Der Grund für den Engpass an den sogennannten GPUs (Kurzform von General Purpose Graphics Processing Unit), liegt darin, dass Spekulanten die Prozessoren ebenfalls benötigen, um Kryptowährungen wie Ethereum oder Bitcoin zu schürfen.

Schürfen von Kryptowährungen erfordert GPUs

Unter dem Schürfen (engl. Mining) von Kryptowährungen ist der Vorgang zu verstehen, Computer weltweit zu riesigen Rechennetzwerken zusammenzuschließen. Diese sollen dann komplexe mathematische Probleme lösen, die die Grundlage für die Bestätigung und Sicherung der Kryptowährungs-Transaktionen bilden.

Für das Bereitstellen der Computer werden die Schürfer dann mit Kleinstanteilen an der jeweiligen Währung belohnt. Die GPUs werden für diese hohen Rechenprozesse benötigt. Mittlerweile werden sie hauptsächlich bei der Kryptowährung Ethereum eingesetzt.

Schürfer treiben GPU-Preise in die Höhe

„Das behindert unsere Suche nach außerirdischen Signalen schon seit Monaten“, sagte Dr. Dan Wertheimer von der University of California in Berkeley der BBC. Die Wissenschaftler der Forschungsgruppe SETI brauchen die GPU-Prozessoren, um das All auf unzählige Frequenzbereiche parallel absuchen zu können. Ein einziges Teleskop benötigt rund 100 GPU-Prozessoren, um die Datenmengen verarbeiten zu können.

Frustrierend ist, dass die Forschungsgruppe derzeit genügend Gelder zur Verfügung hätte. Nur der Zugang zu den benötigten GPU-Prozessoren kann derzeit nicht gewährleistet werden. Ein unliebsamer Nebeneffekt der Beliebtheit dieser Prozessoren ist, dass sie dadurch natürlich teurer werden.

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Der international führende GPU-Hersteller Nvidia hat in der Zwischenzeit auf einer Pressekonferenz bestätigt, mit der Herstellung derzeit nicht nachzukommen. In der vergangenen Monaten haben sich die Preise verdoppelt.

Zukünftige Arbeiten in Gefahr

Auch andere Forschungsbereiche sind von dem Engpass betroffen. Aaron Parsons von der University of California at Berkeley sucht etwa nach Signalen von Wasserstoff noch vor der Entstehung von Sternen und Galaxien. Er sieht das gesamte Forschungsvorhaben in Gefahr: „Sollte sich der derzeitige Engpass fortsetzen, könnte dies die zukünftigen Arbeiten nicht nur behindern, sondern gänzlich in Frage stellen.“

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