Seit dem 5. Mai 2022 ist die neue Netflix-Serie „Clark“ zu sehen. Der Titel  umfasst gerade einmal sechs Episoden zu einer Länge von jeweils zwischen 54 und 69 Minuten. Im Mittelpunkt steht dabei der titelgebende Clark Olofsson, ein ehemaliger schwedischer Verbrecher. Aber was macht ihn so interessant, dass man ihm eine Serie widmen müsste?

Das ist Clark Olofsson aus der Netflix-Serie „Clark“

Clark Olofsson kann durchaus auf eine bewegte Lebensgeschichte zurückblicken, die wohl besonders viel Stoff für eine entsprechende Netflix-Serie bietet. Bereits in frühen Jahren begann sein ungewöhnlicher und problembehafteter Werdegang:

  • Olofsson wurde am 1. Februar 1947 in ein Elternhaus mit erheblichem Alkoholproblem geboren.
  • Er und seine Geschwister landeten vorübergehend bei Pflegefamilien.
  • Olofsson flüchtete sich allerdings auf eine Seemannsschule und bereiste ab dem 14. Lebensjahr die Meere, unter anderem zwischen Japan und Südamerika.
  • Mit 15 kehrte er zu seiner Mutter zurück.

Anschließend nahm Olofssons kriminelle Karriere erst so richtig an Fahrt auf: Zwischen seinem 16. und 19. Lebensjahr wurde er in eine Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter gebracht, aus der er 1965 floh. 1966 wurde er dann zu drei Jahren Haft verurteilt, doch er konnte aus dem Gefängnis fliehen. Später war er beim Mord des Polizisten Ragnar Sandahl zugegen, wodurch aus ihm ein landesweit bekannter Krimineller wurde.

Nach einer langen Flucht konnte er schließlich gestellt werden, nicht ohne jedoch Widerstand mit einer Pistole geleistet zu haben, wobei er einen Beamten an der Schulter traf. Olofsson wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, doch die schwedischen Gardinen konnten ihn nicht lange aufhalten. Es folgten viele weitere Ausbrüche und Flucht-Odysseen, die ihn zwischenzeitlich nach Deutschland und auf die Kanarischen Inseln brachten. Zudem besegelte er das Mittelmeer drei Monate lang, während der auf der Flucht war.

Bill Skarsgård als „Clark“ (Bild: Netflix).

Clark Olofsson und das Stockholm-Syndrom

1973 betrat Jan-Erik Olsson eine Bank und nahm daraufhin vier Geiseln. Anschließend verlangte er, dass der bis dahin schon bekannte Clark Olofsson als Komplize wider Willen zu ihm gebracht werde – Olofsson befand sich zu dem Zeitpunkt im Gefängnis. Sechs Tage lang blieb er in der Bank bei Olsson und den anderen.

Die Ereignisse und Beobachtungen dabei führten später zum Begriff des Stockholm-Syndroms, zu dem du hier mehr erfahren kannst. Olofsson wurde nach Beendigung der Geiselnahme zunächst verurteilt, dann jedoch zumindest davon freigesprochen, weil er nicht freiwillig teilnahm. Die restliche Haftstrafe sollte er allerdings dennoch absitzen.

Clark Olofsson: Spätere Jahre bis heute

Bis vor relativ kurzem prägte Kriminalität das Leben von Olofsson:

  • 1991 nach Entlassung aus dem Gefängnis änderte er seinen Namen in Daniel Demuynck. Er zog dann nach Belgien.
  • 1998 wurde er als Anführer eine Drogenrings auf Teneriffa festgenommen.
  • 2005 kam er auf Bewährung frei.
  • 2009 wurde er in Schweden erneut wegen der Leitung eines großen Drogenschmuggels verurteilt.
  • Ende 2016 wurde er in ein belgisches Gefängnis verlegt.
  • Seit Mitte 2018 ist Olofsson wieder auf freiem Fuß in Schweden.
  • Clark Olofsson hat insgesamt sechs Kinder und war / ist bis heute zweimal verlobt und einmal verheiratet.

Die Netflix-Serie „Clark“: Hintergründe

In der Netflix-Serie basierend auf seinem Leben wird das Leben von Clark Olofsson anhand seiner Erzählungen dargestellt. Es handelt sich dabei um eine Miniserie, eine zweite Staffel wird es also aller Voraussicht nach nicht geben. Die Titelrolle spielte dabei Schauspielstar Bill Skarsgård. In weiteren Rollen sind unter anderem Vilhelm Blomgren, Sandra Ilar, Hanna Björn und Christoffer Nordenrot zu sehen. Regie führte der berühmte Musikvideo-Regisseur Jonas Åkerlund.

Einen Trailer zu „Clark“ kannst du dir hier anschauen. Und falls du Interesse an weiteren Netflix-Serien und -Filmen über reale Kriminelle hast, wirst du einige spannende Titel zur Auswahl haben, über deren Hintergründe du dich bei uns informieren kannst: Willst du etwa wissen, was der „Tinder-Schwindler“ heute so treibt? Und auch die wahre Geschichte von Elisabeth Holmes hat es in sich.

Quellen: Netflix, Aftonbladet, Sveriges Television, Expressen, eigene Recherche

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