Sogenannte Crash-Test-Dummies sind lebensgroße, menschenähnliche Puppen, die am ehesten aus der Automobilindustrie bekannt sind. Ausgestattet mit zahlreichen Sensoren, sollen sie die Belastungen für den menschlichen Körper in Extremsituationen wie Verkehrsunfällen vorführen. Denn das Bedürfnis nach einer Unfallforschung ist so alt wie die Industrialisierung selbst. Für die Entwicklung nahezu aller Fahrzeuge sind die Dummies unerlässlich geworden, in manchen Fällen sogar notwendig, um ein neues Modell zuzulassen.

Robust und schwer: Die Dummies der NASA

Aber auch für die Luft- und Raumfahrtindustrie sind die Humanoiden bedeutend, so auch für die NASA. In einem Video des NASA Langley Research Centers sind einige der grausamsten Unfälle zu sehen, die die Crash-Test-Dummies der US-Weltraumbehörde durchmachen müssen.

Die Tests dienen aber einem guten Zweck: Mit den Erkenntnissen sollen Luftverkehr und Raumfahrt für echte Menschen sicherer gemacht werden. Schließlich ist unser Körper in derartigen Höhen noch ganz anderen Konditionen ausgesetzt als etwa auf der Erde im Autoverkehr. Der NASA zufolge sind die hauseigenen Dummies deshalb auch mit noch mehr Sensoren und Instrumenten ausgestattet – und damit jeweils bis zu 220 Pfund schwer.

Im April 2017 beispielsweise wurden zehn Dummies mit einer Menge Gepäck in einen Test-Flugzeugrumpf gesetzt und schließlich aus vier Metern Höhe auf einen harten, sandigen Untergrund fallengelassen. Während das Gepäck ein paar Schäden abbekam, erlitten die Dummies keine größeren Verletzungen.

2016 wiederum führten NASA-Forscher eine Reihe von Crash-Tests für ihre Raumkapsel Orion durch. An einer Attrappe und zwei Dummies wurde getestet, was mit Hardware und Insassen passiert, wenn die Kapsel, wie geplant, auf ihrem Rückflug zur Erde auf dem Pazifischen Ozean landet.

Bald ist Schluss mit den Dummies

Dennoch hat das Ende der Dummies bereits begonnen. Die Zukunft gehört nicht mehr den Puppen, sondern den computergenerierten Test-Opfern. Damit hoffen beispielsweise die Forscher des Global Human Body Models Consortium (GHBMC), realistischere Abbilder des menschlichen Körpers herstellen zu können, als es mit den analogen Puppen bisher der Fall ist. Das Center for Injury Research hatte 2017 mit einer Untersuchung bestätigt, dass Unfälle in der Praxis weit gravierendere Verletzungen verursachen, als es die Versuche mit den Dummies suggerieren.

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Dabei ist die Realität zu simulieren ein schwieriges Unterfangen. Unter anderem deshalb sind für die gesetzliche Zulassung neuer Fahrzeugmodelle noch die physischen Dummies vorgeschrieben. Allerdings können durch virtuelle Dummies verschiedene Unfallsituationen einfacher und vor allem in unendlicher Zahl reproduziert werden. Das dürfte den Computersimulationen ihre Zukunft sichern.

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