Im Kontext Schwarzer Löcher stehen derzeit noch unzählige Fragen offen. Nichtsdestotrotz lässt sich die Wissenschaft nicht davon abhalten, jeder einzelnen von ihnen auf den Grund zu gehen. Umso erstaunlicher wird es aber, wenn plötzlich eine neue Unstimmigkeit auftaucht. So ist es ein ganz spezielles Schwarzes Loch, das nun die Aufmerksamkeit der Forscherinnen und Forscher auf sich zieht.

Schwarzes Loch zeigt plötzlichen Wandel

Schwarze Löcher verfügen nicht direkt über eine eigene Ladung, geschweige denn eigene Pole. Beachtlich scheinen daher die Beobachtungen eines Teams der Cornell University. Mittels vom Neil Gehrels Swift Observatory gesammelter Daten stießen die Wissenschaftler*innen auf eine galaktische Fackel. Sie untersuchten diese über das gesamte Lichtspektrum von Radio- bis Röntgenstrahlung.

Dabei fiel ihnen eine Besonderheit auf. Denn vor allem die Intensität der Röntgenstrahlung nahm sehr schnell ab. Die Bedeutung dieser Entdeckung schien ihnen schnell klar: Da verändert sich gerade ein Magnetfeld. Genauer handelte es sich um das Magnetfeld des Kerns der Galaxie 1ES 1927+654. Sie befindet sich in einer Entfernung von circa 239 Millionen Lichtjahren zur Erde.

Röntgenstrahlen entstehen häufig durch geladene Teilchen, die sich in einem starken Magnetfeld bewegen. Im Fall des galaktischen Kerns geschieht dies durch das dichte Plasma, das das supermassereiche Schwarze Loch umgibt. Es umwirbelt das Objekt regelrecht und bildet dessen Akkretionsscheibe. Durch das Wirbeln entsteht ein elektrischer Strom und infolge dessen ein Magnetfeld.

Was genau geht da vor sich?

Seine Erkenntnisse veröffentlichte das Team unter der Leitung des NASA-Wissenschaftlers Dr. Sibasish Laha auf dem bekannten Dokumentenserver arXiv.org.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen im Rahmen ihrer Studie auf, dass das beobachtete Ereignis am besten zu einer magnetischen Umkehrung passt. Bei diesem Wandel wird das magnetische Feld des Schwarzen Lochs, genauer noch das seiner Akkretionsscheibe, schwächer. Anschließend kann sich die Scheibe effizienter aufheizen, während von geladenen Teilchen weniger Röntgenstrahlen erzeugt werden.

Sobald die Umkehrung abgeschlossen ist, kehrt die Scheibe in ihren ursprünglichen Zustand zurück – allerdings mit „vertauschten“ Polen.

Quellen: „A radio, optical, UV and X-ray view of the enigmatic changing look Active Galactic Nucleus 1ES~1927+654 from its pre- to post-flare states“ (2022, arXiv)

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