Der NASA ist ein bisher einzigartiger Erfolg gelungen. Auch für die Wissenschaft bedeutet er einen großen Sprung, und dazu klingt er noch unglaublich. Denn wie die US-Weltraumbehörde am 14. Dezember auf der Pressekonferenz zum American Geophysical Union Fall Meeting in New Orleans verkündete, konnten die Forschenden mithilfe der Parker Solar Probe „zum allerersten Mal in der Geschichte“ die Sonne berühren. Damit verbunden seien auch völlig neue Entdeckungen.

Parker Solar Probe kommt der Sonne näher als niemand zuvor

Im Detail, so ergänzt die NASA in einem dazugehörigen Blogbeitrag, konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe der Sonde erstmal die obere Atmosphäre der Sonne durchdringen, die sogenannte Corona. Dort sammelten sie zunächst Partikel und Informationen über Magnetfelder.

Während ihres Vorbeifluges kreuzte die Parker Solar Probe die Corona mehrere Male. Dies wiederum bestätigte, was Forschende bereits vermuteten: Die Grenzoberfläche ist nicht geformt wie ein Ball. Sie hat vielmehr Täler und Spitzen. Zu lernen, wie diese mit der solaren Aktivität zusammenpassen, die von der Oberfläche ausgeht, kann ihnen helfen, wie Ereignisse auf der Sonne ihre Atmosphäre und die Sonnenwinde beeinflussen.

Die größere Nähe zur Sonne erlauben der NASA und ihrer Parker Solar Probe zudem, Zustände in der magnetisch dominierten Schicht der Sonnenatmosphäre zu messen. Zuvor war dies laut Nour Raouafi, am Parker Project beteiligter Forscher, nicht möglich. Aufregend ist es, weil der Aufenthalt der Sonde in der Corona in den Daten über das Magnetfeld, die Sonnenwinde und in visuellen Bildern sichtbar ist.

NASA kann Grenze zur Corona bestimmen

Der Erfolg der Mission bedeute dabei nicht nur einen Meilenstein für das Raumfahrzeug. Auch für die Erforschung der Sonne sei dies ein gewaltiger Sprung. Jene Materialien berühren zu können, aus denen die Sonne gemacht ist, würde helfen, kritische Informationen und mehr über ihren Einfluss auf das Sonnensystem zu lernen.

„Dass die Parker Solar Probe ‚die Sonne berührt hat‘, ist ein monumentaler Moment für die Solarwissenschaft und eine wahrhaft bemerkenswerte Leistung.“

Thomas Zurbuchen, Associate Administrator für das Science Mission Directorate im NASA-Hauptquartier

Insgesamt hat es drei Jahre gedauert, bis die NASA ihr Ziel erreicht hatte. 2018 wurde die Parker Solar Probe gestartet, um die Sonne aus dem bisher geringsten Abstand zu untersuchen. Der Stern besitzt zwar anders als die Erde keine feste Oberfläche. Die superheiße Atmosphäre ist dennoch nicht weniger faszinierend. Sie besteht aus solarem Material, das durch Gravitation und magnetische Kräfte an die Sonne gefesselt ist. Dort, wo diese Kräfte nicht mehr stark genug sind, um die Materialien zu halten, endet die Corona.

Wo genau sich diese Grenze befindet konnte die Wissenschaft bis jetzt nicht exakt sagen. Die spiralförmige Umlaufbahn der NASA-Sonde führte sie aber immer näher daran heran, bis der jüngste Meilenstein erreicht wurde:

„Wir gingen vollständig davon aus, dass wir, früher oder später, zumindest für eine kurze Zeit auf die Corona treffen würden. Es ist sehr aufregend, dass wir das schon erreicht haben.“

Justin Kasper, Leiter einer begleitenden Studie

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Neben diesem Erfolg kann die Weltraumbehörde aber auch auf andere zurückblicken. So konnten mehrere Entdeckungen über den Mars allein 2021 gemacht werden. Dazu kommen ungewöhnliche Mars-Bilder des Rovers, die an „begrabene Skelette“ erinnern.

Quellen: NASA, Physical Review Letters

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