Am IoHO, dem Institute of Human Obsolescence, in Den Haag widmet man sich dem Zukunftsszenario eines von Maschinen dominierten Arbeitsmarktes. Ist der Mensch für mechanische Arbeit erst obsolet geworden, muss er sich neue Wege ausdenken, um sich als Arbeitskraft weiter behaupten zu können.

Anzug sammelt Wärme, die später in Elektrizität umgewandelt wird

Eine solche Idee realisiert das IoHO gerade sehr erfolgreich: Mithilfe menschlicher Körperwärme schürfen die Künstler und Wissenschaftler Kryptowährungen. Um dies möglich zu machen, wurde ein Anzug entwickelt, der die Überschusswärme sammeln und speichern kann, von der ein ruhender Mensch rund 100 Watt produziert. Via thermoelektrischer Generatoren „erntet“ der Anzug den Temperaturunterschied zwischen dem menschlichen Körper und seiner Umgebung. Dieser wird später in nutzbare Elektrizität umgewandelt.

Mining von jungen Kryptowährungen mit Wertsteigerungspotenzial

Das IoHO hat sich dafür entschieden, relativ junge Kryptowährungen zu schürfen, weil diese ein größeres Wachstumspotenzial bieten würden. Dazu zählen Vertcoin, Startcoin, Dash, Lisk, Ethereum und Litecoin. Bisher waren am Mining 37 Mitarbeiter beteiligt, die sich und ihre Körperwärme für insgesamt 212 Stunden zur Verfügung gestellt haben.

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Einfache Arbeit im Liegen

Das Resultat: 127,210 Milliwatt Strom, durch die 16,594 Krypto-Coins geschürft werden konnten. Während 20 Prozent davon an das Institut gingen, wurden die restlichen 80 Prozent auf die Arbeitskräfte aufgeteilt. Ziel des Projektes ist es laut IoHO-Gründer Manuel Beltrán, Fragen hervorzurufen oder neue Impulse zu geben.

Zum Vergleich: Laut dem IoHO stehen allein in den Niederlanden 1.700 Kilowatt ungenutzter Elektrizität zur Verfügung, die aus Körperwärme gewonnen werden können. Die Arbeiter müssen dazu nichts weiter tun als sich in dem Anzug hinzulegen.

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