Der Rote Zwerg Proxima Centauri befindet sich in einer Entfernung von circa 4,2 Lichtjahren zu unserer Sonne. Es handelt sich bei ihm um den uns nächstgelegenen Stern. Bisher ging die Forschung davon aus, dass er von zwei Planeten umkreist wird. Nun aber hat ein Team der Europäischen Südsternwarte (ESO) und des portugiesischen Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço (IA) ein weiterer Exoplaneten im Orbit des Sterns entdeckt.

Exoplanet: Proxima d ist besonders leicht

Mit Hilfe des Very Large Telescope (VLT) der ESO gelang es den Wissenschaftler:innen, Proxima d auszumachen. Das Objekt hat eine Masse, die etwa einem Viertel der Masse unserer Erde entspricht. Damit handelt es sich bei ihm um den mit Abstand leichtesten bislang entdeckten Exoplaneten.

Proxima d umkreist seinen Stern in einen Abstand von etwa vier Millionen Kilometern und umläuft ihn alle fünf Tage. Zum Vergleich: Zwischen Merkur und der Sonne liegen rund 58 Millionen Kilometer. João Faria, Hauptautor einer im Fachjournal Astronomy & Astrophysics veröffentlichten Studie erklärt, das System des sonnennächsten Sterns sei voller neuer Welten. Sie könnten neue Forschungen und Studien maßgeblich vorantreiben.

„Diese Entdeckung zeigt uns, dass unser nächster Nachbarstern in seiner Umlaufbahn eine Reihe interessanter Planeten zu haben scheint, die für weitere Studien und Erkundungen durchaus zugänglich sind.“

João Faria (via ESO)

ESPRESSO hilf bei neuem Fund

Neben den neu entdeckten gibt es zwei weitere Planeten im Proxima-System: Proxima b und c. Ersterer umkreist seinen Stern binnen 11 Tagen, seine Masse ist mit der der Erde vergleichbar. Astronom:innen hatten den Exoplaneten erstmals im Jahr 2020 gesichtet. Sie bestätigten seine Existenz damals mit Hilfe des ESPRESSO (Echelle Spectrograph for Rocky Exoplanets and Stable Spectroscopic Observations). Schon damals stießen sie auf einen Hinweis, der für einen weiteren Himmelskörper sprach.

„Dieses Ergebnis ist äußerst wichtig, denn es zeigt, dass die Radialgeschwindigkeitsmethode das Potenzial hat, eine ganze Population leichter Pelaneten wie den unseren zu entdecken, von denen man annimmt, dass sie in unserer Galaxie am häufigsten vorkommen und möglicherweise Leben, wie wir es kennen, beherbergen könnten.“

Pedro Figueira (via ESO)

Figueira ist Wissenschaftler am ESPRESSO-Instrument der ESO in Chile und Forscher am IA. Der Fund zeige deutlich, wozu der Spektrograf fähig sei „und macht mich neugierig, was es in Zukunft noch alles zu entdecken gibt“.

Quelle: „A candidate short-period sub-Earth orbiting Proxima Centauri“ (2022, Astronomy & Astrophysics); Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço; Europäische Südsternwarte

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