Schnell die Zigarette angezündet, tief inhaliert und ausgeatmet – für viele ist das ein entspannendes und auch soziales Ritual. Doch die Folgen von Rauchen sind weitestgehend bekannt und die Risiken für allerlei gesundheitliche Probleme steigen dadurch beträchtlich. Forschende haben aber jetzt neue Körperzellen in der menschlichen Lunge gefunden, die langfristig bei einigen Beschwerden helfen könnten.

Folgen von Rauchen: Naht Hilfe?

Dem Fund neuer Körperzellen in der Lunge ging die Frustration über den bisherigen Kenntnisstand voraus, wie Science Alert schreibt. Denn bisher musste sich die Forschung mit Mäuselungen zufriedengeben, obwohl schon seit geraumer Zeit bekannt ist, dass es einige deutliche Unterschiede gibt. Um Wissenslücken zu schließen, nahm man Gewebeproben gesunder Menschen und machte so den neuen Fund, der langfristig bei Folgen von Rauchen behilflich sein könnte. Doch dazu gleich mehr.

Das Forschungsteam hat die neuen Entdeckungen RAS(respiratory airway secretory)-Zellen getauft und sie sollen eine zentrale Rolle bei der Erhaltung des Atemwegssystems spielen. Zu finden sind sie in den Bronchioli, also kleinen Verästelungen des Bronchialsystems, in denen auch Lungenbläschen vorkommen. Sie sollen sich ähnlich wie Stammzellen verhalten: Sie können Zellen der Lungenbläschen reparieren, sich aber auch in neue transformieren.

RAS-Zellen: 2 Funktionen

Im Detail haben RAS-Zellen zwei Funktionen. Zum einen können sie Moleküle ausscheiden, die für eine intakte Flüssigkeitsverkleidung in den Bronchiolen sorgen. Das soll sie vor einem Kollaps bewahren und ihnen zugleich bei der Maximierung ihrer Effizienz helfen.

Zugleich können sie als Vorläufer für Pneumozyten Typ II fungieren. Diese wiederum können beschädigte Lungenbläschen reparieren. RAS-Zellen sind also insgesamt für eine stabile und funktionierende Lunge unabdinglich.

COPD als Folge von Rauchen

Die Forscherinnen und Forscher nehmen an, dass RAS-Zellen eine Rolle bei Krankheiten spielen, die in der Folge von Rauchen auftreten. Dazu zählt unter anderem auch die chronisch obstruktive Lungenkrankheit, kurz COPD (von „chronic obstructive pulmonary disease“). Dabei handelt es sich um die Entzündung der Atemwege, die durch Rauchen oder seltener auch Luftverschmutzung hervorgerufen wird.

Bei COPD kann die Lunge schlechter Sauerstoff aufnehmen. Daraus resultieren Symptome, die denen von Asthma ähneln. Darüber hinaus kann das Leiden zu einer irreversiblen Überblähung der Lunge, ein Lungenemphysem, führen. Dabei werden die Lungenbläschen zerstört. Theoretisch sollten RAS-Zellen durch deren Reparatur vorbeugend eingreifen können. Rauchen jedoch könnte aber auch sie beschädigen oder gar zerstören, weshalb sie selbst nicht mehr helfen können.

Mögliches Heilmittel?

Aktuell bekommen Patientin*innen mit COPD in der Regel Medikamente gegen die Entzündungen oder Sauerstofftherapie, um die Symptome zu lindern. An den Lungenschäden selbst ändert sich dabei nichts. Doch Wissenschaftler*innen könnten sich die RAS-Zellen genauer anschauen und versuchen, deren regenerativen Eigenschaften zu nutzen. Zwar ist es aktuell noch sehr früh. Doch in Zukunft könnte mit ihrer Hilfe COPD nicht nur besser behandelt, sondern vielleicht sogar auch vollständig besiegt werden.

Ein intakter Atemapparat ist unabdinglich für jeden Einzelnen und die RAS-Zellen sind dafür wichtiger Bestandteil. Im Krankheitsfalle solltest du natürlich gut auf dich achtgeben: Eine verschleppte Lungenentzündung kann zum Beispiel ernsthafte Folgen für dich haben.

Quellen: „Human distal airways contain a multipotent secretory cell that can regenerate alveoli“ (Nature, 2022), Science Alert

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