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Russland: Dutzende Lichtsäulen über Städten – neuartige Waffe oder Wetterphänomen?

Etliche Fotos aus Russland zeigen gelbliche Lichtzylinder am Nachthimmel. Für das Phänomen sind zwei Erklärungen möglich.

Russland Ukraine Flaggen
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geht weiter. © Vlad - stock.adobe.com

Seit Dienstag verbreiten sich Bilder mysteriöser Lichtsäulen aus Russland im Netz. Entdeckt wurden sie unter anderem in einer Grenzregion nahe der Ukraine. Vermutungen für ihre Ursache beziehen sich daher auf den Krieg zwischen den beiden Ländern. Putin könnte eine neuartige Waffe testen. Doch Forschende diskutieren ebenso über eine andere, weit harmlosere Erklärung.

Russland: Hier war das Phänomen zu beobachten

Der Twitter-Kanal News Of Ukraine zeigt anhand diverser Aufnahmen, was am Nachthimmel am Dienstag in Belgorod, Russland zu sehen war. Die Stadt liegt nahe der ukrainischen Grenze. Die senkrechten, hellen Säulen sollen jedoch auch in der Hauptstadt Moskau sowie in Murmansk (Norden Russlands, grenzt an Finnland) und Omsk (weiter im Landesinneren, grenzt an Kasachstan) zu erkennen gewesen sein. In Dutzenden gleiten sie wie Schwerter durch den Nachthimmel.

Aktuell ist man noch ratlos, welche Ursache sich dahinter verbergen könnte. Doch Vermutungen legen nahe, dass sich dahinter ausgeklügelte Kriegstechnologie verbirgt. So soll Russland seit 2011 an dieser neuartigen Waffe feilen, die zur Blendung feindlicher Satelliten dienen soll. Der Friedensforscher und Weltraumsicherheitsexperte Sonay Sarac erklärt, dass besagtes Pereswet-Lasersystem mit einer Reichweite von 1.500 Metern durchaus in der Lage wäre, Satelliten zu beeinträchtigen. Er selbst vermutet den Einsatz für Erdbeobachtungssatelliten, sodass Russland für uns zum blinden Fleck werden könnte.

Ist es doch nur ein seltenes Wetterphänomen?

Expert*innen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geben jedoch zu bedenken, dass es sich auch um einen raren Lichteffekt handeln könnte. So würde Polarschnee diese optische Täuschung hervorrufen können, allerdings stimmt Wetterexperte des Bayrischen Rundfunks Christian Lorenz dagegen.

Damit die sogenannten Light-Pillars entstehen können, bedarf es extremer Kälte. In Russland hingegen sei das Wetter noch zu mild, so Lorenz. Zudem würden es Betrachter*innen nur aus einem bestimmten Winkel mit gewisser Entfernung sehen können. Doch die vielen Aufnahmen zeigen, dass diese Erklärung unzureichend ist.

Derzeitige Lage im Ukraine-Krieg

Das ZDF berichtet indessen, dass gegenwertig die Ukraine zwar Gebietsgewinne gegenüber Russland zu verzeichnen hat, dennoch die Sorge weiterhin steigt. US-Präsident Joe Biden warnt inzwischen vor der anstehenden „Apokalypse“, da Putin mit dem Einsatz von Atomwaffen droht. In der Ukraine bereiten sich Bürger und Städte auf einen eventuellen Atomschlag vor. Sie kaufen Jodtabletten ein und in Kiew will man erste Versorgungszentren errichten.

Quellen: Twitter / @uasupport999, ZDF, Bayrischer Rundfunk, Twitter / @SaracSonay

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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