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Coronavirus: Zahlen steigen trotz Maske – der Grund ist ernüchternd

Das könnte der Grund dafür sein, dass die Coronavirus-Zahlen steigen.
Das könnte der Grund dafür sein, dass die Coronavirus-Zahlen steigen.
Foto: imago images, iStock.com, Canva.com [M]
Artikel von: Regina Singer
Mehrere Tage hintereinander wurden in Deutschland mehr als 11.000 Corona-Fälle gemeldet. Trotz Maske steigen die Coronavirus-Zahlen also deutlich. Das könnte der Grund dafür sein.

Die Coronavirus-Zahlen in Deutschland steigen seit Oktober deutlich. Am vergangenen Samstag wurde mit mehr als 19.000 Fallzahlen binnen 24 Stunden ein neuer Höchststand erreicht. Und obwohl mehr getestet wird als noch zu Beginn der Pandemie, sind die höheren Fallzahlen nicht mehr nur mit mehr Tests zu erklären. Doch warum steigt die Zahl der Covid-19-Infizierten trotz Maskeschutz?

Aerosole - durch richtiges Lüften vor Corona schützen
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Coronavirus-Zahlen steigen: Die möglichen Gründe dafür

Die steigenden Coronavirus-Zahlen beunruhigen Politiker und Experten, wie unter anderem Lothar Wieler, den Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI). Doch warum steigen die Fallzahlen? Das könnten wir unter anderem damit erklären, dass es draußen kälter geworden ist und sich die Menschen dementsprechend häufiger in Innenräumen miteinander treffen. Hier ist die Ansteckungs-Gefahr größer. Nicht zuletzt hat dies mit der Coronavirus-Übertragung durch Aerosole zu tun. Diese können sich nämlich laut Forschungen stundenlang in der Luft halten und so infizieren.

In Innenräumen kann der Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern zudem häufig nicht eingehalten werden. Außerdem scheint es, als haben sich viele Menschen aufgrund der vergleichsweise niedrigen Ansteckungen in den vergangenen Wochen wieder stärker an ein nahezu normales Sozialleben gewöhnt haben. Dadurch könnte es sein, dass sich wieder größere Gruppen in Innenräumen getroffen haben. Je mehr Menschen sich in einem geschlossenen Raum aufhalten, desto höher ist das Risiko einer Coronavirus-Ansteckung.

So erklärt etwa Nicolas Kahl, ein Hausarzt aus Nürnberg, dass beispielsweise in Nürnberg im März nur etwa fünf bis sechs Kontakte nachverfolgt werden mussten. Mittlerweile seien es 80 bis 90.

Die Maske alleine schützt nicht

Mit den frühen Maßnahmen im März scheint es, als hätten wir die Coronavirus-Pandemie vergleichsweise in Griff bekommen. Nicht nur der Lockdown auch die strengen Kontaktbeschränkungen und das sommerliche Wetter haben geholfen, die Coronavirus-Zahlen in Deutschland geringer zu halten – zumindest geringer als in manch anderen Ländern. Die Maske alleine schützt also nicht vor einer Infektion. Es geht auch darum, mit wenigen Menschen in Kontakt zu treten.

"Wir verbreiten das Virus": Der Lockdown light

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt in ihrem Videopodcast vor wenigen Tagen: "Die Wissenschaft sagt uns klar: Die Ausbreitung des Virus hängt direkt an der Zahl der Kontakte, der Begegnungen, die jeder von uns hat. Wenn jeder von uns seine Begegnungen außerhalb der eigenen Familie jetzt eine Zeitlang deutlich verringert, dann kann es gelingen, den Trend zu immer mehr Infektionen zu stoppen und umzukehren." Sie appelliert an die deutschen Bürger und Bürgerinnen: "Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause." Die Hoffnung ist da, dass die Coronavirus-Zahlen so wieder sinken.

Unter anderem am 24. Oktober wandte sich die Bundeskanzlerin erneut an die Bevölkerung: "Wir sind nicht machtlos gegen das Virus, unser Verhalten entscheidet, wie stark und wie schnell es sich ausbreitet. Und das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen." Daher gilt seit dem 2. November ein Lockdown Light. Bereits zu Beginn der Pandemie konnte diese Maßnahme dazu verhelfen, dass die Infektionen nicht signifikant steigen.

Virologin Sandra Ciesek erklärt kürzlich in einer NDR-Podcast-Folge zum Virus: "Es ist nichts, dem wir hoffnungslos ausgeliefert sind: Wir verbreiten ja das Virus. Das Virus braucht immer einen Wirt und das sind wir. Der Verlauf der Pandemie ist auch ein Ausdruck des menschlichen Verhaltens." Sie verrät, welches Verhalten während der Corona-Pandemie im Winter entscheidend sind. Eine Coronavirus-Ansteckung an diesem Ort ist besonders hoch.

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