Das All hält schier unbegrenzte Überraschungen parat. Und viele von ihnen können Aufschlüsse zu wichtigen Fragen zum Universum geben. Einen Materie und Antimaterie ausstrahlenden Stern haben jetzt die Forscher*innen der NASA entdecken können. Der könnte die Antwort auf das Rätsel liefern, woher denn Antimaterie überhaupt kommt.

Antimaterie: Neuer Stern könnte Antworten liefern

In einer Pressemitteilung berichtet die NASA über den neuen Stern, der neben Materie auch viel Antimaterie ins Weltall befördert. Dieser soll vergleichsweise klein sein und befindet sich 1.600 Lichtjahre von der Erde entfernt und zieht einen langen Schweif nach sich.

Die Expert*innen nennen ihn PSR J2030+4415 (oder nur J2030), der durch den Kollaps eines großen, massiven Sterns entstanden sein soll. Bei dem Stern soll es sich um einen Pulsar handeln und er soll drei Umdrehungen pro Sekunde machen. Der Mitteilung zufolge bewegt er sich mit einer Geschwindigkeit von ungefähr einer Million Meilen pro Stunde.

Die Entdeckung an sich ist bemerkenswert genug. Tatsächlich erhofft man sich aber dadurch auch erklären zu können, weshalb in der Vergangenheit in unserer Galaxie so viele Positronen (das Antimaterie-Gegenstück zu Elektronen) gefunden wurden.

Wie entsteht Antimaterie?

Die überwältigende Mehrheit des Universums soll nämlich aus Materie bestehen. Trotzdem entdecken Wissenschaftler*innen immer wieder Beweise für große Mengen von Positronen und damit für Antimaterie, sogar auf der Erde. Doch woher kommen sie? Pulsar-Sterne wie J2030 könnten Licht ins Dunkel bringen.

Die Kombination aus extrem schnellen Rotationen und starken Magnetfeldern sorgt für eine Partikel-Beschleunigung und hohe Energieausstrahlung, wobei Elektronen- und Positronen-Paare entstehen. Einsteins berühmte Formel E = mc², bei der Masse in Energie umgewandelt wird, kehrt sich hierbei um. Es entsteht Masse aus Energie.

Pulsare generieren Winde, die aus geladenen Partikeln bestehen, die für gewöhnlich in den eigenen Magnetfeldern der Sterne festgehalten werden. Diese Winde folgen dem Pulsar, während er durchs All zieht. Gleichzeitig fliegt vor dem Stern eine Art Bugstoßwelle aus Gas mit, ähnlich wie ein Boot im Wasser. Doch vor etwa 20 bis 30 Jahren soll die Welle angehalten haben und der Pulsar ist mit ihr zusammengestoßen.

Antimaterie-Partikel werden rausgespritzt

Dadurch könnte ein Partikel-Leck entstanden sein, wodurch das Magnetfeld des Sternes sich mit dem des umliegenden Universums verbunden hat. So könnten energiereiche Elektronen und Positronen durch eine Öffnung ins All rausspritzen – und sogar bis zur Erde gelangen.

Es bleibt spannend, welche weiteren Erkenntnisse sich womöglich noch aus J2030 ziehen lassen können. In der Zwischenzeit arbeitet die NASA weiter am nächsten bemannten Mondbesuch.

Quelle: NASA

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