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Bargeld in der Coronakrise: So gefährlich sind Geldscheine

Ist eine mögliche Coronavirus-Ansteckung erhöht, wenn wir mit Bargeld zahlen? (Symbolbild)
Ist eine mögliche Coronavirus-Ansteckung erhöht, wenn wir mit Bargeld zahlen? (Symbolbild)
Foto: imago images / HMB-Media
Spätestens seitdem in Geschäften lieber kontaktlos bezahlt werden soll, steht die Frage im Raum: Ist eine Coronavirus-Ansteckung über Bargeld möglich? Wir haben die Antwort.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus wird in vielen Supermärkten und Geschäften darum gebeten, auf Bargeldzahlung zu verzichten. Damit soll die Möglichkeit einer Coronavirus-Ansteckung bestmöglich reduziert werden. Doch ist eine Übertragung des Erregers über Geldscheine tatsächlich möglich?

Coronavirus – Alle wichtigen Infos
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Coronavirus-Ansteckung über Geldscheine?

Viele Bürger könnten verunsichert sein, dass in den meisten Supermärkten und Geschäften derzeit darum gebeten wird, lieber kontaktlos mit der EC-Karte zu bezahlen. Daher steht die Frage im Raum, ob eine Coronavirus-Ansteckung über Bargeld folglich erhöht ist. Doch die Europäische Zentralbank (EZB) gab schon im März 2020 Entwarnung.

Bundesvorstand Johannes Beermann erklärt in einem Pressegespräch mit der Bundesbank nämlich: "Von Banknoten und Münzen geht kein besonderes Infektionsrisiko für den Bürger aus." Tatsächlich sei die Wahrscheinlichkeit, sich über Bargeld anzustecken sogar geringer als bei anderen Gebrauchsgegenständen. Das liegt wohl an folgenden Punkten:

  • Euro-Banknoten seien so zusammengestellt, dass sie im täglichen Gebrauch kaum verschmutzen.
  • Banknoten, die besonders oft als Wechselgeld von Hand zu Hand gehen (Fünf-Euro-Noten oder Zehn-Euro-Noten) sind zusätzlich mit einem Schutzlack gegen Verschmutzung versehen.
  • Die Bundesbank sortiert verschmutzte Scheine aus und ersetzt sie durch druckfrische neue Scheine.

Das sagt ein Infektologe über eine mögliche Coronavirus-Ansteckung

Der Infektologe und Leiter des Gesundheitsamts der Stadt Frankfurt am Main, René Gottschalk, verrät der EZB außerdem, dass es sogar völlig egal sei, wie lange Krankheitserreger auf Oberflächen überleben könnten. Denn es sei der Infektionsweg entscheidend, der bei Banknoten nicht gegeben sei. Eine erhöhte Coronavirus-Ansteckung über Geldscheine gebe es also nicht.

Denn der "Hauptübertragungsweg des Coronavirus sind Tröpfcheninfektionen durch Husten, Niesen, aber auch Sprechen", so René Gottschalk. Damit müssen wir also keine Angst haben, dass das Risiko einer Coronavirus-Ansteckung durch Geldscheine höher ist. Dennoch klärt das nicht die Frage, warum in Supermärkten um Bargeldverzicht gebeten wird. Es gibt aber eine plausible Erklärung für die Bitte.

Deswegen lieber bargeldlos im Geschäft

Obwohl also laut der Europäischen Zentralbank und des Infektologen kein nachweislich höheres Infektionsrisiko besteht, kann bargeldloses Zahlen dennoch dazu verhelfen, die Coronavirus-Ansteckung zu verringern. Denn es reduziert vor allem Kontakte mit Oberflächen, die leicht verhindert werden können. Verkäufer müssen schließlich die Kassenschublade nicht öffnen. Außerdem lässt sich bei bargeldlosem Bezahlen der Mindestabstand einhalten.

Auch du selbst reduzierst den Kontakt mit Oberflächen: Du musst bei bargeldlosem Zahlen mit der EC-Karte bis 25 Euro keinen PIN eingeben und lediglich die Karte auf das Lesegerät halten. Dasselbe gilt auch, wenn du mit deinem Handy zahlst. Wie lange Corona auf Oberflächen überleben kann, erfährst du hier.

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