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In Fledermäusen lauern weitere Coronaviren: Was das für uns bedeutet

Der Coronavirus-Ursprung soll laut einiger Studien in Fledermäusen sein. Doch es lauern noch mehr Erreger in den Tieren.
Der Coronavirus-Ursprung soll laut einiger Studien in Fledermäusen sein. Doch es lauern noch mehr Erreger in den Tieren.
Foto: iStock.com/CraigRJD
Der Coronavirus-Ursprung ist tierisch – davon geht die WHO aufgrund zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen aus. Doch Forschende fanden weitere Coronaviren in Fledermäusen. Das bedeutet der Fund für uns.

Es geistert zwar die Theorie herum, dass der Coronavirus-Ursprung auf Machenschaften in einem Labor zurückzuführen ist, doch alles deutet darauf hin, dass das Virus bei Fledermäusen in China Ende 2019 seinen Anfang genommen hat. Nun fanden Forscher sechs weitere völlig neue Coronaviren in dem Fledertier.

Coronavirus-Herkunft: Covid-19 stammt nicht aus China?
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Coronavirus-Ursprung ist wohl tierisch

Nach Einschätzunen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Coronavirus natürlich entstanden und nicht in einem Labor manipuliert oder konstruiert worden. WHO-Sprecherin Fadela Chaib erklärt im April 2020 bei einer Pressekonferenz in Genf laut Tagesschau: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Virus tierischen Ursprungs ist". Im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Ursprung werden auch häufig Fledermäuse genannt. In ihnen fanden Forscher jetzt sechs völlig neue Viren.

Die Forschung an Fledermäusen

Bei einer Untersuchung im Rahmen des Programms namens PREDICT (Pandemic Preparedness For Global Health Security), untersuchten Forscher Fledermäuse in Myanmar. Ihre Ziel war es, Infektionskrankheiten zu identifizieren, die das Potential haben, sich von Tieren auf Menschen zu übertragen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass Fledermäuse den Erreger Sars-CoV-2 in sich tragen, der über einen Zwischenwirt zum Menschen übertragen wird und das Coronavirus Covid-19 verursacht. Sie gelten also derzeit als Coronavirus-Ursprung.

Die Wissenschaftler verfolgen die Theorie, dass Fledermäuse noch Tausende weitere Coronaviren in sich tragen. Um das zu untersuchen, sammelten Forscher zwischen 2016 und 2018 Hunderte Speichel- und Kotproben von 464 Fledermäusen. Darunter waren mindestens elf verschiedene Arten, die in Orten in Myanmar vorkommen, an denen Menschen in Kontakt mit den Fledertieren treten können. Darunter waren unter anderem Orte mit Freizeit- und Kulturaktivitäten.

Die Ergebnisse der Fledermaus-Forschung

Die Wissenschaftler untersuchten genetische Sequenzen, die sie aus den Speichel- und Kotproben entnommen haben und verglichen sie mit dem Erbgut (Genom) bekannter Coronaviren. Tatsächlich fanden sie in drei Fledermausarten folgende Viren:

  • In der Hausfledermaus (Scotophilus heathii) wurde PREDICT-CoV-90 gefunden.
  • In der Freischwanzfledermaus (Chaerephon plicatus) wurde PREDICT-CoV-47 und -82 gefunden.
  • In der Rundblattnasenfledermaus (Hipposideros larvatus) wurde PREDICT-CoV-92, -93 und-96 gefunden.

Nun sind weitere Forschungen nötig, um das Potenzial dieser neu entdeckten Viren, die möglicherweise den Coronavirus-Ursprung in der Fledermaus haben, für die Übertragung auf andere Arten haben.

Das bedeutet der Fund des Coronavirus-Ursprungs

"Viele Coronaviren stellen möglicherweise kein Risiko für Menschen dar. Wenn wir diese Krankheiten jedoch frühzeitig bei Tieren an ihrem Ursprung erkennen, haben wir eine wertvolle Gelegenheit, die potenzielle Bedrohung zu untersuchen", erklärt Suzan Murray, die Direktorin des Smithsonian's Global-Gesundheitsprogramms und Co-Autorin der Studie laut Life Science. Je mehr Wissenschaftler über den Coronavirus-Ursprung wissen, desto eher können sie versuchen, eine Pandemie zu verhindern.

Weitere Informationen zum Coronavirus

Die chinesischen Stadt Wuhan ist als Coronavirus-Ursprung bekannt. Dort soll eine 57-jährige Shrimp-Verkäuferin "Patient Zero" sein. Das wissen wir bisher über den Coronavirus-Usprung. Was Virologe Christian Drosten zu der Theorie sagt, der Coronavirus stamme aus einem Labor, erfährst du hier.

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