Die NASA veröffentlicht scheinbar am laufenden Band Mars-Bilder. Die Aufnahmen der Mars-Vehikel Curiosity oder Perseverance zeigen dabei nicht nur die Oberfläche einer kargen Welt fernab unserer eigenen. Vielmehr zeigen die hier vorgestellten Bilder, wie der Mensch selbst auf einem fremden Planeten seine eigene Welt zu erkennen sucht.

[kaltura-widget uiconfid=“Loading…“ entryid=“0_9jc2f2hx“ width=“100%“ height=“56.25%“ responsive=“true“ hoveringControls=“false“ isplaylist=““ /]

Sieben Mars-Bilder der NASA, die ziemlich irdisch aussehen

Denn die Aufnahmen des roten Planeten weisen vor allem geologische Ähnlichkeit zu Trockengebieten auf unserer Erde auf. Seien es Dünen, Täler oder Bergketten: der Mars ist mehr Erde, als wir denken.

#1 Grüße vom Mars-Rover Perseverance

Selfie Perseverance
Der Mars-Rover Perseverance ist seit einem Jahr auf dem Mars. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

„Perseverance“ ist der neuste Mars-Rover, den die NASA auf den roten Planeten schickte. Seine Bilder sollen uns ein größeres Verständnis über die Beschaffenheit des Planeten liefern. Die Besonderheit: Der Rover landete in Begleitung mit der kleinen Drohne „Ingenuity“.

Der Rover bohrt Löcher und sammelt Daten darüber, ob Leben auf dem Mars überhaupt möglich war. Neues Erkenntnissen zufolge soll der Mars nie dafür bestimmt gewesen sein. Die Reise des Vehikels kann auf der offiziellen Website des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA verfolgt werden.

#2 NASA´s Rover „Curiosity“ knipst ein Bild von einer besonderen Mars-Düne

Sanddüne auf dem Mars in schwarz weiß
Curiosity blickt auf eine Düne, die auch hier auf der Erde sein könnte. © NASA Jet Propulsion Labatory (JPL)

Die Aufnahme von NASA´s Rover „Curiosity“ zeigt die sogenannte „Namib-Düne“. Sie wirkt erstaunlich irdisch, so als wäre die Aufnahme irgendwo in der Sahara entstanden. Tatsächlich schaut „Curiosity“ hier auf eine etwa vier Meter hohe Düne auf dem Mars.

Bereits 2015 und 2016 untersuchte der Rover aktive Sanddünen. Solche Wanderdünen wurden durch „Curiosity“ das erste Mal außerhalb der Erde gefunden. Die sogenannten Bargnold Dunes bewegen sich mit etwa einem Meter pro Jahr von West nach Ost.

#3 NASA´s Mars-Bild einer lebensfeindlichen Welt

Aufnahme Mars Perseverance
Perseverance nah dieses Bild vom Mars auf. Der diesige, orangene Himmel lässt erahnen, welche Bedingungen auf dem Planeten herrschen. © NASA/JPL-Caltech/ASU

Auf seinem Streifzug nahm der Mars-Rover „Perseverance“ dieses Landschaftsbild auf. Das Geröllfeld zeigt, wie lebensfeindlich der Mars ist. Mehr als das wurden Lichtverhältnisse nicht angeglichen; der Himmel und das Licht ist orange. So wie auf dieser Fotografie wird sich den ersten Menschen der Mars vermutlich zeigen.

„Perseverance“ nahm dieses Bild mit der „Mastcam-Z Camera“ auf. Dabei handelt es sich um zwei Kameras, die am höchsten Punkt des Rovers installiert sind.

#4 Wechselnde Tageszeiten

1-PIA24937-A_Picture_Postcard_from_Curiositys_NavCams-bicolor
Seit 2014 ist Curiosity i Gale-Krater unterwegs. © NASA/JPL-Caltech

Seit 2014 ist NASA´s Mars-Rover „Curiosity“ im Gale-Krater unterwegs und macht Bilder von ihm. Das Besondere: Es zeigt nicht nur die Landschaftsmerkmale des 154 Kilometer breiten Kraters, sondern auch wechselnde Tageszeiten.

Gleich zwei Lichtquellen sind auf dem Bild zu erkennen. „Curiosity“ nahm dafür ein Bild am Morgen und eines am Abend auf. Diese Bilder wurden von den Wissenschaftler:innen zurück auf der Erde nachkoloriert und aufeinander gelegt. Das Farbspiel ist lediglich eine künstlerische Interpretation und soll den Forschenden helfen, Bodenprofile besser zu erkennen.

#5 Beinahe schon irdisch

Marsgestein und Mars-Horizont
Curiositys Blick auf das Gestein des Mount Sharp zeigt Spuren von Wasser. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

„Curiosity“ nahm dieses Bild vom Mars am 580. Tag, oder Sol, seiner Mission auf. Die NASA nutzt solche Aufnahmen, um Beweise für die einstige Existenz von Wasser auf dem Planeten zu finden. Die Aufnahme zeigt den Mount Sharp.

Dafür werden werden die Aufnahmen des Rovers nachkoloriert. Der Himmel wirkt so blau wie auf der Erde, tatsächlich wäre er aufgrund der atmosphärischen Zusammensetzung eher orange und dunkler. Auch die Steine im Vordergrund sehen so aus, als sei das Bild in einer Wüstenregion irgendwo auf der Erde entstanden.

Die allzu irdischen Farben helfen Geologen, das Gestein besser zu untersuchen. Eine solche Strategie wird bei der NASA auch als „white balancing“ bezeichnet. Ein solcher Weißabgleich sorgt auch dafür, dass der Himmel blau erscheint und Teile der Steine differenzierte Farbschattierungen haben.

#6 Geologische Besonderheiten

Gesteinsschichten auf dem Mars
Sedimente wie diese zeugen davon, dass auf der Oberfläche des Mars einst Wasser existiert haben muss. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Wasser ist Leben. Nach diesem Grundsatz suchen Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten bereits nach Anzeichen, dass auf dem Mars einst Wasser existiert hat. Sollte sich auch noch zeigen, dass in den Ablagerungen Fossile mikrobakteriellen Lebens gefunden werden, ist der Beweis erbracht, dass Leben überall im Universum möglich ist.

Ein besonderer Maker sind hierfür Bilder von Mars-Sedimenten, die auf einst fließendes Wasser an der Oberfläche schließen lassen. Die hier gezeigten Sedimentablagerungen sollen am Grund eines einstigen Sees liegen.

#7 Sonnenuntergang auf einer anderen Welt

Sonnenuntergang auf dem Mars
Auf dem Mars erscheint der Sonnenuntergang aufgrund von Partikeln in der Atmosphäre blau. © NASA/JPL-Caltech/MSSS/Texas A&M Univ.

Die Marsatmosphäre enthält viel Staub. Diese feinen Partikel haben auch einen Effekt auf die Lichteinstrahlung der Sonne. Langwellige Farben des Lichtspektrums haben es schwerer durch diese Atmosphäre zu dringen. Gerade bei Sonnenuntergängen erscheint das Licht daher blau.

Der Mars: Ein Planet der Extraklasse

Gleich mehrere Faktoren ermöglichen eine Erkunden des Mars. Die relative Entfernung des Planeten zur Erde ist überwindbar. Außerdem besitzt der Mars eine Atmosphäre, die dünn genug ist, um auf der Oberfläche zu operieren. Der Merkur liegt zu nah an der Sonne und allein der atmosphärische Druck der Venus würde alle Rover und Sonden in kurzer Zeit zerstören.

Bleibt also nur der Mars, den die Menschheit relativ einfach erkunden kann. Gleich mehrere Länder planen daher in den kommenden Dekaden bemannte wie unbemannte Missionen zum roten Planeten. Die bisherigen Bilder vom Mars zeigen, dass unser Nachbarplanet unserer Erde in manchen Dingen ähnelt.

Quellen: Jet Propulsion Laboratoy at the California Institute of Technology (CALTECH), NASA.gov, NASA Science Mars Exploration Programm

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.