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Manchmal sehen Sterne wie UFOs aus: Das ist der Grund dafür

Siehst du das UFO? Ätsch, du hast wohl doch nur die Venus gesehen. Der Autokinetische Effekt hat dich veralbert.
Siehst du das UFO? Ätsch, du hast wohl doch nur die Venus gesehen. Der Autokinetische Effekt hat dich veralbert.
Foto: imago
Jetzt mal ehrlich: Wer glaubt, schon einmal ein UFO gesehen zu haben, hat wahrscheinlich nur auf einen Stern geguckt. Das glaubst du nicht? Dann lass es dir erklären.

Am Himmel gibt es unzählige Dinge zu sehen. Aber UFOs? Wenn du denkst, schon mal eines der mysteriösen Flugobjekte gesehen zu haben, lehn dich einen Augenblick zurück. War es wirklich ein UFO oder doch nur ein Stern? Ja, die beiden Objekte ähneln sich sehr. Da kann es schon mal zu einer Verwechslung kommen. Was dahintersteckt, erklären wir dir.

Optische Täuschung: Sterne vs. UFOs

Sterne und UFOs sehen sich tatsächlich zum Verwechseln ähnlich. Dass wir uns dabei täuschen lassen, sie auseinanderzuhalten, hat einen einfachen Grund: den Autokinetischen Effekt. "Auto" bedeutet "selbst", "kinetisch" betrifft die Bewegung.

Video: UFO-Sichtung von der ISS aus

Wenn wir zu lange auf einen hellen, stationären Punkt vor dunklem Hintergrund schauen, erleben wir diesen Effekt der optischen Täuschung: Der Punkt könnte genauso gut ein weit entferntes Straßenlicht wie ein weißer Punkt auf schwarzem Papier sein. Oder es ist einfach ein Stern am Nachthimmel. Ob er sich wirklich bewegt oder nicht, ist erst einmal unbedeutend.

Wenn dein Auge durchdreht

Die Verwechslungsgefahr ist also biologischer Natur: Kleine fixierte oder kurz auftauchende stationäre Lichtpunkte können von unseren Augen als sich bewegend wahrgenommen werden. Das liegt daran, dass wir Bewegung immer in Bezug zu einem Referenzpunkt wahrnehmen. Schaut man jedoch auf einen Hintergrund, der für das Auge kaum Reizpunkte bietet, stellt sich der Täuschungseffekt ein: die Position des Punktes ist dann nicht klar auszumachen.

Besonders bei ermüdeten Augen tritt dieser Effekt auf. Das Problem dabei: Die wahrgenommene Bewegung eines Lichtpunktes ist nicht mehr objektiv, weil sie von der reellen Bewegung abweicht. Unsere Augen können uns also vortäuschen, dass sich der Punkt bewegt, obwohl das vielleicht gar nicht so ist.

Wurden wir 2017 von einer Alien-Sonde besucht?

Es klingt zu spannend, um wahr zu sein. Wurden wir wirklich von Außerirdischen aufgesucht, wie es ein Wissenschaftler fest behauptet?
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Piloten-Problem

Für Piloten ist das auf Nachtflügen eine Herausforderung. Wenn sie am Nachthimmel einen leuchtenden Punkt wahrnehmen, müssen sie korrekt einschätzen, ob es sich dabei um etwas harmloses wie einen Stern oder im schlimmsten Fall um ein Flugzeug auf Kollisionskurs handelt.

Der berühmte Wissenschaftler Alexander von Humboldt beobachtete den Autokinetischen Effekt bereits im 19. Jahrhundert, als er durch sein Teleskop schaute. Dabei sah er einige sich bewegende Sterne. Er nannte den Effekt "Sternschwanken". Bis die Welt erkannte, dass Humboldt kein mysteriöses Sternenphänomen, sondern das geheimnisvolle Schwanken seiner eigenen Augen entdeckt hatte, dauerte es Jahrzehnte.

Doch kein UFO: Dein Auge veralbert dich

Für deine UFO-"Entdeckung" heißt das: In den meisten Fällen spielt dir der Autokinetische Effekt einen Streich und du siehst wohl doch nur einen Stern. Aber das ist ja auch schön.

Manchmal gibt es aber doch ein Unbekanntes Flugobjekt zu sehen: Dieses UFO flitzte in Schallgeschwindigkeit vorbei. Deshalb erforscht auch das Pentagon UFOs. Dennoch: Es werden trotz Welt-UFO-Tag nicht gleich die Aliens kommen.

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