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Coronavirus-Ansteckung: Abstandsregeln versagen in wichtiger Situation

Um die Coronavirus-Ansteckung in der Bevölkerung im Rahmen zu halten, gibt es die Abstandsregel von mindestens 1,5 Meter. Eine Studie zeigt aber, wie das im Straßenverkehr nicht nachweisbar ist.

Unter den Linden Bahn Frauen mit Maske
Kollabiert die Abstandsregel in der Bahn? Diese Sorge wird von einer Studie unterstützt. Foto: imago images / Stefan Zeitz

Die Abstandsregel ab 1,5 Meter Luftlinie zwischen zwei Menschen soll dabei unterstützen, eine Coronavirus-Ansteckung zu vermeiden. Doch gerade in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wo die meisten fremden Menschen einander begegnen, ist eine Wahrung eines solchen Abstands so gut wie unmöglich. Hierfür wurde schließlich auch die Corona-Warn-App entwickelt, um in Bussen und Bahnen als den wichtigsten Anwendungsbereichen des Programms für mehr Sicherheit und bei einer Coronavirus-Ansteckung für eine bessere Nachvollziehbarkeit innerhalb der Infizierungsketten zu sorgen. Eine Studie hat nun ergeben, das eben genau im öffentlichen Verkehr die Corona-Warn-App regelmäßig versagt.

Coronavirus-Ansteckung: Wenn selbst Corona-Warn-Apps versagen

Forscher der Schule für Computerwissenschaften und Statistik des Trinity Colleges in Dublin haben unter der Führung von Douglas J. Leith und Stephen Farrell eine Untersuchung veröffentlicht, die sich mit der Coronavirus-Ansteckung in Straßenbahnen beschäftigt. Die Fragestellung der Studie war, wie effektiv die Tracing-Apps aus Italien, der Schweiz und Deutschland in Straßenbahnen sind. Das bittere Ergebnis: In den meisten Fällen war es nicht möglich, die Abstände zwischen den Nutzern korrekt zu ermitteln. Die Wahrung der Abstandsregel konnte nicht verifiziert werden.

Sieben Teilnehmer der Untersuchung wurden mit einem Google-Pixel-2-Smartphone in eine Straßenbahn geschickt. Die Probanden nahmen in der Straßenbahn mit einer französischen Standardausführung, wie sie in Europa weit verbreitet ist, unterschiedliche Positionen ein, um die Abstandsmessung zueinander zu prüfen. Hierzu kam ein WLAN-Hotspot zum Einsatz und die Teilnehmer wurden angewiesen, ihre Handys wie im Alltag zu verwenden.

Die Abstandsregel konnte nicht verifiziert werden

Die Corona-Warn-Apps aus Deutschland und der Schweiz gaben keinen merklichen Abstandsalarm von sich, selbst wenn die Tester für 15 Minuten nah beieinander saßen. Die italienische App reagierte zumindest in 50 Prozent der Fälle. Aber das war den Testern zuwenig. Die Erkennungsregeln der Apps für die Einhaltung der Abstandsregel zur Unterbindung einer Coronavirus-Ansteckung versagen also.

Die Autoren der Studie führen den Grund für die fehlerhafte Messung zurück auf die metallenen Strukturen der Verkehrsmittel. Sie würden zu Schwankungen im Bluetooth-Signal führen, auf den die Corona-Warn-Apps angewiesen ist. Die Metallelemente der Bahn wirken vermutlich reflektierend und würden das Signal verstärken. Dadurch wird das Signal so gestört, dass es zu Problemen bei der Abstandserkennung der Apps kommt. Eine effektive Messung und Einhaltung der Abstandsregel würde in diesen Fällen nicht klappen. Eine Lösung haben die Forscher hierfür nicht.

Dieser Arztbesuch kann bei einer Coronavirus-Ansteckung gefährlich werden. Nur in diesem Fall ist eine Coronavirus-Quarantäne nicht notwendig. Darum sind Schwangere bei einer Coronavirus-Ansteckung besonders gefährdet. Und aus diesem besonderen Grund kann auch der Zeitpunkt über eine Coronavirus-Ansteckung entscheiden.

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