Mit technologischen Innovationen betreten wir Felder neuer Chancen, aber auch neuer Risiken. Das macht sich auch in einigen Rehazentren bemerkbar. So verpasst etwa der Hype rund um Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) altbekannten Erkrankungen einen neuen Anstrich. Doch wie genau erkennt man eine Kryptosucht?

Kryptosucht und ihre Folgen

Für einige „moderne“ Süchte gibt es bislang keine wirklichen Einträge in den Krankheitsklassifizierungssystemen der Gesundheitsorganisation. Diskutiert wird etwa, ob die Sucht nach Videospielen zum Pathologischen Spielen (F63.0) gezählt werden kann. Betroffene neigen zu häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das soweit reicht, dass es die Lebensführung beherrscht. Es führt letztlich zum „Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen“ (via ICD-10-GM Version 2022).

Auch die Kryptosucht könnte in dieses Cluster fallen. Süchtige jagen dem nächsten (Kurs-)Hoch hinterher und geraten dabei in einen Dopaminrausch, wie man ihn etwa von einer substanzinduzierten Sucht kennt. In einer Pressemitteilung des Luxus-Rehazentrums The Balance (via Deutscher Pressestern) erklärt der CEO Abdullah Boulad, systematisch unterscheide „sich die Kryptosucht kaum von anderen Süchten“.

Wie andere Süchte kann auch diese einige fatale Folgen mit sich bringen. „Einige unserer Patienten haben dreistellige Millionenbeträge mit Krypto verdient – sind aber dabei in eine Abhängigkeit von diesem permanenten Thrill geraten, der ihr Privatleben quasi zerstört hat“, so Boulad. Im schlimmsten Fall zerstörst du aber nicht „nur“ dein Privatleben, sondern verzockst darüber hinaus alles, was du hast.

Woran erkenne ich die Sucht?

Im Wesentlichen lasse sich die Sucht an drei wesentlichen Merkmalen festmachen:

  1. Ständiges überprüfen der Krypto-Kurse.
  2. Vergessen und/oder Ignorieren von Verantwortlichkeiten wie Arbeit, Familie, Freundschaften und Beziehungen sowie von körperlichen und Outdoor-Aktivitäten
  3. Stimmungsschwankungen, unerklärliche Depressionen, Unruhe, Reizbarkeit und Angstzustände

Teils würden Betroffene ihre Familie und Freunde über die Ursache ihrer Verluste belügen, heißt es weiter. Die meisten von ihnen seien unfähig, außerhalb ihrer Sucht eine positive Routine aufrechtzuerhalten.

Hier findest du Hilfe in Sucht-Fragen.

Quelle: ICD-10-GM Version 2022; The Balance

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine: Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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