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Coronavirus: Gruseliger Ursprungsort aufgedeckt laut Studie – Forscher entsetzt

Zum heiklen Thema der Coronavirus-Herkunft sorgt eine fragwürdige Studie für Aufsehen.
Zum heiklen Thema der Coronavirus-Herkunft sorgt eine fragwürdige Studie für Aufsehen.
Foto: iStock.com/libre de droit
Wissenschaftler sind wütend wegen einer neuen Studie, die den angeblich wahren Ursprung des Coronavirus belegen soll.

Ein umstrittener Bericht chinesischer Virologen ist aufgetaucht, der die Coronavirus-Herkunft in einem Labor in China verortet und von einer bewussten Freisetzung des Covid-19-Erregers spricht. Forscher versetzt das Dokument in Aufregung, allerdings aus einem nicht so offensichtlichen Grund.

Brille senkt das Infektionsrisiko mit Covid-19
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Coronavirus-Herkunft: So haltbar ist die Labor-Theorie

"Unsinn" oder auch "Schnickschnack" ist das Urteil, das Wissenschaftler für die Abhandlung zur angeblichen Coronavirus-Herkunft übrig haben. Der Bericht von vier Virologen, die aus China geflohen sein sollen – darunter Dr. Li-Meng Yan, die bereits mehrfach durch Äußerungen zur Rolle Chinas in der Corona-Pandemie aufgefallen ist – behauptet, dass der Covid-19 Erreger ein "Laborprodukt" ist und das Coronavirus seinen Ursprung damit in China hat.

Die genaue Theorie zur angeblich tatsächlichen Coronavirus-Herkunft besagt, "die laboratorische Herstellung dieses Coroanvirus ist komfortabel und kann schätzungsweise innerhalb von sechs Monaten bewerkstelligt werden." Zurückzuführen sei dies darauf, dass das Genom des Erregers ungewöhnliche Merkmale aufweise, die eher auf eine ausgeklügelte Modifikation im Labor hinweisen, als auf eine natürliche Evolution, wie der Titel der Analyse besagt.

Hintergründe der Studie erscheinen fragwürdig

Dass andere Wissenschaftler diese vermeintlichen Erkenntnisse als Schwachsinn abtun, hat einen Grund. Wie bekannt wurde, ist der Bericht bisher nicht durch Experten fachlich geprüft worden. Dazu kommt, dass die chinesischen Autoren dahinter mit zwei Nonprofit-Organisationen in New York in Verbindung stehen sollen, der "Rule of Law Society" und der "Rule of Law Foundation". Diese haben ScienceAlert zufolge keine Historie wenn es um die Veröffentlichung wissenschaftlicher oder medizinischer Arbeiten geht. Zudem sollen beide Organisationen vom ehemaligen Trump-Strategen Steve Bannon mitgegründet und geleitet worden sein.

Der zweite Mitbegründer ist der im Exil befindliche chinesische Milliardär Guo Wengui, der bereits die Seite "G News" aufgebaut und darüber zahlreiche und inzwischen widerlegte Informationen über die Coronavirus-Herkunft und dessen Verbreitung aus China heraus verbreitet haben soll, wie ScienceAlert weiter berichtet.

Als "'Wissenschaft' verkleideter "Unsinn"

Zu den Aussagen Dr. Li-Meng Yans, die an der Universität von Hong Kong herausgefunden haben will, dass China seit Beginn über das Coronavirus gelogen habe, erklärte die Bildungseinrichtung öffentlich per Statement, das Dr. Yan von Dezember 2019 bis Januar 2020 nie Forschung zur Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Covid-19-Erregers betrieben habe. Ihre Behauptungen hätten keine wissenschaftliche Grundlage und würden Hörensagen gleichen.

Andere Experten nannten die Forschung der vier chinesischen Virologen zur Coronavirus-Herkunft "bizarr und nicht fundiert. Es gäbe keinen Beweis dafür, dass das Virus genetisch konstruiert wurde. Andere Untersuchungen kamen sogar zu dem Schluss, das Coronavirus habe seinen Ursprung keineswegs in China. Eine andere Studie liefert Hinweise, dass der Erreger keineswegs erzeugt werden konnte. Der leitende Autor Kristian G. Anderson betitelte den aktuellen Bericht mit "als 'Wissenschaft' verkleideter Unsinn".

Twitter selbst hat im Rahmen seiner Covid-19-Politik, zu Beiträge mit kontroversen Behauptungen, den Account von Dr. Yan gesperrt. Was genau die Coronavirus-Herkunft ausmacht, ist bis heute dennoch nicht geklärt. Der Ausbruch in Wuhan soll Experten zufolge vielmehr ein Superspreader-Ereignis gewesen sein, als der wirkliche Ursprung der Corona-Pandemie. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es sich dabei um einen Labor-Unfall handele, wie ein Epidemiologe gegenüber Business Insider erklärte.

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