußbodenheizung selber verlegen: So geht es

Diese Werte sind wichtig

Was zum Beispiel beachtet werden sollte, ist die Aufbauhöhe. Altbau-Wohnungen mögen für ihre hohen Decken berühmt sein, dennoch ist die Raumhöhe meist insgesamt vergleichsweise niedrig. Das liegt daran, dass der Boden beim Altbau meist sehr viel dünner ist, weswegen anders als beim Neubau der Wohnraum größer ist. Das bedeutet, dass auf dem Fußboden nur wenig aufgebaut werden kann. Fast bei allen Holzbalkendecken trifft dies ebenfalls zu, wie Energie-Experten.de schreibt.

Tipp: Die Aufbauhöhe beschreibt die Distanz zwischen dem rohen Boden und dem Belag, auf dem Menschen gehen können. Der Aufbau der Fußbodenheizung kann dabei ganz verschiedene Höhen haben.

Dazu kommt, dass Fußbodenheizungen mit großer Aufbauhöhe meist zu schwer sind, was sie schon einmal für die Holzbalkendecke disqualifiziert. Das klassische, am meisten angewandte „Nassverfahren“, bei dem die Heizleitungen mit Nassestrich verputzt werden, hat eine Höhe von zehn Zentimetern und ist viel zu schwer für eine Balkendecke. Aber auch Trockensysteme mit einer Höhe zwischen sechs und zehn Zentimetern sind ausgeschlossen.

Fußbodenheizung auf der Holzbalkendecke: 2 Optionen

Die grundlegenden zwei Optionen für den Einbau einer Fußbodenheizung auf der Holzbalkendecke gehören beide zum sogenannten „Trockensystem“. Das bedeutet, dass in keinem Fall der nasse Estrich benutzt wird. Der Einbau selbst muss übrigens vom Fachbetrieb vorgenommen werden, selbst erfahrene Heimwerker*innen sollten diese Aufgabe lieber abgeben.

Trockensystem auf der Balkendecke

Die weniger aufwändige Möglichkeit besteht darin, die Fußbodenheizung einfach direkt auf der Holzbalkendecke zu verlegen. Hier entsteht allerdings meist eine etwas größere Aufbauhöhe. Für dieses System werden beim Trockensystem Gipskarton- oder Gipsfaserplatten (also der Trockenestrich) auf der Decke angebracht. Diese müssen nur noch verklebt und mit der Flächenheizung verbaut werden, und schon ist der Boden begehbar, wie Heizungsfinder.de schreibt. Der gesamte Prozess dauert selten länger als 24 Stunden.

Trockensystem in der Balkendecke

Die zweite Option kann gewählt werden, wenn die Aufbauhöhe so gering wie möglich bleiben muss. In diesem Fall wird die Fußbodenheizung nämlich direkt in der Holzbalkendecke verbaut, nicht erst darauf. In einer solchen Decke gibt es oft Fächer, die zur Dämmung beim Bau mit Schüttung gefüllt worden waren. Diese werden nun leergeräumt, die Heizleitungen angebracht, und eine neue Schüttung eingefüllt. Darauf kommt der Bodenbelag und das Haus ist wieder benutzbar.

Quellen: Energie-Experten.de, Heizungsfinder.de

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