Der Mars fasziniert nicht nur durch seine raue Oberfläche, die durch Staub und Gestein gekennzeichnet ist. Auch die Geräuschkulisse des roten Planeten verbirgt noch einige Geheimnisse. Der NASA ist es dank ihr vor kurzem gelungen, eine einzigartige Entdeckung zu machen und die erste Karte ihrer Art aus ebendiesen Erkenntnissen zu erstellen. Daran maßgeblich beteiligt war der Lander InSight, der bereits seit einigen Jahren auf dem Mars stationiert ist und dort sehr genau seine Umgebung beobachtet.

InSight-Lander der NASA sorgt für Mars-Premiere

Anders als Rover und Helikopter hat der Mars-Lander InSight auf den ersten Blick einen großen Nachteil: Er ist nicht mobil und kann sich dementsprechend nicht von der Stelle bewegen. Tatsächlich ist das aber nicht problematisch, denn seine Aufgabe ist das Lauschen ins Innere des Mars. So konnten mithilfe von InSight bereits erste Eindrücke davon gewonnen werden, wie der rote Planet aufgebaut ist. Aber auch große Mars-Beben hat NASAs InSight schon aufgezeichnet.

Ganz aktuell stand jedoch etwas anderes im Fokus. Das Abhören von Mars-Winden, die nahe dem Äquator durch Schichten von Erde und Steinen zurückgeworfen werden. Diese verrieten den NASA-Forschenden so viele Details, dass sie daraus die erste unterirdische Mars-Karte erstellen konnten, wie Space.com berichtet.

Mittels einer neuen Technik, die auf der Erde entwickelt und verfeinert wurde, gelang es dem NASA-Team hinter InSight jetzt, dessen Instrumente für einen etwa 200 Meter tiefen Blick unter die Oberfläche zu nutzen.

„Auf der Erde gibt es die Ozeane, die Winde, die die Erde zu jeder Zeit zum Wackeln bringen, und das Wackeln, das du an einem bestimmten Punkt misst, beinhaltet einen Abdruck des Untergrundes.“

Cedric Schmelzbach, Geophysiker am Swiss Federal Institute of Technology in Zürich (ETH)

So sieht der Mars von innen aus

Laut dem Geophysiker Cedric Schmelzbach ist der Mars sehr viel ruhiger als die Erde. Es gibt keine Meere auf dem Planeten und die Atmosphäre ist dünner, was schwächere Winde bedeutet. Dazu kommt, dass den Forschenden nur die Station des InSight-Landers als Messpunkt zur Verfügung steht. Dennoch reichte dies für einen detaillierten Blick auf die Untergrundstruktur des Mars aus.

„Die Auflösung wird gröber je tiefer wir kommen. Nahe an der Oberfläche können wir Schichten erkennen, die einen Meter dick sind. Aber in größerer Tiefe sind es mehrere zehn Meter.“

Cedric Schmelzbach, Geophysiker am Swiss Federal Institute of Technology in Zürich (ETH)

Eine Überraschung brachte die Messung mit sich. Eine unerwartete Schicht an tiefen Ablagerungen und eingelagerten, verfestigten Lavaströmen unter der Mars-Oberfläche. Woher die Sedimentschicht kommt, ist noch ein Rätsel. Sie befindet sich in einer Tiefe von rund 30 bis 70 Metern.

Die NASA-Forschenden führt sie zu dem Schluss, dass die geologische Gechichte an diesem Standort komplizierter ist als bisher angenommen. Möglicherweise haben sich dort mehr Prozesse in der Vergangenheit abgespielt.

Quellen: Space.com

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