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Ungewöhnlicher Intelligenztest: Wer solche Augen hat, ist schlauer

Kleine beziehungsweise große Pupillen können andeuten, ob jemand klüger ist als andere.
Kleine beziehungsweise große Pupillen können andeuten, ob jemand klüger ist als andere.
Foto: GettyImages/Jonathan Knowles
Artikel von: Dana Neumann
Forscher haben in einer Reihe von Studien gezeigt, dass ein spezifisches Augenmerkmal Aufschluss über die Intelligenz einer Person gibt.

Wer seinem Gegenüber ganz genau in die Augen schaut, könnte darin ablesen, ob es klüger ist als andere. Einige Wissenschaftler zumindest haben ein Anzeichen dafür entdeckt und in verschiedenen Untersuchungen an über 500 Menschen überprüft. Das Ergebnis ist eine überraschende Korrelation zwischen kleinen und großen Pupillen und der Intelligenz einer Person.

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Welche Pupillengröße ist normal?
In der Regel sind beide Pupillen eines Menschen gleich groß. Ihr Durchmesser liegt dabei zwischen 1,5 und 8 Millimetern. Unterschiede in der Größe der Pupillen von bis zu einem Millimeter sind jedoch ebenso möglich, ohne dass es dafür eine krankhafte Ursache geben muss. Obwohl sich die Größe der Pupillen an einfallenden Lichtreizen orientiert, gibt es auch verschiedene Zustände von Pupillenstarre. In solchen Fällen reagieren sie aus verschiedenen Gründen nicht, zum Beispiel weil die Kommunikation zwischen Augenmuskeln zur Pupille und Gehirn unterbrochen ist.


Kleine oder große Pupillen? Diese Personen sind schlauer

Über die Größe der Pupillen passen sich deine Augen den gegebenen Lichtverhältnissen an. Durch das Erweitern oder Verkleinern, den sogenannten Pupillenreflex, wird dabei reguliert, wie viel Licht auf die Netzhaut fällt. Auch Erregung, Interesse und mentale Erschöpfung ist daran ablesbar. Aktuellen Untersuchungen zufolge stehen kleine und große Pupillen aber auch noch mit etwas ganz anderem in Verbindung: der Intelligenz.

Wie Scientific American berichtet, können sie ein Maßstab für kognitive Fähigkeiten sein. Damit wären Augen nicht nur sprichwörtliches "Fenster zur Seele", sondern auch zum Gehirn. Einer neuen Studie zufolge hängt die Größe von Pupillen nämlich eng mit individuellen Intelligenzunterschieden zusammen. Das Fazit der leitenden Forscher Jason S.Tsukahara und Randall W.Engle: Je größer die Pupillen, desto intelligenter. Gemessen wurde dies anhand von Tests zu Logik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis.

Mehrere Untersuchungen durchgeführt

Mit den neuen Erkenntnissen bestätigten die Wissenschaftler Resultate, die sie schon vor einigen Jahren veröffentlicht hatten. Der Unterschied in der Pupillengröße zwischen Personen mit den höchsten Ergebnissen bei den kognitiven Tests und jenen mit den niedrigsten war dabei so deutlich, dass er mit dem bloßen Auge erkennbar war, schreibt das Team hinter der Studie.

Insgesamt wurden gleich mehrere, groß angelegte Studien durchgeführt, an denen über 500 Personen aus Atlanta zwischen 18 und 35 Jahren teilnahmen. Dazu vermaßen die Forscher deren Pupillen mittels eines Augentrackers, also einer hochempfindlichen Kamera und eines Computers, der die Lichtreflektion von der Pupille und Hornhaut einfängt. Dazu starrten die Probanden während der Aufzeichnung bis zu vier Minuten lang und bei gedimmtem Licht auf einen leeren Bildschirm. Am Ende berechneten die Wissenschaftler die durchschnittliche Größe der Pupillen des jeweiligen Teilnehmers.

Im nächsten Teil des Experimentes mussten die Probanden eine Reihe an Testaufgaben lösen, die fluide Intelligenz (neue Probleme logisch durchdenken), die Fähigkeit des Arbeitsgedächtnisses (Dinge über einen Zeitraum hinweg behalten) und Aufmerksamkeitskontrolle (fokussierte Aufmerksamkeit trotz Ablenkungen und Störungen) messen sollten. Besonders große Pupillen korrelierten dabei mit höherer fluider Intelligenz, größerer Aufmerksamkeitskontrolle und in etwas geringerem Maße mit einem besseren Arbeitsgedächtnis.

Deshalb könnten große Pupillen und Intelligenz zusammenhängen

Eine Theorie um die Korrelation zwischen Pupillen und höherer Intelligenz besagt, dass die Aktivitäten von Menschen mit großen Pupillen im Ruhezustand stärker durch den "Locus coeruleus" reguliert werden. Dabei handelt es sich um ein Kerngebiet im oberen Hirnstamm mit weitreichenden neuronalen Verbindungen zum Rest des Gehirns, das Einfluss auf Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis hat. Um diese Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen, ist jedoch weitere Forschung nötig.

Im Bereich Intelligenz gibt es übrigens 8 Arten, glaubt ein anderer Wissenschaftler. Neue Erkenntnisse geben auch aus, wie es um die Intelligenz der Menschheit im Allgemeinen bestellt ist. Aber: Ab einem Alter kannst du deine Intelligenz nicht mehr steigern, so eine andere Studie.

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