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Ein Hormon könnte für viele Coronavirus-Todesfälle verantwortlich sein

Warum kann das Coronavirus tödlich sein? Ein Hormon rückt bei dem Versuch der Beantwortung der Frage in den Fokus.
Warum kann das Coronavirus tödlich sein? Ein Hormon rückt bei dem Versuch der Beantwortung der Frage in den Fokus.
Foto: iStock.com/loops7
Viele Menschen merken kaum etwas von einer Infektion, für viele andere ist das Coronavirus tödlich. Jetzt gibt es eine neue Theorie dazu, die ein bestimmtes Hormon in den Mittelpunkt rückt.

Manche Menschen erkranken zum Teil so schwer an Covid-19, dass das Coronavirus tödlich für sie ist. Der Verlauf der Krankheit hängt von unterschiedlichen Faktoren, beispielsweise von Vorerkrankungen, ab. Offenbar spielt aber auch ein besonderes Hormon eine wichtige Rolle.

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Das Coronavirus ist tödlich: Dieses Hormon könnte eine Rolle spielen

Bislang wissen wir, dass das Coronavirus tödlich sein kann, wenn das Immunsystem überreagiert. So gibt es derzeit bereits Forschungen zu bestimmten Coronavirus-Medikamenten, die gezeigt haben, dass sie versuchen, die Überreaktion des Körpers zu verhindern. Nun bringt eine im Juli 2020 veröffentlichte Studie das Hormon Bradykinin in Zusammenhang mit Covid-19-Todesfällen.

In eLife veröffentlichten Forschende mit ihrer "Bradykinin-Hypothese" eine alternative Theorie zu plötzlichen und unerklärlichen Todesfällen durch das Coronavirus.

Das ist das Hormon Badykinin

Bradykinin ist laut der Definition von DocCheck ein Hormon, welches unter anderem an der Steuerung von Entzündungsprozessen im Körper beteiligt ist. Das Coronavirus, welches sich durch die sogenannten ACE2-Rezeptoren im Körper einnistet und unter anderem auch Nieren und das Herz befallen kann, kann laut Forschenden auch die körpereigenen Funktionen durcheinanderbringen.

Laut der Studie kann Covid-19 den Gehalt von Bradykinin beeinflussen. So würde der Abbau des Hormons gestoppt, was zu einem Bradykinin-Sturm führe. Dieser könne dazu beitragen, dass das Coronavirus tödlich endet.

Zu ihrer These kamen die Wissenschaftler bei einer Untersuchung von rund 17.000 Daten genetischer Proben des Coronavirus, die anhand eines speziellen sehr schnellen Computers ("Summit"-System") ausgewertet wurden.

Neue Idee für eine Behandlungsmöglichkeit

Die Ergebnisse der Untersuchung liefern Ansatzpunkte für eine neue Therapiemöglichkeit. Um zu verhindern, dass das Coronavirus tödlich endet, könnte den Forschern zufolge versucht werden, das Hormon Badykinin frühzeitig unter Kontrolle zu bringen. So gebe es dazu auch unabhängig von Covid-19 bereits Medikamente, die sich jedoch erst bei klinischen Studien beweisen müssten, bevor sie bei Coronavirus-Patienten eingesetzt werden dürfen.

Dieses bereits zugelassene Coronavirus-Medikament wird bereits dafür eingesetzt, um die Überfunktion des Immunsystems zu verhindern. So beschreiben Ärzte, wie das Coronavirus außerdem töten kann.